Merxhausen

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Psychiatrische Klinik Merxhausen

Merxhausen ist ein Ortsteil von Bad Emstal - südwestlich von Kassel gelegen - mit sehenswerten historischen Gebäuden.

Der zur Gemeinde Bad Emstal gehörende Ortsteil Merxhausen hat mit Stand 31. Dezember 2011 offiziell 419 Einwohner, wobei man diese Zahl aber relativieren muss. Denn Alteingesessene gibt es lediglich 270, der Rest sind Patienten in den verschiedenen Abteilungen der Vitos-Klinik, momentan 149, die dort bei einer Verweildauer von mehr als sechs Monaten als Merxhäuser Einwohner registriert sind.

Geschichte

Zur Geschichte des Ortes

Der kleinste Ortsteil von Bad Emstal wurde vermutlich schon im Jahre 973 erstmals urkundlich erwähnt und dann in Urkunden im Jahre 1145 als ”Merkereshusen” und 1151 als ”Merkirshusen” genannt.

Seinerzeit stand der Ort im Besitz der Herren von Blumenstein, die auch das Patronatsrecht über die Pfarrkirche ausübten.

Die sehenswerten ehemaligen Klostergebäude beherbergen heute eine psychiatrische Klinik sowie eine heilpädagogische Einrichtung. Nach Schließung der Klosterbäckerei gibt es im Ort keinerlei Einkaufsmöglichkeiten mehr für Lebensmittel, Fleisch- oder Backwaren. Ein kleiner Lichtblick, zumindest für die Klinikpatienten: Am 6. Januar eröffnete wieder das nach einem Wasserschaden renovierte Klosterlädchen mit Café.

Größtes wirtschaftliches Unternehmen ist die Vitos Kurhessen GmbH mit aktuell 373 Patienten-/Bewohnerbetten und -plätzen sowie 700 Mitarbeitern. Zudem gibt es noch eine Handvoll Handwerksbetriebe (Schlosserei/Schmiede, Maler, Fenster-und Türen sowie Garten und Landschaftsbau).

Seit dem 1. Januar 1972 bilden die vier Orte Balhorn, Merxhausen, Riede und Sand die Großgemeinde Bad Emstal.

Merxhausen hat weder Ortsvorsteher noch Ortsbeirat.

Kloster und Klosterkirche

Ehemaliges Klostergebäude in Merxhausen

Das ehemalige Augustiner-Kloster in Merxhausen, in späteren Jahren Hospital und Landesheilanstalt, ist eine gotische Klosteranlage aus dem 13. Jahrhundert.

1213 wurde die Klosterstiftung der Herren von Blumenstein bei Dörnberg durch den Erzbischof von Mainz als sogenanntes Augustiner-Chorherren-Doppelstift belegt. Nach 43-jähriger Bauzeit wurde die Klosterkirche im Nordbau des Klosters am 29. August 1256 geweiht.

Nachdem die Chorherren abgewandert waren, wurde das Kloster als Nonnenkloster genutzt. Das Klostergebäude wurde im Jahre 1475 durch einen Brand zerstört und das Klosterleben eingestellt. Unter Landgraf Wilhelm II. von Hessen wurden die verbliebenen Nonnen in andere Klöster verlegt. Augustiner-Chorherren aus dem westfälischen Bödecken übernahmen daraufhin das Kloster und bauten es wieder auf.

Im Zuge der Reformation in Hessen wurde das Kloster 1527 und 27 Chorherren und Brüder abgefunden. Landgraf Philipp I. wandelte das Kloster - ebenso wie weitere Klöster - in ein Hospital für arme Kranke aus der Landbevölkerung um. Dabei blieb dem Hospital der gesamte Klosterbesitz erhalten.

Nach der Teilung Hessens im Jahre 1575 gehörte Kloster Merxhausen mit 365 Kranken zu den vier Hohen Hospitälern, die bis 1810 unter einer gemeinsamen Verwaltung standen.

Ankündigungsplakat - Klosterfestspiele 2010

1631 (im Dreißigjährigen Krieg) wurde das Hospital von Tillys Truppen zunächst zerstört, aber umgehend wieder aufgebaut. Die Betreuung der Kranken übernahmen auswärtige Ärzte.

1881 wurde das Hospital auch für Kranke aus den Städten gegen Zahlung der Kosten geöffnet. In dieser Zeit wurde der erste Arzt fest angestellt. 1929 wurde das Hospital dann in Landesheilanstalt umbenannt.

Im "Dritten Reich" starben hier Patienten an Euthanasiemaßnahmen.

Seit der Schließung des Heimes wurde die historische Klosteranlage als Psychiatrisches Krankenhaus des Landeswohlfahrtsverband Hessens genutzt, inzwischen durch die Vitos Klinik Kurhessen Klinik für forensische Psychiatrie Merxhausen.

Kirchen

Klosterspiele auf der Freilichtbühne

Der Ort verfügt über eine Freilichtbühne, auf der im Sommer Theateraufführungen stattfinden. Die Darbietungen der Freilichtbühne "Klosterspiele Merxhausen" beziehen auch Patienten des psychiatrischen Krankenhauses und der heilpädagogischen Einrichtung in Merxhausen mit ein.

Die Aufführungen der Freilichtbühne finden alle zwei Jahre im Sommer innerhalb der Klosteranlage statt. In 2008 konnte man bereits auf „25 Jahre Theater im Klostergarten“ zurückblicken.

In 2014 steht „Pippi Langstrumpf“ von Astrid Lindgren auf dem Programm.

Politik

Gemeindevertretung

Zusammensetzung der Gemeindevertretung:

Ergebnis der Kommunalwahl vom 27. März 2011 % Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 46,2 14
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen OV Bad Emstal 17,3 6
BBE BBE 36,0 11


Parteien

siehe auch

Wandern

Von Merxhausen durch den Wald, im Tal der Ems nach Riede und zurück verläuft der Eco Pfad Friedenspädagogik Bad Emstal mit insgesamt ca. 10 km Länge.

Stationen sind die Kriegsgräberstätte Bad Emstal (der 1958 eingeweihte Friedhof ist die letzte Ruhestätte von 242 Menschen, die durch Gewaltherrschaft oder Kriegseinwirkungen gestorben sind), die Synagoge in Riede (Haus an der Elbenberger Str. 3) oder der UNRRA/IRO-Friedhof Merxhausen (der 2011 neu gestaltete Friedhof ist die letzte Ruhestätte von 63 Displaced Persons (DPs), die in der Landesheilanstalt Merxhausen zwischen 1946 und 1949 infolge der menschenunwürdigen Lebensbedingungen tödlich erkrankten oder entkräftet starben).

Weblinks



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