Mitte (Kassel)

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Königsplatz
(Foto: Rosemarie Stiehl)
Martinskirche und Stadtbad

Der Stadtteil Mitte umfasst insbesondere das Zentrum der Stadt, die Innenstadt. Hier finden sich die nach dem Zweiten Weltkrieg noch erhaltenen historischen Gebäuden, zahlreiche große und kleinere Kultureinrichtungen und insbesondere Geschäfte, Kaufhäuser und Einkaufsgalerien.

Kultur und Kommerz, Wohnen und Arbeiten - dieser Stadtteil lebt von seinen Gegensätzen. Wer hier wohnt, schätzt die Vielfalt: Kinos, Cafés, Geschäfte, Ärzte und andere Dienstleister finden sich gleich um die Ecke. In Mitte ist auch die Kultur zu Hause - vom Staatstheater über das Fridericianum bis hin zum Museum für Sepulkralkultur. Das Zentrum mit Kassels zentraler Einkaufsmeile zieht Menschen aus der gesamten Stadt und dem Umland an. Und zu documenta-Zeiten, wie Kassel sie nächstes Jahr wieder erleben wird, tummeln sich dort Besucher aus aller Welt.

Zum Stadtteil gehören aber auch das kleinere Wohn- und Geschäftsviertel um den Entenanger und die Markthalle sowie der westliche Bezirk vom Weinberg im Süden bis zum alten Hauptbahnhof und heutigen Kulturbahnhof im Norden.

Bevölkerung

(Stand: 31. Dezember)

2005: 7471 Einwohner

2010: 7767 Einwohner (Ausländeranteil: 1217 Einwohner = 15,7 Prozent)

Politik

Oberbürgermeister und Magistrat

Oberbürgermeister der Stadt Kassel von 2005 bis 2017 ist Bertram Hilgen, SPD.

Der Oberbürgermeister hat den Vorsitz im Magistrat, der Verwaltungsbehörde der Stadt. Der Kasseler Magistrat setzt sich zurzeit aus fünf hauptamtlichen und 13 ehrenamtlichen Magistratsmitgliedern zusammen, die die Bezeichnung Stadträtin bzw. Stadtrat führen.

Außer dem Oberbürgermeister werden alle Mitglieder des Magistrats von der Stadtverordnetenversammlung gewählt.

Am 5.3.2017 wurde Christian Geselle, SPD zum neuen Oberbürgermeister der Stadt Kassel gewählt; er erhielt im ersten Wahlgang 56,6 Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit wird Geselle Nachfolger des langjährigen SPD-Oberbürgermeisters Bertram Hilgen, der seinen Platz im Juli offziell räumen wird.

Kommunalwahl 2006

Bei den Wahlen zum Ortsbeirat erhielten die CDU 32,63% (3 Sitze), die SPD 37,95% (3 Sitze), die FDP 5,53% (1 Sitz) und die Grünen 23,89% (2 Sitze) der abgegebenen Stimmen.

Kommunalwahl 2011

Bei den Wahlen zum Ortsbeirat erhielten die CDU 22,05% (2 Sitze), die SPD 36,77% (3 Sitze), die FDP 5,82% (1 Sitz) und die Grünen 35,36% (2 Sitze) der abgegebenen Stimmen.

Geschichte

Aus der Geschichte des Stadtteils Mitte

Der offizielle Name des Stadtteils ist bis heute "Mitte". Allerdings würde sich der größte Teil der Kasseler Bürger wundern wenn man sagen würde "Lass uns mal nach Mitte fahren". Nahe zu keiner benutzt diesen Namen für den Stadtteil. Die breite Masse würde sagen "Lass uns mal in die "Stadt" fahren. "Stadt" ist der übliche Begriff für "Mitte". Die im Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstörte Kasseler Innenstadt blickt auf eine interessante geschichtliche Entwicklung zurück. Hier - am Ufer der Fulda - befand sich schon im 10. Jahrhundert eine Befestigungsanlage ("castellum") und die Keimzelle der Stadt Kassel.

Die Gründung der Oberneustadt außerhalb der alten Wälle und Gräben erfolgte im Zuge der Aufnahme von Hugenotten ab dem Jahr 1685 durch Landgraf Carl. Im 19. Jahrhundert schlossen sich dann an die Oberneustadt die neu entstandenen Stadtviertel am Ständeplatz und ehemaligen Hauptbahnhof, dem heutigen Kulturbahnhof an.

In den Jahren 1852 bis 1856 wurde der Hauptbahnhof als Kopfbahnhof nach den Plänen des Hofbaudirektors Gottlob Engelhard errichtet. Gleichzeitig entstand ein nördlicher Bahnhofsflügel für die Hannoversche Südbahn.

> Zur Geschichte des Stadtteils

Der Königsplatz 1833

Königsplatz 1833.jpg

Schon 1883, als Eugen Kegel den Königsplatz wohl vom Balkon der heutigen Commerzbank fotografierte, herrschte auf dem Platz das „dollste“ Marktleben. Dort, wo heute der City-Point steht, stand seinerzeit die Hauptpost. Sie wurde 1882 eingeweiht. Zu jener Zeit reiste man auch noch mit der Post, weshalb rund um den Königsplatz viele Hotels betrieben wurden. Erstes Haus am Platze war das Hotel König von Preußen, von dem man einen Teil links neben der Hauptpost sieht. Die Hotels am Königsplatz florierten bis zum 1. Weltkrieg. Danach wurde das Reisen mit der Bahn populärer, und Kasseler Hotels gruppierten sich nun nahe dem Hauptbahnhof.

Entenanger

Entenanger.gif

Am 24. Juni 1954 tat sich was unter der Ruine der Garnisonkirche. Zwar waren die meisten nach dem Zweiten Weltkrieg neu erbauten Häuser ringsum noch unbewohnt und der ganze Platz von Schuttbergen umgeben. Doch frisch gestrichene Stände mit weißen Tüchern kündeten von neuem Leben in der zerbombten Altstadt. Kassels Fleischmarkt, 1876 an der Martinskirche gegründet und 1941 auf den enttrümmerten Ständeplatz verlegt, bezog sein neues Domizil am Entenanger. Seinen Ursprüngen an der Martinskirche wieder näher.

Die Fleischer wurden auf Magistratsbeschluss vom Ständeplatz zum Entenanger verlegt. Und prompt mussten sie drei statt bisher zwei Mark Standgeld berappen. Eine Preissteigerung um satte 50 Prozent. Die Zunft zeigte sich im Frühsommer 1954 jedoch zuversichtlich, dass die Rechnung dank ihrer vom Krieg ausgehungerten Kundschaft aufgehen würde.

Nach dem erneuten Umzug des Fleischmarkts in die Kleinmarkthalle im Herbst 1965 entwickelte sich Kassels Nachkriegs-Dorfplatz zu einem traditionellen Einkaufsziel mit Fachgeschäften und baumbestandenem Parkplatz mitten in der Altstadt. Und über den Geschäften hieß das Motto: zentrale Wohnlage in 1950er-Jahre-Architektur.

In den 1980er-Jahren drohte der Entenanger zu einer tristen Einöde voller Autos von oben bis unten zu verkommen. Doch die Verkehrsberuhigung kam. Eine Einbahnstraße zieht sich heute rund um den pro Seite 150 Meter langen Platz, der zwar immer noch Parkplätze hat, aber auch einen Spielplatz und eine kleine Parkanlage in der Mitte.

Friedrichsplatz

Der Friedrichsplatz, zwischen Schöne Aussicht und Obere Königsstraße im Zentrum Kassels gelegen, von Fridericianum im Nordosten und Oberneustadt im Südwesten begrenzt, galt schon früher als einer der schönsten und größten Plätze in Kassel. Er wird regelmäßig als Ausstellungsort der Kunstausstellung documenta genutzt.

Im Bereich der westlichen Ecke des Friedrichsplatzes findet man inmitten der belebten Geschäftigkeit dieses Ortes auf einem grauen Betonsockel die Skulptur "Den Opfern der Gewalt" des bedeutenden russischen Bildhauers Vadim Sidur. Die Aufstellung dieser Skulptur im Jahr 1974 wurde von einer Bürgerinitiative ermöglicht, die das Geld aufbrachte, mit dem der zunächst kleinformatige Entwurf als Skulptur im Stadtraum verwirklicht werden konnte. Sidur, dessen Werk in Russland erst seit dem Fall der Mauer Ende der 1980er-Jahre zu sehen ist, starb 1986 in Moskau.

Weinberg

Der Weinberg mit seiner Hochfläche und dem steil nach westosten abfallenden Hang befindet sich südwestlich des Stadtzentrums. Er ist neben Möncheberg und Kratzenberg eine der drei markantesten innerstädtischen Erhebungen.

Im Mittelalter wurde auf dem Berg Weinanbau betrieben. Darauf weist nicht nur der Namen des Berges hin, sondern auch ein wüst gewordenes Dorf am Fuße des Weinbergs, das Dorf "Weingarten".

siehe auch

Fridericianum
(Foto: Günther Pöpperl)

Parteien

Vom Königsplatz bis ...

Entfernungen zum Königsplatz in Kassel
Quelle: Dr. med. Peter M. Raasch - Orthopädische - Praxis am Königslatz 36 b
Moskau - 1881 km London - 668 km New York - 6192 km Tokyo - 9218 km Madrid - 1582 km Sydney - 16404 km


Weblinks


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