Melgershausen

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Melgershausen
Kirche Melgershausen.jpg
Evangelische Kirche in Melgershausen
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Schwalm-Eder-Kreis
Stadt: Felsberg
Einwohner: 404 (31. Dezember 2016) [1]
Postleitzahl: 34587
Vorwahl: 05662
Kfz-Kennzeichen: HR
Stadtverwaltung: Vernouillet-Allee 1
34587 Felsberg
Bürgermeister: Volker Steinmetz (parteilos)
Ortsvorsteher: Markus Steinbach

Melgershausen ist ein Stadtteil der nordhessischen Kleinstadt Felsberg im Schwalm-Eder-Kreis mit 404 Einwohnern (Stand 31.12.2016).

Inhaltsverzeichnis

Ersterwähnungen in 786 - 1057 - 1151

Aus den Jahren 786 und 1057 datieren die ersten urkundlichen Erwähnungen mit dem Namen Medelhereshuson. Melgershausen ist dort als markanter Grenzpunkt zur Pfarrei Grebenau dargestellt. In beiden Urkunden ging es um die Beilegung eines Zehntstreites zwischen dem Erzstift Mainz und der Reichsabtei Hersfeld. Und zwar um den Ort Grabanowa (jetzt Grebenau), ein Ortsteil von Guxhagen ebenfalls im Schwalm-Eder-Kreis. Allerdings ist die Urkunde von 786 eine Fälschung, weil der darin genannte Abt Buno nachweislich erst von 820 bis 840 als 2. Abt nach Abt Lullus dem Kloster Hersfeld vorstand. Tatsächlich sind nach der Urkunde des Jahres 1057 Kirche und das Dorf Grabanowa (Grebenau) Eigentum des Klosters Hersfeld. Die erste nachweisbare Erwähnung vom Dorf Melgershausen in einer Urkunde stammt aus dem Jahr 1151. In dieser schreibt man Medelhereshusen (1151), danach Medelerehuson 1217), Melgershusen (1295) und Melgirshusen (1397). Weitere Ausführungen und Einzelheiten siehe das Buch "Dorfchronik Melgershausen 1151 - 2013" von Kurt Lumm.

Geografie

Lage

Die Gemarkung Melgershausen hat eine Fläche von 959,6 Hektar, davon sind 621 Hektar Wald. Die Feldgemarkung von Melgershausen (271 m) ist umschlossen von Wald, nur in südlicher Richtung offen bis zum Heiligenberg (Burgruine Heiligenberg 393 m). Im Westen liegt der Hoheberg (303 m), am Weg nach Ellenberg über die A 7 (Förstersteg) beginnt der Quiller (Quillerkopf 323 m) und erstreckt sich nordöstlich bis hin zum Fuldatal nach Körle, Lobenhausen und Wagenfurth. Der Freitagsbach grenzt nach Westen an den Quiller und nach Osten an den so genannten Kessel (Kesselkopf 368 m) mit „Siebensterngebiet“ und „Wolfstein“. Östlich des Kesselkopfes liegt die Grenze zur Gemarkung der Stadt Melsungen. An der Landesstraße nach Melsungen beginnt dann der Interessentenwald Melgershausen-Heßlar, dem sich dann der gesamte Markwald Beuerholz in Richtung Heßlar und Beuern bis zum Heiligenberg anschließt.





Melgershausen - Blick vom Heiligenberg im März 2010. Im Vordergrund rechts die Friedensglocke, die sich im Torbogen am Eingang zur Burg befindet. Ebenfalls vorn sieht man die Autobahn A 7 (Kassel-Frankfurt) mit der Helterbachbrücke (29 m). Im Hintergrund links ist Körle mit der Mülmisch-Brücke der ICE-Schnellbahntrasse von Hannover nach Würzburg und Frankfurt zu erkennen. Direkt hinter Melgershausen der Kesselkopf mit den 2 Türmen. Links der Fernsprechturm der Telekom (47 m) und rechts der Fernsehverstärker (50 m) für Röhrenfurth und Schwarzenberg. Beide Türme sind unter der Rubrik "Weitere Bilder" im 2. Bild bei entsprechender Vergrößerung besser zu erkennen.
Luftaufnahme von Melgershausen im April 2011. Oben links sind der Sportplatz, 2 Tennisplätze und oben in der Mitte in Richtung Freitagsgraben und Kessel-Wald der ehemalige Aussiedlerhof Kurt Vogt zu erkennen - jetzt Schaumlöffel/Birkenstock mit der Big Valley Sunshine Ranch


Weitere Bilder:


Alte Verkehrswege

Melgershausen liegt ca. 5 km von Melsungen an der Fulda und ca. 5 km von Felsberg und Gensungen an der Eder entfernt mit Anschluss an die A 7 (Kassel-Frankfurt), am Fuße des Heiligenberges (Hessenlandes Krone). Aber auch an alten bekannten Handelsstraßen. So führt der „Sälzerweg“ (Salzweg) durch den Ort. Auf diesem alten Handelsweg wurde früher das an der Werra gewonnene Salz von Bad Soden-Allendorf entlang der Höhenwege über Hessisch Lichtenau, Melsungen, Melgershausen, Gensungen bis an den Rhein transportiert. Das Handelsgut auf dem Rückweg war der kostbare Wein vom Rheingau. Noch heute erinnern viele Straßennamen in den Städten und Gemeinden an diese Zeit. Der heutige "Brückenbachweg" in Verlängerung zur Autobahn und "Alte Straße" vorbei an der Kartause nach Gensungen ist der frühere "Sälzerweg". Der Waldweg am Abzweig der Straße nach Melsungen, am "Sitten" vorbei zum Kesselkopf, heißt heute noch der „Judenweg“. Dieser Weg wurde insbesondere von jüdischen Kaufleuten nach Melsungen benutzt. Über den Freitagsbach, der bei Lobenhausen in die Fulda mündet - zwischen Quiller und Kesselkopf - ist heute noch die im Volksmund genannte „Eselsbrücke“ zu sehen (noch Gemarkung Melgershausen). Über diese Brücke wurde in früheren Zeiten das Handelsgut mit Eseln transportiert.

Geschichte im Wandel der Jahrhunderte

In Kurzform soll nachfolgend das Leben der Melgershäuser Bürger im Verlauf des 2. Jahrtausend oder der letzten 10 Jahrhunderte im Zeitraffer global und örtlich beleuchtet werden.

Das 11. bis 15. Jahrhundert

Das 11. bis 15. Jahrhundert war im Wesentlichen von der Ansiedlung erster Bewohner im Dorf geprägt. Es entstanden die ersten Häuser und Bauernhöfe im Unterdorf, sicherlich auch schon vor dieser Zeit. Orte mit den Endungen -ungen kann man im allgemeinen der vorfränkischen Zeit, -heim den fränkischen bzw. karolingischen Siedlungen und -lar den vorfränkischen Siedlungen zuordnen. Weniger sicher kann das Alter der zahlreichen -hausen Orte angegeben werden. Mit Ausnahme von Melgershausen und Albshausen, die 1057 bzw. 1100 zuerst auftraten, sind sie nicht vor dem 12. Jahrhundert nachzuweisen. Sie sind kaum in die vorkarolingische Periode vorzuweisen. In der Urkunde vom "786 August 31 Worms" handelt es sich um eine Fälschung aus dem 11. Jahrhundert, so genannte Gefälligkeitsurkunden, wie sie auch in anderen Fällen üblich waren. In dieser Urkunde wird Melgershausen als markanter Grenzpunkt zur Pfarrei Grebenau dargestellt. Und weiter: Karl der Große schenkt dem Kloster Hersfeld die Kirche und das Dorf Grebenau mit dem Zehnten bzw. allem Zubehör. So steht es dann auch in der Urkunde des Jahres 1057. Melgershausen wird im Text als "Medelhereshuson" erwähnt. Die erste nachweisbare Urkunde stammt aus dem Jahr 1151 als "Medelhereshusen". Siehe auch Abschnitt "Dorfchronik von Melgershausen".

Das 16. Jahrhundert

Martin Luther und die Zeit der Reformation im 16. Jahrhundert hatten auch auf Melgershausen großen Einfluss und ihre Spuren hinterlassen. Auf Veranlassung Landgraf Philipp I von Hessen (auch Philipp der Großmütige genannt) wurde in Homberg (Efze) im Jahr 1526 mit der Homberger Synode der Beginn der Reformation in Hessen beschlossen. Allerdings muss man auch davon ausgehen, dass die ersten Jahrzehnte des 16. Jahrhunderts noch ganz im Zeichen der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus standen. Dies Ereignis muss wohl damals auch einige Melgershäuser Bürger früher oder später zur Auswanderung nach Amerika bewogen haben. Das beweisen die Recherchen eines Nachfahren aus Amerika in den Jahren nach 1990. Siehe auch Dorfchronik Jahr 2001 (850 Jahr-Feier).

Das 17. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert hatten die damaligen Einwohner während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 schlimme Erlebnisse. Im Jahr 1640 zerstörten Kaiserliche Einheiten den Ort mitsamt der alten Kirche und dem Forsthaus. Nach einem Großbrand blieben von ursprünglich 38 Gebäuden nur 4 Häuser und 3 Scheunen übrig. In 1690 wurde erstmals eine Melgershäuser Schule erwähnt.

Das 18. Jahrhundert

Von 1756 bis 1763 fand der Siebenjährige Krieg (auch Dritter Schlesischer Krieg genannt) [1] statt. Noch heute erinnern die so genannten „Franzosenschanzen“ an der alten Straße nach Gensungen unterhalb des Heiligenberges und der Kartause (früher Kloster Eppenberg) an diese Zeit. Das waren Schützenstellungen der Franzosen gegen die anrückenden Preußen. Dies wird ebenso eine leidvolle Zeit für die Melgershäuser Bewohner gewesen sein wie alle anderen Kriege.

Das 19. Jahrhundert

Der Ausgang des 18. und Beginn des 19. Jahrhunderts standen ganz im Zeichen der napoleonischen Kriege und später dem Deutsch-Französischen Krieg 1870-1871 [2] sowie der Flurbereinigung in der Melgershäuser Feldgemarkung. In all den Kriegen mussten auch Melgershäuser Bürger ihr Leben für das Vaterland hergeben. Deren Namen siehe auch Dorfchronik 1814 und 1870-1871. Nach einem Orts- bzw. Lageplan von 1803 existierte in Melgershausen nur das Unterdorf. Der "Totenhof" befand sich hinter der Kirche, später auf dem Triesch (früher wertlos brachliegendes Land). Dieser Platz diente über mehrere Jahrzehnte in der Mitte des 20. Jahrhunderts als Dreschplatz. Der jetzige Friedhof befindet sich in der Verlängerung der Straße "Zum Hohen Berg". Der Bauernhof mit der Hausnr. 12 ist als letztes und einziges Haus in der heutigen Lobenhäuser Str. eingezeichnet. Der Hof gehörte damals Justus Scheffer, später dann Simshäuser, Müller, jetzt Icke. In der heutigen Melsunger Straße ist als letztes die Hausnr. 40 mit dem Eigentümer Johannes Giebe angegeben, das war im 20. Jahrhundert die Gastwirtschaft Wilhelm und Karl Eiffert. Als erster Bauernhof dürfte das Haus mit der Nr. 1 in Melgershausen entstanden sein. Dieser Hof wurde in 1803 vom Landwirt und Greben (Bürgermeister) Johannes Schmidt (09.02.1759 – 01.04.1822) bewirtschaftet. Diese Hausnummern existierten noch bis in die 1970er Jahre, ehe im Zuge der Hessischen Verwaltungsreform auch in Melgershausen neue Straßennamen vergeben wurden. Alle weiteren Häuser im Oberdorf sind danach überwiegend erst um die Jahrhundertwende 1900 und in der 2. Hälfte des 20. Jahrhundert entstanden.

Das 20. Jahrhundert

Die Melgershäuser erlebten den 1. Weltkrieg, nach der Gründung in 1871 auch das Ende des Kaiserreiches in 1918. In 1919 konstituierte die verfassungsgebende Nationalversammlung das Reich als parlamentarische Demokratie. Es folgte die Weimarer Republik mit der Finanzkrise in 1929, die Nazi-Herrschaft 1933 bis 1945 mit dem 2. Weltkrieg, der Bau der Bundesautobahn A 7 mit Helterbachtalbrücke (29 m) in 1935-1936. Die Arbeiten an den nahegelegenen Streckenabschnitten brachten auch einigen Bewohnern von Melgershausen und Heßlar für eine gewisse Zeitspanne wieder Arbeit und Brot. Es folgte die Währungsreform von der RM zur DM in 1948. Nach Ende des Krieges in 1945 begann ein langer Prozess der Demokratisierung, der in einen inzwischen für uns alle jetzt 65 Jahre andauernden Frieden führen sollte. So erlebten viele in 1945 einmal die Teilung und mit dem Fall der Mauer in 1989 nach 44 Jahren auch die Wiedervereinigung Deutschlands. Bis dahin waren verwandtschaftliche Beziehungen auch vieler Melgershäuser zur in der DDR (hinter dem Eisernen Vorhang) lebenden Menschen lange Zeit nicht möglich. Das Industriezeitalter bescherte rasante sowie nie für möglich gehaltene Fortschritte und bedeutete für die Melgershäuser Bürger im Laufe der folgenden Jahre viele Veränderungen. Die Bauern und Landwirte konnten nur noch mit immer größeren Ackerflächen überleben. Die kleineren Bauernhöfe verschwanden mehr und mehr. Das „Höfesterben“ machte auch in Melgershausen nicht Halt und zeigte Wirkung. Nach 1945 gab es noch ca. 30 landwirtschaftliche Anwesen, deren Eigentümer ausschließlich oder im wesentlichen ihren Erwerb in der Landwirtschaft hatten. Heute dient nur noch der Bauernhof der Familie Erwin, Erika und Ralf Hilgenberg als Erwerb für den Lebensunterhalt. Große Teile der bestehenden Ackerflächen sind an andere Bauern in benachbarten Orten verpachtet, die somit eine weitere Chance zum Überleben bekommen haben. Von den handwerklichen Betrieben hat sich bis heute nur die Tischlerei und Schreinerei Karl und Rudi Reusse noch behaupten können. Neu entstanden sind das Autohaus Meinhard Poniewaß, die Kfz-Werkstatt Hans Griesel GmbH und das Ingenieurbüro Otto Beerenwinkel. Durch Industrieansiedlungen wie z. B. den Pharmabetrieb B. Braun in Melsungen und das VW-Werk in Baunatal fanden immer mehr Bürger des Dorfes als Arbeitnehmer Arbeit und Brot, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten und einen gewissen Wohlstand zu erreichen. Sowohl im politischen als auch im sportlichen Leben beteiligten sich immer mehr junge und ältere Dorfbewohner aktiv und ehrenamtlich am Gemeinwohl.

Das 21. Jahrhundert

Das erste Jahrzehnt des 21. Jahrhundert oder 3. Jahrtausend stand global gesehen ganz im Zeichen der Terroranschläge vom 11. September 2001 mit der Zerstörung des World Trade Centers von New York City durch Flugzeuge, die Ablösung der DM mit der Einführung des EURO in 2001 sowie der Banken- und Finanzkrise in 2009, ähnlich der in 1929. Die Melgershäuser Bewohner feierten in 2001 ihr 850jähriges Dorfjubiläum.


Dorfchronik von Melgershausen

Urkundliche Ersterwähnung in 1151

1151

Willkommensgruß am Ortseingang anno 1151. Links das Haus von Ilona und Bürgermeister a.D. Klaus Stiegel. Rechts das Haus von Schreinermeister Karl Reusse

Aus den Jahren 786 und 1057 datieren die ersten urkundlichen Erwähnungen mit dem Namen Medelhereshuson. Melgershausen ist dort als markanter Grenzpunkt zur Pfarrei Grebenau dargestellt. In beiden Urkunden ging es um die Beilegung eines Zehnten Streites zwischen dem Erzstift Mainz und der Reichsabtei Hersfeld. Und zwar um den Ort Grabanowa, jetzt Grebenau, ein Ortsteil von Guxhagen ebenfalls im Schwalm-Eder-Kreis. Allerdings ist die Urkunde von 786 eine Fälschung, weil der darin genannte Abt Buno erst um 820 bis 840 Abt des Klosters Hersfeld war. Tatsächlich sind nach der Urkunde des Jahres 1057 dann Kirche und das Dorf Grabanowa (Grebenau) Eigentum des Klosters Hersfeld. Die erste nachweisbare Erwähnung vom Dorf Melgershausen in einer Urkunde stammt aus dem Jahr 1151. In dieser schreibt man:

Medelhereshusen (1151), danach Medelerehuson (1217), Melgershusen (1295) und Melgirshusen (1397).

1360

Bereits 1360 gehört das Dorf zum Amt Felsberg und 1362 wird es dem Gericht Gensungen zugerechnet.

1585

Seit 1585 ist die Kirche von Melgershausen ein Filial der Kirche von Gensungen. Im gleichen Jahr gibt es in Melgershausen 30 Haushaltungen.

1640

Um 1640 – der Dreißigjährige Krieg tobt im 22. Jahr – zerstören Kaiserliche Einheiten den Ort mitsamt der alten Kirche. Nach einem Großbrand bleiben von ursprünglich 38 Gebäuden nur 4 Häuser und 3 Scheunen übrig. Mit dem Wiederaufbau des Gotteshauses wurde erst in 1727 begonnen.

1690

In Aufzeichnungen aus 1690 findet erstmals eine Melgershäuser Schule Erwähnung.


1727

Der Wiederaufbau des heutigen Gotteshauses erfolgte wegen der Verarmung der Bevölkerung erst in den Jahren 1727 bis 1729.

Impressionen Evangelische Kirche Melgershausen

1747

Im Jahr 1747 gibt es in Melgershausen 36 Haushaltungen.

1749

Im Jahr 1749 errichtet man an der jetzigen Helderbachstraße ein Backhaus und im Jahr 1909 ein weiteres an der Ecke Melsunger Straße/Lobenhäuser Straße. Letzteres musste Mitte des 20. Jahrhunderts wegen der Errichtung eines Kinderspielplatzes entfernt werden. Beide Backhäuser waren noch bis in die 1950er Jahre von den Melgershäuser Bürgern in Gebrauch.

1805

Heinrich-Wilhelm Grau war von 1794 bis 1843 Oberförster in Melgershausen. Er erschoss am 18.11.1805 unterhalb des Kessels am Kesselkopf den letzten Wolf in Niederhessen. Zur Erinnerung wurde am 5. August 1806 vom Spangenberger Forstamt der "Wolfstein" (Gedenkstein) gesetzt und über die hierbei veranstaltete Feier eine Urkunde aufgenommen. Siehe auch besonderen Artikel über den Wolfstein in regiowiki.hna.de [3].

Napoleonische Kriege 1792 - 1814

Gedenktafel von 1814 mit den Namen der Gefallenen aus den Napoleonischen Kriege

Für die Toten im Krieg gegen Frankreich (Verbannung Napoleons 1814 auf Elba) wurde in 1814 eine Gedenktafel erstellt. Diese ziert heute eine Wand in der Friedhofskapelle auf dem Friedhof, in Nachbarschaft zum Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten der zwei Weltkriege 1914–1918 und 1939–1945.

Inschrift Gedenktafel 1814

Folgende Jünglinge aus der hiesigen Gemeinde nah
men theil an dem heiligen Kampf gegen Frankreich; sie verliesen im
Anfang des Jahres 1814 ihr Vaterland und traten auf Frankreichs Boden in die
Scharen der muthigen Kämpfen

  • Henrich Grau, Capitain
  • Wilhelm Grau
  • Carl Grau
  • Wilhelm Ide
  • Heinrich Blum
  • Conrad Wagner
  • Johannes Wiederholt
  • Conrd Möller

Mit fogenden Namen wurde unterschrieben

  • Sandrock – Pfarrer
  • Schmidt – Grebe
  • Mark – Vorsteher
  • Lengemann – Vorsteher

1820

In der Zeit um 1820 ist Melgershausen ein Stützpunkt von Räubern und anderem Gesindel (lt. Überlieferung im Hessenlandkalender).

1830

Im Jahr 1830 wird in der Kirche eine Orgel aufgestellt. Während der Kriege werden deren Pfeifen gegen solche aus Holz ausgetauscht.

Deutsch-Französischer Krieg 1870 - 1871

Gedenktafel von 1870-1871 mit den Namen der Gefallenen an den Deutsch-Französischen Krieg

Für die Toten im Deutsch-Französischen Krieg 1870-1871 wurde seinerzeit eine Gedenktafel erstellt. Diese ziert heute eine Wand in der Friedhofskapelle auf dem Friedhof, in Nachbarschaft zum Kriegerdenkmal für die Gefallenen und Vermissten der zwei Weltkriege 19141918 und 19391945.

Inschrift Gedenktafel 1870 – 1871

Mit Gott für König und Vaterland
Gedenktafel
der siegreichen Krieger Deutschlands
gegen Frankreich der Jahre 1870/71
der Gemeinde Melgershausen

  • 1. Georg Orth.
  • 2. Johannes Orth.
  • 3. Johannes Kramm.
  • 4. Fr.W.Carl Giesler.
  • 5. Michael Wagner.
  • 6. Balthasar Schäfer.
  • 7. Heinr. Stiegel.
  • 8. Johannes Stiegel.
  • 9. Fried: Landgrebe.
  • 10. Adam Meyer.
  • 11. Gottfried Kramm.
  • 12. Matthias Wiederhold.

1875

Im Jahr 1875 feiert man an der Schule ein Richtfest. In einem Lageplan aus dem Jahr 1803 ist das Gebäude schon als Schule aufgeführt. Es ist nicht bekannt, ob der Anlass ein Neubau oder ein Um- oder Anbau war. 1958 geht das Gebäude in den Besitz der Familie Heinrich und Elisabeth Schake über. Danach ging es in den Besitz der Familien von Stümer und Gebert über.

1878

Im Jahr 1878 wird der Interessentenwald Melgershausen/Heßlar durch einen Rezess Privatwald. Mindestens ab dem Jahr 1505 wurde er als Gemeindewald verwaltet. Das belegt ein Schriftstück aus dem Jahr 1521. Ab 1878 ist der Interessentenwald nun Privatwald und somit Eigentum der Bürger aus Melgershausen und Heßlar. Der Markwald Beuerholz hat seinen Ursprung aus einer Schenkung im Jahr 1360 an die Stadt Felsberg: Im Jahr 1360 erwirbt Landgraf Heinrich II. zusammen mit Elisabeth von Henneberg-Schleusingen für 4.300 Goldgulden Schmalkalden und Herrenbreitungen. Mit Elisabeth schließt er einen gegenseitigen Erbvertrag ab. Im gleichen Jahr schenken Heinrich und sein Sohn Otto der Schütz der Stadt Felsberg und den Leuten zu Gensungen, Sontheim, Beuern, Heßlar und Melgershausen den Markwald Beuerholz. Es handelt sich um eine bedeutende Schenkung, da der Wald eine Größe von ca. 645 Hektar hat. Gleichzeitig erhält die Stadt Felsberg für den Bereich des gleichnamigen Amtes das Monopol des Wein-, Fruchtwein- und Branntweinausschankes. Dies bedeutet für die Stadt eine erhebliche Verbesserung ihrer finanziellen Lage. Darüber hinaus schenkt Landgraf Heinrich II. der Stadt die Stiftung des Valentinshospitals, welches neben der Jakobskapelle am Obertor errichtet wird.

1881

Bauer Schmidt, Lehrer Markert und andere Personen gründen 1881 in Melgershausen eine Raiffeisenkasse. Um die Jahrhundertwende wird der heutige Straßenverlauf nach Melsungen festgelegt.

1905

Der Turnverein Gut Heil Melgershausen wird in 1905 gegründet. Ihm folgte 1921 ein weiterer Sportverein mit dem Namen Arbeiter-Turnverein Melgershausen. Nach dem 2. Weltkrieg trennt man sich von beiden Namen und gründet im Jahr 1945 einen neuen Sportverein: Sportverein 1945 Melgershausen (SV 1945 Melgershausen).


1913

Der Anschluss von Melgershausen an das Stromnetz beginnt 1913, wird aber erst nach dem 1. Weltkrieg endgültig fertiggestellt.

1922

Kirmesburschen aus dem Jahr 1927 auf der Treppe vom Gasthaus zum Stern (Giessler)

In Jahr 1922 wird in der heutigen Helderbachstraße ein Kriegerdenkmal zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten des Ersten Weltkriegs errichtet, das bis 1965 dort verbleibt. Die Namen der Toten siehe Abschnitt "Der 2. Weltkrieg 1939 - 1945"

1925

Mitte der 20-iger Jahre gibt es im Dorf noch zwei Schafherden und auch zwei Schäfer, die die Herden in der Gemarkung weiden lassen. Die Tiere überwintern in Scheunen und festen Unterständen.

1928

Bis ins Jahr 1928 verfügen die beiden Kirchengemeinden Heßlar und Melgershausen nur über einen Chorrock für den Pfarrer. Zum Pfarrgottesdienst muss er von Konfirmanden in der jeweils anderen Gemeinde geholt werden.

1929

Melgershausen erhält 1929 die erste Wasserleitung. Der seinerzeit gebaute Hochbehälter (Wasserspeicher) am neuen Sportplatz ist noch vorhanden. Auch ein Gesangverein, der aber nur bis 1934 besteht, wird in diesem Jahr gegründet.

Erntedankfest in den 1930er Jahren

Gruppenbild auf dem Hof des Landwirts Landgrebe/Vogt: Bis in die 1930er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde das Erntedankfest immer noch festlich gefeiert. Dabei entstand dies Bild auf dem Hof Landgrebe, später Vogt. Auf der Zugmaschine (Bulldog, Trecker oder auch Traktor genannt) sitzen Landwirt Konrad Vogt mit Ehefrau Emma und Tochter Irmel (später verheiratet mit Hermann Kerl). Vorn von links: Johannes Kothe, Karoline Lumm (geb. Ritter), Heinrich Schäfer (Pate von Karl-Heinz Schäfer), Martha Falk (geb. Landgrebe), Schmiedemeister August Steinbach, Wilhelm Landgrebe, Martha Heinemann (geb. Ritter), Heinrich Wenderoth, der jahrelang als Maschinenmeister in der Erntezeit für das Dreschen mit der Dreschmaschine tätig war. Auf dem Wagen sitzen oben von links: Margot Beck (später verheirate Schöne), Katharina Wambach (geb. Rübenkönig), Marianne Steinbach (später verheiratet mit Georg Wenderoth), Elise Wenderoth (geb. Ritter). Davor sitzen von links: Frieder Beck und Christa Steinbach (später verheiratet mit Ortsvorsteher a.D. Heinrich Arold).

Kinder vor geschmücktem Erntewagen in den 1930er Jahren: Vorn von links: Irmel Vogt (verh. Kerl), Christa Steinbach (verh. Arold), Frieder Beck, Marianne Steinbach (verh. Wenderoth), Margot Beck (verh. Schöne). Dahinter von links: Marie Hohl (verh. Wenderoth) und Hildegard Beyer (Tochter von Lehrer Paul Beyer).

Familienfoto aus den 1930er Jahren: Landwirt Konrad Vogt, Schwiegervater Wilhelm Landgrebe. Daneben Tochter Emma Vogt mit Tochter Irmel, Tochter Luise Landgrebe (verh. Weber in Braunschweig). Rechts davon Martha Landgrebe (geb. Heppe), sie war die 2. Frau von Friedrich Landgrebe, der in 1925 gestorben ist. Die 1. Frau war Martha Elisabeth Müller aus Wellerode. Ganz rechts Martha Landgrebe (verh. Falk), Tochter von Wilhelm Landgrebe.

Kartoffel lesen in den 1930er Jahren: Von links Frau Kothe (Mutter von Johannes Kothe), Emma Vogt (geb. Landgrebe), Gertrud Hohl, Frau Griesel (Frau von Bürgermeister Johannes Griesel), Emilie Wenderoth (geb. Hartwig), Anna Schäfer (geb. Hartwig).

Vesperpause während der Feldarbeit bei Melgershausen im Mai 1938: Von links Karoline Lumm, Katharina Kleimann, Anna Pfannkuche, Sophie Stiegel, Marie Biermann, Katharina Griesel, Marie Simshäuser, Elisabeth Arold.

Impressionen mit Erntedankfest 1930er Jahre

Impressionen 1910 - 1930

Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

Gruppenfoto 1937: Hintere Reihe von links: K. Hofmann, August Giesler, Georg Siebert, Adam Wagner. Mitte von links: Heinrich Wenderoth, Karl Meyer, Georg Rehbein, Oskar Griesel, Wilhelm Eiffert, Heinrich Neumann, Heinrich Asthalter, Heinrich Schäfer. Vorne von links: Hermann Leimbach, August Stiegel, Adam Kersten, Karl Reuße, Christian Stiegel, H. Kersten, Johannes Wenderoth.

August Giesler gründet die Freiwillige Feuerwehr in 1933

Der 23.12.1933 ist das Gründungsdatum der Freiwilligen Feuerwehr Melgershausen. Bereits in 1926 wird unter Leitung von Ortsbrandmeister August Giesler eine Freiwillige Feuerwehr gegründet, doch -nach alten Überlieferungen- hat Giesler einen so schweren Stand, dass diese Feuerwehr als Pflichtfeuerwehr geführt wird. Unter der Leitung von Ortsbrandmeister Heinrich Steuber wird ein weiterer Versuch unternommen, die Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehr mit Leben zu erfüllen. Unter seiner Leitung finden Übungen und Schulungen statt, doch die Wehr ist noch nicht als Freiwillige Feuerwehr anerkannt. Am 23.12.1933 gründen dann Einwohner von Melgershausen endgültig die Freiwillige Feuerwehr Melgershausen. Dieses Datum ist auch beim Amtsgericht Felsberg als offizielles Gründungsdatum registriert. Die bisherige Pflichtfeuerwehr gehört endgültig der Vergangenheit an. Unter den Gründungsmitgliedern sind auch Oskar Griesel, der bereits seit 1928 der Pflichtfeuerwehr angehörte und Adam Wagner. Erster Ortsbrandmeister wird der Schreinermeister Konrad Reusse. Die Mitgliederzahl wird mit zwanzig angegeben, davon sind 6 als Steiger ausgebildet. Eine vierrädrige und eine zweirädrige Druckspritze sind vorhanden. Ebenso 2 Anstelleitern, 120 Meter C-Druckschläuche, 2 Einreißhaken, 2 Feuerlöschteiche im Ober- und Unterdorf, 13 Hydranten und 5 benutzbare Brunnen.

Christian Stiegel wird Ortsbrandmeister in 1936

In diesem Jahr wird Christian Stiegel zum kommissarischen Ortsbrandmeister ernannt. Die endgültige Bestätigung erhält er am 19. April 1939 vom Provinzialfeuerwehrführer. Stiegel übte dieses Amt bis zum Jahr 1958 aus. Während seines Kriegseinsatzes wurde er von 1941-1945 durch Schmiedemeister August Steinbach und Georg Rehbein vertreten. Die Anerkennung der Freiwilligen Feuerwehren erfolgte durch den Kreisfeuerwehrtag. Bei der Annahme musste die Feuerwehr zeigen, dass sie marschieren und exerzieren kann. Dies alles fand auf dem Gelände, das heute etwa den Grundstücken Gießler und Lenz (Straße: An den Brunnenkammern) entspricht, statt.

Die Wehrführer

  • 1933 - 1936 Konrad Reusse
  • 1936 - 1958 Christian Stiegel
  • 1958 - 1968 Georg Rehbein
  • 1968 - 1982 Willi Rehbein
  • 1982 - 2002 Helmut Wenderoth
  • 2002 - 2007 Lars Pohl
  • 2007 - 2011 Jürgen Schake-Finke
  • 2011 - jetzt Marco Jutzi

Die Vorsitzenden

  • 1982 - jetzt Helmut Wenderoth

1935

1935 und 1936 wird der durch die Gemarkung Melgershausen führende Abschnitt der Autobahn gebaut.

1936

Der Olympische Sternlauf 1936 führt auf dem Weg von Gensungen nach Melsungen auch durch Melgershausen.

Der 2. Weltkrieg 1939 - 1945 und die Folgen

Dieser Krieg bedeutete für die gesamte Bevölkerung unsägliches Leid und hatte so auch für die Melgershäuser Bürger schmerzhafte Spuren hinterlassen. Viele Männer und Frauen sahen ihre Söhne und Ehemänner nie wieder. Im Jahr 1965 wird zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten der Weltkriege 1914-1918 und 1939-1945 das neue Ehrenmal auf dem Friedhof eingeweiht. Das aus dem gleichen Grunde im Jahre 1922 in der Mitte des Dorfes errichtete Ehrenmal war baufällig und unansehnlich geworden. Die Inschrift lautet: Den Toten zum Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung. Gott erhalte uns den Frieden. Namen der Gefallenen und Vermissten am Schluss dieses Abschnitts, siehe auch Dorfchronik 1922 und 1965.

Hochwasser vom Edersee überflutet Edertal - Mai 1943 -

In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 wurde die Staumauer vom Edersee zerstört. Die vom nachfolgenden Hochwasser überfluteten Ederwiesen und Orte wie Gensungen und Felsberg konnten die Bewohner von Melgershausen damals von der Burg Heiligenberg gut beobachten.

Englischer Bomber stürzt im Quillerwald ab - Oktober 1943 -

Am 22. Oktober 1943 stürzt nach dem Abschuss ein englischer Bomber nördlich des Dorfes in den Quillerwald. Ein Besatzungsmitglied konnte sich mit dem Fallschirm retten und wurde wenig später von Bewohnern in einem Graben nahe der Autobahn aufgespürt, den Behörden in Spangenberg überstellt und kam so in Gefangenschaft. Die anderen 6 englischen Soldaten konnten sich leider nicht mehr retten, wurden von der Melgershäuser Feuerwehr geborgen und dann auf dem hiesigen Friedhof beigesetzt. Jahre später werden die Gebeine der Toten nach England überführt.

Einberufung zur Verstärkung an den Westwall. Der 2. von links ist Konrad Meier, rechts mit Oberlippenbärtchen Herr Schmidt aus Heßlar, in der Mitte ist Herr Trapp aus Melsungen -mit NS-Symbol am Ärmel- zu erkennen. Er leitete die Sammel-Aktion

1944 Freiwillige zum Fronteisatz an den Westwall - Juni 1944 -

Nach den neu entflammten Kampfmaßnahmen am Westwall (auch Siegfried-Linie genannt) [4] wurden auf Führerbefehl überall in ganz Deutschland so auch in unserer Region von der SS „Freiwillige“ zumeist ältere Menschen zur personellen Verstärkung der dort kämpfenden Soldaten aufgerufen. Die Jüngeren waren bereits alle eingezogen bzw. schon gefallen. So kamen auch diese Männer aus Melgershausen und Heßlar Mitte 1944 zum Fronteinsatz an den Westwall. Siehe Bild mit Herrn Trapp aus Melsungen (NS-Symbol mit Hakenkreuz am Ärmel), der diese Sammel-Aktion leitete. Die Ausbildung dieser Menschen erfolgte in Kürze beim RAD (Reichsarbeitsdienst) und später dem so genannten Volkssturm. Diese Offensive war eine letzte Kraftanstrengung von deutscher Seite, das Kriegsgeschehen noch zu wenden. Sie kostete vielen Menschen das Leben, hatte aber keinen Einfluss auf den Kriegsausgang.

1945 Die Amerikaner quartieren sich im Dorf ein - Mai 1945 -

Am 31. März 1945 (Ostersamstag) erreichen amerikanische Truppen Melgershausen. Das Dorf wird durch Heraushängen von weißen Fahnen (Betttüchern) kampflos übergeben und damit wahrscheinlich vor der Zerstörung bewahrt. Die Soldaten quartieren sich bis zur Übergabe von Melsungen in Melgershausen ein. Die Bewohner müssen das Dorf verlassen und werden teilweise ins Unterdorf und danach überwiegend nach Heßlar ausquartiert. Melgershausen war für mehrere Tage die militärische Befehlsstelle der Amerikaner, da sich Melsungen nicht ergeben wollte. Beauftragte der Stadt Melsungen - u. a. der am Krankenhaus in Melsungen praktizierende Arzt Dr. Sostmann - erreichten in Verhandlungen mit den Amerikanern in Melgershausen die kampflose Übergabe. So blieb die Stadt Melsungen -bis auf kleinere Einschüsse durch Panzer- von der Zerstörung verschont.

Heimatvertriebene auch in Melgershausen - 1945, 1946 -

Bei Kriegsende mussten viele Menschen ihre angestammten Gebiete -u. a. aus West- und Ostpreußen, Pommern, Schlesien, Egerland, Sudetenland- mit nur wenig Hab und Gut verlassen und sich im Westen eine neue Heimat suchen. Mehr als 17 Millionen Deutsche wurden in den Jahren 1945/46 aus ihrer angestammten Heimat vertrieben. 2,1 Millionen kamen bei der Vertreibung ums Leben. 9.959 Heimatvertriebene fanden Aufnahme im Kreis Melsungen. So fanden auch viele in Melgershausen eine neue Heimat. Auch so genannte Ausgebomte aus dem nahen Kassel, denn Kassel war durch die Bombardierungen größtenteils zerstört, erhielten hier eine Zuflucht. Zur Erinnerung an all diese Menschen und zur Mahnung für nachfolgende Generationen, dass sich so etwas nie wiederholen sollte, hat man am 20. Juli 1952 am Torbogen zur Burg Heiligenberg „Die Glocke der Heimat“ und eine Gedenktafel angebracht. Vor diesem Hintergrund muss man auch die in 1950 angestiegene Zahl von 620 Einwohnern sehen. Ein besonderes Schicksal ereilte auch die Zwangsarbeiter und Zwangsdeportierten. So kam Peter Jazucha (23.06.1926– 13.08.2002) als junger Mann zwangsweise aus der Ukraine nach Melgershausen, um hier bei landwirtschaftlichen und sonstigen Arbeiten eingesetzt zu werden. Peter Jazucha fand nach dem Krieg eine Arbeitsstelle und blieb bis zu seinem Lebensende als Staatenloser in Melgershausen. Er hat nie eine Staatsangehörigkeit beantragen wollen.

Gefallene und Vermisste 1. und 2. Weltkrieg

Ehrenmal auf dem Friedhof für die Gefallenen und Vermissten des 1. (1914-1918) und 2. Weltkrieges (1939-1945). Die Inschrift in der Mitte lautet: Den Toten zum Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung. Gott erhalte uns den Frieden. Die Namen der Gefallenen und Vermissten sind im linken und rechten Stein eingraviert.
Weltkrieg 1914 - 1918

Namen der Gefallenen

  • Heinrich Giesler 1893-1914
  • Karl Brede 1885 – 1915
  • Friedrich Ritter 1894 – 1915
  • Johannes Giesler 1894 – 1915
  • Christian Giesler 1893 – 1915
  • Cyriakus Leimbach 1883 – 1915
  • Heinrich Griesel 1883 – 1915
  • Martin Hofmann 1891 – 1916
  • Georg Schmidt 1896 – 1917
  • Heinrich Wenderoth 1896 – 1918
  • Konrad Meier 1897 – 1918
  • Heinrich Lengemann 1899 – 1918

Namen der Vermissten

  • Johannes Wiederhold 1883 - 1915
  • Ludwig Wenderoth 1882 – 1915

Namen der Verstorbenen

  • Balthasar Arold 1898 -1918
  • Karl Klarenbach 1916 -1946
  • Konrad Mark 1914 – 1946
  • Martin Ritter 1923 -1947
Weltkrieg 1939 - 1945

Namen der Gefallenen

  • Heinrich Krug 1920 – 1941
  • Wilhelm Biermann 1922 – 1942
  • Heinrich Asthalter 1919 -1943
  • Heinrich Finis 1914 -1943
  • Willi Meier 1924 -1943
  • Karl Müller 1924 -1943
  • Heinz Simshäuser 1923 -1943
  • Heinrich Seitz 1923 – 1945
  • Konrad Hofmann 1906 -1944
  • Adam Kersten 1904 -1944
  • Friedhelm Falk 1912 – 1945
  • Martin Lumm 1910 -1945

Namen der Vermissten

  • Hans Griesel 1908 -1943
  • Georg Schimka 1908 -1943
  • Johann Lischka 1908 -1944
  • Georg Wagner 1915 -1944
  • Wilhelm Kramm 1907 -1945
  • Ewald Fäth 1922 – 1945
  • Karl Schäfer 1899 - 1945

Handwerksbetriebe in 1950

  • Asthalter, Wilhelm (Malermeister)
  • Griesel, Oskar (Schuhmacher)
  • Kramm, Adam (Maurer)
  • Krug, Konrad (Stellmacher)
  • Lumm, Dora + Martin (Schuhmacherbetrieb)
  • Steinbach, August (Schmiedemeister)
  • Reusse, Karl (Schreiner)
  • Wambach, Heinrich (Maler)
  • Wiederhold, Georg (Sattler)

Sonstige Selbständige

  • Dippel, Karl (Kaufmann)
  • Eiffert, Wilhelm (Gastwirtschaft)
  • Giessler, Fritz (Gastwirtschaft und Metzgerei)

Außerdem gab es noch eine Darlehnskasse und einen Ziegenzuchtverein.

Schule nach 1945

Neubeginn

Auch im schulischen Bereich gab es nach dem Krieg einen Neuanfang. Bis eine neue Lehrkraft fest eingestellt war, mussten zu Beginn zeitweise die Kinder in die Schule nach Heßlar. Danach wurde in der Alten Schule an der jetzigen Helderbachstraße in 2 Räumen unterrichtet, wobei für das 1. bis 4. Schuljahr Lehrerin Frau M. Fesenmaier und für das 5. bis 8. Schuljahr Lehrer Heinrich Andreas zuständig waren. Bis es gesetzlich untersagt wurde, war es Anfang der 1950er Jahre durchaus noch üblich, dass beide Lehrkräfte noch zum Rohrstock und Gerte griffen. Mit der Gerte bekamen manche bei "Ungehorsam" von Frau Fesenmaier noch ein paar über die Fingerspitzen. Außerdem konnte es in den ersten Jahren während der Erntezeit vorkommen, dass plötzlich alle Kinder mit dem Bulldog und Anhänger zum Rüben vereinzeln auf den Mittelhof abgeholt wurden. Das war natürlich eine schöne Abwechslung mit der Entlohnung von einer DM am Tag. Damit die Kinder in der kalten Jahreszeit nicht zu frieren brauchten, wurden rechtzeitig vor Schulbeginn die Öfen mit Holz und Kohlen beheizt. Als Autor dieser Zeilen weiß ich noch, dass meine Mutter Dora Lumm als Reinigungskraft für die Schule tätig war und das Anzünden der Öfen auch dazu gehörte. Da ich von 1945 bis 1954 die Volksschule in Melgershausen besuchte, übernahm ich diese Aufgabe manchmal als Ersatz für meine Mutter. Dann immer so ab ca. 7 Uhr, denn der Unterricht begann einheitlich um 8 Uhr.

Kindergarten

In den 40iger Jahren diente der Saal der Gastwirtschaft Eiffert für ein paar Jahre der Kindergärtnerin Anna Gießler (verh. Porbeck) als Kindergarten.

Theateraufführungen und andere Aktivitäten

Anfang der 50iger Jahre studierte Lehrer Andreas mit den Schülern einige Theaterstücke ein, die dann auf der Freilichtbühne am Heiligenberg und auch auf dem Saal der Gastwirtschaft zum Stern (Giessler) für alle interessierten Bürger aufgeführt wurden. Theaterstücke waren: "Des Esels Schatten" und "Eins zu Null für weiße Katze". Der Erlös dieser Veranstaltungen und dem Verkauf vom gemeinsamen „Heidelbeerpflücken“ war der Grundstock für Klassenfahrten mit dem Bus an die Nordsee bei Cuxhaven und im Herbst 1953 nach Marburg, zur Saalburg, Frankfurt (M), Ludwigshafen, Mannheim, Speyer, Heidelberg, Schwäbisch-Hall und Rotenburg o.d.T. Bei Freizeitbeschäftigungen in den 50iger Jahren vor allem für die Jüngeren fuhr man z. B. mit dem Fahrrad nach Lobenhausen und Melsungen zum Schwimmen in der Fulda. Mit dazu gehörte auch das Baden im nahe gelegenen Feuerlöschteich des Nachbarortes Heßlar, der damals noch als Schwimmbad genutzt werden durfte.

Schulgebäude

In alten Aufzeichnungen wird erstmals 1690 eine Schule in Melgershausen erwähnt. Es ist anzunehmen, dass es sich infolge des Dreißigjährigen Krieges (das ganze Dorf war fast abgebrannt) um einen Neubau in der jetzigen Helderbachstraße (vor der Kirche) handelte. In einem Ortsplan von 1803 wird der Schulmeister Schweinsberg im Hausnr. 11 erwähnt, jetzt Melsunger Str. Nr. 3 (Schäfer). Im Jahr 1958 wird in der Straße "Zum Lochfeld" die Neue Schule in einer Feierstunde übergeben. Mit der Schulreform in 1972 wird ein neues Schulsystem eingeführt, die Melgershäuser Kinder fahren nun ab der Grundstufe (1. bis 4. Schuljahr) mit dem Bus zur Mittelpunktgrundschule nach Gensungen und ab dem 5. Schuljahr zur Gesamtschule nach Felsberg und ggf. zu den weiterführenden Schulen nach Melsungen und Kassel. Die alte Schule mit Scheune wurde in 1958 an die Familie Heinrich und Elisabeth Schake verkauft und wird jetzt von den Familien Gebert und von Stümer bewohnt. Die neue Schule in der Straße „Zum Lochfeld“ wurde in 1969 entwidmet und zunächst als Kindergarten auch von Kindern aus benachbarten Orten genutzt. Von 1983 bis 1984 wird das Gebäude dann von Melgershäuser Bürgern überwiegend in Eigenleistung zu einem Dorfgemeinschaftshaus umgebaut. Inzwischen wird es durch einen entsprechenden An- bzw. Umbau auch von der Freiwilligen Feuerwehr genutzt. Deren Gerätschaften waren bis dahin im ehemaligen Lagerhaus der Raiffeisenkasse am Dorfausgang nach Heßlar untergebracht.

Impressionen Schule, Kindergarten, Schwimmen

Ära Christian Stiegel 1933 - 1972

Kurzfassung der Highlights in 40 Jahren

Christian Stiegel im Jahr 1978 (8.11.1906-14.03.1981). Ortsbrandmeister von 1937-1958 und Bürgermeister von 1956-1972
Am 22.06.1966 übergibt Bürgermeister Stiegel an Ortsbrandmeister Georg Rehbein ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug mit der entsprechenden Pumpe. Im Rahmen einer großen Übung werden Fahrzeug und Gerät der Bevölkerung vorgestellt

Christian Stiegel war vor, während und nach dem 2. Weltkrieg einer der wenigen, die sich vorwiegend ehrenamtlich für Melgershausen eingesetzt und verdient gemacht haben. Dies gilt sowohl auf der politischen als auch auf der sportlichen Bühne. Insbesondere galt auch sein Einsatz für den Nächsten bei der Freiwilligen Feuerwehr. Das Amt des Ortsbrandmeisters hatte er von 1937 bis 1958 inne, nachdem er unter seinem Vorgänger Konrad Reusse (1933-1937) sich auch schon aktiv für die Feuerwehr eingesetzt hatte. Unermüdlich stellte er beim Gemeindevorstand Anträge zur weiteren Verbesserung von Ausrüstung und Brandschutz. Bei der Gründung des SV 1945 Melgershausen war er der 1. Vorsitzende von 1945 bis 1964. Zusätzlich begleitete er auch Funktionen im Handball-Sportkreis Melsungen. Mit der Gründung des SPD-Ortsvereins Melgershausen war er von 1945 bis 1970 deren Vorsitzender. Über die Liste der SPD wurde er in 1956 zum Bürgermeister gewählt. Das Amt hatte er bis zur Hessischen Verwaltungsreform im Jahr 1972 inne. Darüber hinaus wirkte er in dieser Zeit auch im Kreistag des politischen Kreises Melsungen und anderen Gremien, wie z. B. als Aufsichtsratsmitglied der Kreis- und Stadtsparkasse Melsungen. In seine Amtszeit als Bürgermeister fallen u. a. die Verlegung der Kanalisation und die Verbesserung der Straßenverhältnisse im Ort, der Bau der Friedhofskapelle, die Anschaffung des 1. Feuerwehrautos, der Schulneubau (später Kindergarten und DGH), der Bau der Umkleidehalle auf dem neuen Sportplatz, um nur einige Aktivitäten hier zu erwähnen. Bei der Errichtung eines Kinderspielplatzes in der Mitte des Dorfes musste die alte Dorflinde, das im Jahr 1749 erbaute alte Backhaus und der bis dahin noch von der Feuerwehr genutzte Feuerlöschteich weichen. Aus Umweltgründen wurde wie überall die Müllabfuhr neu geregelt. Bis dahin verbrannte man einfach den Müll oder kippte ihn am nördlichen Hang des neuen Sportplatzes ab. Heute wird dieser Abfall von 2 Tennisplätzen überdeckt.

SPD-Liste - Gemeinschaftsliste (GL) - Dorfliste (DL)

Bis zum Jahr 1956 wurden die Gemeindevertreter über eine Gemeinschaftsliste (GL) in die Gemeindevertretung gewählt. Johannes Dippel war der letzte Bürgermeister über die GL. Im Jahr 1956 brachte der örtliche SPD-Ortsverein erstmals eine eigene Liste neben der GL bei der Kommunalwahl ein, wobei die aufgestellten Kandidaten der SPD auf Anhieb die Mehrheit aller Stimmen erhielten. Seit dieser Zeit haben alle Kandidaten der SPD-Liste ohne Unterbrechung immer die Mehrheit aller wahlberechtigten Bürger von Melgershausen bekommen. Die SPD stellt seit dieser Zeit den Bürgermeister (Christian Stiegel) und seit 1972 die Ortsvorsteher (Heinrich Arold, Volker Stieglitz und Markus Steinbach. Die Kandidaten der GL (später CDU-Liste und Dorfliste) waren und sind seit 1956 neben der SPD zweite Kraft in Melgershausen. Als herausragende Namen werden für die Listen der GL, CDU und DL stellvertretend für alle anderen Helmut Knuth (Hof Schmidt), Karl Löwer, Ralf Hilgenberg, Käte von Stümer genannt. Wenn es allerdings darum ging, Beschlüsse zu fassen, die im Wesentlichen auf Initiative der SPD eingebracht wurden, sind diese nahezu fast alle immer einstimmig verabschiedet worden.

Gründung SPD-Ortsverein Melgershausen

Während die Industrialisierung ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ungemein an Fahrt gewinnt, gründen sich u. a. der "Allgemeine deutsche Arbeiterverein", die "Sozialdemokratische Arbeiterpartei", die „USPD“ und alternativ hierzu noch die „KPD“. So bildete sich auch in Melgershausen in 1919 ein SPD-Ortsverein, der aber nach wenigen Jahren zum Scheitern verurteilt war. Hier spielten die verschiedenen Strömungen und Meinungen wie überall in Deutschland auch eine Rolle. Heinrich Leimbach, der spätere Ortsdiener bis etwa 1960 mit der Dorfschelle, trat als Erster im Jahr 1919 der SPD bei. In 1926 kamen Christian Stiegel und Heinrich Wenderoth hinzu. Von 1933 bis 1945 ruhte die Arbeit in der SPD. Das Hitler-Regime hatte die Partei verboten. Um insbesondere die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten sowie eine örtliche Basis für die große SPD zu bilden, lebte nach dem 2. Weltkrieg im Jahr 1945 der SPD-Ortsverein Melgershausen mit weiteren Mitgliedern wieder auf. 1. Vorsitzender wurde wieder Christian Stiegel. Ein Generationenwechsel fand dann im Jahr 1970 durch Heinrich Fuchs statt, der das Amt bis 1998 inne hatte. Mit dem Slogan: "Mehr Demokratie wagen" vom damaligen Bundesvorsitzenden Willy Brandt ließen sich seinerzeit auch Heinrich Arold, Kurt Lumm, Heinrich Fuchs (andere folgten nach) begeistern und setzten für die nachfolgenden Jahre neue Maßstäbe. Seit 1998 ist der jetzige Ortsvorsteher Markus Steinbach an der Spitze des SPD-Ortsvereins, der z. Z. 30 eingetragene Mitglieder aufweist. Mit der Gründung des SPD-Ortsvereins wollte man nicht nur eine starke Vertretung für die Arbeitnehmer aufbauen, sondern eine Alternative zur bis dahin nur als einzig bestehenden Gemeinschaftsliste (GL) erreichen. Bis zum Jahr 1956 wurden die Gemeindevertreter über eine GL in die Gemeindevertretung gewählt. Johannes Dippel war der letzte Bürgermeister über die GL. Im Jahr 1956 brachte der örtliche SPD-Ortsverein erstmals eine eigene Liste neben der GL bei der Kommunalwahl ein, wobei die aufgestellten Kandidaten der SPD auf Anhieb die Mehrheit aller Stimmen erhielten. Seit dieser Zeit haben alle Kandidaten der SPD-Liste ohne Unterbrechung immer die Mehrheit aller wahlberechtigten Bürger von Melgershausen bekommen. Die SPD stellt seit dieser Zeit den Bürgermeister und seit 1972 auch den Ortsvorsteher in Melgershausen. Wenn es allerdings darum ging, Beschlüsse zu fassen, die im Wesentlichen auf Initiative der SPD eingebracht wurden, sind diese nahezu fast alle immer einstimmig verabschiedet worden. Mit dem SPD-Mitglied Klaus Stiegel war ein Bürger von Melgershausen von 1984 bis 2008 Bürgermeister der Stadt Felsberg.

Mandatsträger SPD-Ortsverein in 2011

  • Markus Steinbach: Ortsvorsteher
  • Martin Löwer: Stellvertreter Ortsvorsteher und Stadtverordneter Stadt Felsberg
  • Helmut Wenderoth und Helmut Lenz: Mitglieder des Ortsbeirats

Gründung SV 1945 Melgershausen

Die Gründung des Sportvereins (SV) 1945 Melgershausen sollte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges auch für einen symbolischen Neuanfang stehen. 1. Vorsitzender war Christian Stiegel. Obwohl im Jahre 1905 bereits der "Turnverein Gut Heil" gegründet worden war und es seit dem Jahre 1921 auch einen "Arbeiter-Sportverein" gab, wollte man ein Schlussstrich unter die vergangene unselige Zeit ziehen und gründete im Jahre 1945 einen neuen Verein. Am 28. Juni 1946 erteilte dann der Landrat des Kreises Melsungen mit Zustimmung der örtlichen Militärregierung nachträglich die vorläufige, wenig später die endgültige Zulassung. Der SV 1945 Melgershausen spielte in den folgenden Jahren auf Großfeld in der Kreisklasse, mit Unterbrechungen lange Zeit in der Bezirksklasse und galt neben wenigen anderen Vereinen im Handballkreis als Handball-Hochburg. Ab 1964 mit dem Vorsitzenden Herbert Hofmann wurde die Jugendarbeit mit der Einbeziehung der Heßlarer Jugend wieder forciert. Diese Arbeit trug ihre Früchte in 1971, als es bei der A-Jugend um die Hessenmeisterschaft ging. Am 4.9.1971 musste sich die Melgershäuser A-Jugend beim TV Hüttenberg mit 11:18 Toren geschlagen geben und sich mit dem nie für möglich gehaltenen Titel "A-Jugend-Nordhessenmeister" zufriedengeben. Ab den 70iger Jahren spielten die Mannschaften dann in der Halle mit mehr oder weniger wechselnden Erfolgen. Im gleichen Atemzug mit dem Sportverein muss man die von 1957 bis 2007 durchgeführten Schülersternwanderungen [5] in Melgershausen erwähnen. Das waren insgesamt 50 Jahre lang durchgeführte leichtathletische Wettkämpfe und Handball-Turniere für teilweise bis zu 400 Schülerinnen und Schüler aller Vereine des Handball-Sportkreises Schwalm-Eder und später Handball-Bezirk Melsungen-Hersfeld. Langjähriger Organisator bis 2000 war Vereinsmitglied Kurt Lumm, der von 1969 bis 2001 auch als Kreispressewart und Schriftführer im Kreisspielauschuss des Handballkreises Schwalm-Eder mitwirkte. Lumm war außerdem von 1969 bis 1991 als Sportberichter für die Tageszeitung der HNA in Kassel tätig. Mit dem Bau von 2 Tennisplätzen in 1989 im Anschluss an den bestehenden Sportplatz an der Lobenhäuser Str. kam eine neue Sparte Tennis hinzu. Treibende Kräfte waren hierbei Klaus Stiegel, Helmut Lenz, Wolfgang Heckmann und Dieter Diesing.

1954

Am 17. und 18. Juli 1954 wird der neue Sportplatz eingeweiht. Vorher nutzten die Sportler den Sportplatz auf dem heutigen Gelände „An den Brunnenkammern“. Davor teilte man sich mit Heßlar und Brunslar den Platz „An den vier Linden“, an der Straße nach Gensungen unterhalb der Helterbachtalbrücke, dort wo der Weg zum so genannten Balhäuser Graben bzw. Sommerweg nach Neuenbrunslar hinführt.

Vorsitzende

  • Christian Stiegel 1945-1964
  • Herbert Hofmann 1964-1972
  • Klaus Stiegel 1972-jetzt

1953

Im Jahr 1953 beginnt man mit der Verlegung der Kanalisation.

1957

Im Jahr 1957 beginnt der Bau der neuen Schule, die 1958 fertiggestellt und mit einer Feierstunde übergeben wird. Bis 1972 behält sie ihre Funktion, wird dann entwidmet und als Kindergarten bis 1979 genutzt. Danach bauen die Melgershäuser Bürger in Eigenleistung das Gebäude zum Dorfgemeinschaftshaus um. Später wird die Garage zum Feuerwehrgerätehaus umfunktioniert und ein Teil des DGH-Gebäudes dient nach einem Anbau heute der Freiwilligen Feuerwehr außerdem als Schulungs- und Versammlungsraum.

1965

Verlegung des Ehrenmals auf den Friedhof

Im Jahr 1965 wird zur Erinnerung an die Gefallenen und Vermissten der Weltkriege 1914 - 1918 und 1939 - 1945 das neue Ehrenmal auf dem Friedhof eingeweiht. Das aus dem gleichen Grunde im Jahre 1922 in der Mitte des Dorfes errichtete Ehrenmal war baufällig und unansehnlich geworden. Die Inschrift lautet: Den Toten zum Gedächtnis, den Lebenden zur Mahnung. Gott erhalte uns den Frieden. Die Namen der Gefallenen und Vermissten siehe „Gefallene und Vermisste 1. und 2. Weltkrieg. Die Gesamtkosten wurden seinerzeit ca. 3.500 DM aufgebracht. Eine Spendenaktion erbrachte 2.000 DM.

2012

Die neu gestaltete Anlage um das Ehrenmal für beide Weltkriege nach der Fertigstellung im November 2012

Die neue Anlage am Ehrenmal in 2012

Am 11. September 2011 wird durch orkanartige Regenfälle und ungewöhnlich starke Windböen die über 20 m hohe Trauerweide auf dem Friedhof geknickt. Eine grundlegende Neugestaltung der Anlage um das Ehrenmal wird notwendig. Rechtzeitig zum Volkstrauertag am 18.11.2012 wurde die Arbeit rund um das Ehrenmal abgeschlossen. 141 Stunden investierten Helfer vom Verein zur Heimat- und Brauchtumspflege (VHB), vom Ortsbeirat und weiterer Melgershäuser Bürger. Unter der Leitung von Ortsvorsteher Markus Steinbach wurden sie durch Helfer und teilweise auch schwerem Gerät vom städtischen Bauhof unterstützt. Durch eine Spende, die der VHB bei der Kirmesveranstaltung erwirtschaftet hatte, wurden neun Zierkirschen und 15 Buchsbäume gekauft. Die Stadt Felsberg förderte das Projekt mit 3.000 Euro. Die Anlage präsentiert sich jetzt in hellen freundlichen Pflastersteinen. Der Zugang zum Urnengräberfeld ist barrierefrei. Die Bäume verleihen der Anlage jetzt das Aussehen einer kleinen Allee. Vor allem die Natursteinplatten aus dem Jahr 1962 auf dem Weg zum Denkmal waren unansehnlich geworden und durch Unebenheiten nicht mehr sicher begehbar. Hier erweisen sich neben der Friedhofskapelle die neuen Pflastersteine mit der gesamten Anlage dem Friedhofsbesucher nun als ein zusätzlicher Blickfang. Im Anschluss an die Feierstunde zum Volkstrauertag am Sonntag, die von Pfarrerin Susanna Petig mit einem Gottesdienst am 18. November 2012 in der Friedhofskapelle gestaltet wurde, haben die Vertreter von Ortsbeirat und der örtlichen Vereine die Kränze zum Gedenken an die Opfer der Kriege erstmals an der neuen Anlage niedergelegt. Insbesondere wurden hierfür zwei Basaltsteine vor den Ehrenmalen eingebaut.

Hessische Verwaltungsreform 1972

1972

Mit Wirkung vom 1. April 1972 schließt sich Melgershausen freiwillig der Großgemeinde Gensungen an und wird neben Gensungen, Beuern, Hesserode und Heßlar Ortsteil dieser Großgemeinde. Letzter Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Melgershausen war Christian Stiegel. Mit der 1974 in Kraft getretenen Hessischen Vewaltungsreform wird Melgershausen am 1. Januar 1974 Stadtteil von Felsberg, wozu neben den Ortsteilen der bisherigen Großgemeinde Gensungen nun auch Altenburg, Altenbrunslar, Neuenbrunslar, Böddiger, Gensungen, Helmshausen, Hilgershausen, Lohre, Niedervorschütz und Wolfershausen gehören.

Mitglieder der letzten Gemeindevertretung von 1968-1972

  • Bürgermeister: Christian Stiegel
  • 1. Beigeordneter: Heinrich Arold
  • 2. Beigeordneter: Heinrich Fuchs
  • Weitere Gemeindevertreter: Kurt Lumm (Schriftführer), Helmut Knuth, Karl Gießler und Adam Wagner

Der erste gewählte Ortsbeirat vom Ortsteil Gensungen-Melgershausen von 1972-1974

  • Ortsvorsteher: Heinrich Arold
  • Vertreter OV: Kurt Lumm
  • Weitere OB-Mitglieder: Lothar Jähnert, Ernst Schade, Heinz Hester, Anneliese Gräfe (geb. Schmoll, später Eberhard), Helmut Knuth, Karl Löwer und Karl Gießler

1974

Ab 1.1.1974 wird Melgershausen lt. Gesetz Stadtteil von Felsberg. Bis zur Neuwahl im März 1974 wurden die oben aufgeführten Ortsbeiratsmitglieder in der Zeit vom 1.1.1974 bis zum 31.3.1974 als Ehrenbeamte berufen. Nach den Neuwahlen setzte sich dann der Ortsbeirat des Stadtteils Melgershausen nur noch aus 5 statt bisher 9 Ortsbeiratsmitgliedern zusammen.

Der erste gewählte Ortsbeirat vom Stadtteil Felsberg-Melgershausen von 1974-1978

  • Ortsvorsteher: Heinrich Arold
  • Vertreter OV und Schriftführer: Kurt Lumm
  • Weitere OB-Mitglieder: Helmut Knuth, Heinz Hester und Karl Löwer

Der aktuell gewählte Ortsbeirat von Felsberg-Melgershausen von 2011-2016

  • Ortsvorsteher: Markus Steinbach
  • Vertreter OV: Martin Löwer
  • Weitere OB-Mitglieder: Helmut Wenderoth, Helmut Lenz, Ralf Hilgenberg


Ära Heinrich Arold 1972 - 1997

Kurzfassung der Highlights in 25 Jahren

Heinrich Arold (* 24.7.1930). Ortsvorsteher von 1972 bis 1997

Ende der 1960er Jahre vollzog sich allmählich ein Generationen-Wechsel hinsichtlich der Verantwortung, weitere Veränderungen und Verbesserungen in Melgershausen einzufordern und auch durchzusetzen. Den Slogan bzw. Wahlspruch vom damaligen SPD-Vorsitzenden und Bundeskanzler Willy Brandt "Mehr Demokratie wagen" machten sich in den 60iger Jahren viele Menschen zu eigen. So standen seinerzeit Heinrich Arold (*24.07.1930), Kurt Lumm (*10.03.1939) und Heinrich Fuchs (*04.12.1938) für viele nachfolgende Männer und Frauen, die Maßstäbe und neue Impulse im gesellschaftlichen Leben der Dorfgemeinschaft setzen wollten. Nachdem Heinrich Arold bereits in den letzten Gemeindevertretungen mitgewirkt hatte, wurde er als Nachfolger von Bürgermeister Christian Stiegel der erste Ortsvorsteher von Melgershausen von 1972 bis 1997. In seine Amtszeit fallen u. a. die Umgestaltung der ehemaligen Schule (später Kindergarten) zum DGH in 1984, der Bau der Schutz- und Grillhütte in 1981 sowie die Umgestaltung und Erweiterung der bestehenden Friedhofshalle (1993). Durch die beispielhafte Eigenleistung der Melgershäuser Bürger wurden die Gesamtkosten für beide Vorhaben erheblich reduziert und die Baumaßnahmen dadurch überhaupt erst ermöglicht. Im Wesentlichen ist es seiner Initiative und seinem Durchsetzungswillen -mit Unterstützung des gesamten Ortsbeirates- zu verdanken, dass man in 1979 mit der Erschließung neuen Baugeländes "An den Brunnenkammern", "Am Grünen Baum", "Zur Lindenwiese" und später "Unterer Steinacker" beginnen konnte. Innerhalb kurzer Zeit waren die ersten Häuser bezugsfertig. Heute (2010) stehen in diesem Bereich insgesamt 39 neue Häuser, nur wenige Grundstücke stehen noch für Bauwillige zur Verfügung. Wegen Wasserknappheit infolge erhöhten Bedarfs vor allem in Trockenperioden wurden weitere Quellen im Einzugsgebiet des Freitagsbaches erschlossen, die für eine dauerhafte und ausreichende Versorgung der Bürger ausreichte. Später entschloss man sich, insbesondere auch weil umfangreiche Reparaturarbeiten an der Pumpstation erforderlich waren, sich dem Wasserverband Gruppenwasserwerk Fritzlar-Homberg (Efze) anzuschließen. Der Hochbehälter (Wasserspeicher seit 1929) am neuen Sportplatz blieb weiter intakt und kann notfalls mit der übrigen Hauptleitung im Dorf verbunden werden. Melgershausen nahm auch am Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden " teil.

Wirken als Schöffe

Sein Sachverstand und seine objektive Betrachtungsweise waren mit ausschlaggebend für seine Tätigkeit als Schöffe beim Amtsgericht Kassel in den Jahren 1985-1988. Seit 1995 bringt er seine Erfahrung und seinen Rat als Ortsgerichtsschöffe beim Ortsgericht Gensungen ein.

Wirken im Sportverein

Arold hat sich seit frühester Jungend dem Handballsport verschrieben. So übernahm das heutige Ehrenmitglied des SV 1945 Melgershausen außer seiner aktiven Handballzeit auch Verantwortung im Sportverein. Er setzte als Fachwart für Handball Maßstäbe im SV 1945 Melgershausen. In sein Wirken als Leiter der Sparte Handball von 1964-1975 fallen beachtliche Erfolge der 1. und 2. Männermannschaft vor allem im Großfeldhandball. In der Alt-Herren Abteilung, mit der er seit 1972 bis in die 90iger Jahre sportliche und private Treffen mit dem CHC-Berlin (Charlottenburger Handball-Club) pflegte, ist er heute noch aktiv. Die Begegnungen mit den Berlinern fanden in turnusmäßiger Folge sowohl in Berlin als auch in Melgershausen statt. Seit 1979 koordiniert er als Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft gemeinsame Veranstaltungen der hiesigen Vereine.

Amt und Mandat

Heinrich Arold war vom 1.11.1964-31.10.1968 Gemeindevertreter, vom 1.11.1968 - 31.3.1972 1. Beigeordneter, vom 1. 4.1972 - 31.10.1972 Ortsbeiratsmitglied, vom 1.11.1972 - 14.4.1997 Ortsvorsteher in Melgershausen. Gleichzeitig war er vom 1.11.1972 - 31.12.1973 Gemeindevertreter der Großgemeinde Gensungen und vom 1.1.1974 - 31.3.1974 beamteter Stadtverordneter der Stadt Felsberg. Vom 1.1.1985 - 31.12.1988 bekleidete Arold das Amt als Schöffe beim Amtsgericht Kassel. Seit dem 1.4.1995 ist Arold als Ortsgerichtsschöffe beim Otsgericht Gensungen tätig. Im Sportverein 1945 Melgershausen wirkte er von 1964 - 1970 als Spartenleiter Handball. In 1979 wurde er Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Melgershausen (VGM).

1979

In 1979 gründen die Vorsitzenden der Melgershäuser Vereine die Vereinsgemeinschaft (VGM) u. a. mit dem Ziel, in der Lehmkaute eine Grillhütte zu errichten. Zu deren Finanzierung richten die Mitglieder aller Vereine über mehrere Jahre die Kirmes in Melgershausen aus. Mit den Erlösen dieser Veranstaltungen wurde dann die Grillhütte in Eigenleistung errichtet und im Jahr 1981 eingeweiht.

1984

In den Jahren 1983 und 1984 bauen die Melgershäuser überwiegend in Eigenleistung das zuletzt als Kindergarten genutzte ehemalige Schulgebäude zu einem Dorfgemeinschaftshaus um.

1993

Spende für Fensterbau der Friedhofskapelle

In 1993 wird die umgebaute Friedhofskapelle eingeweiht. Dabei wurde die alte Friedhofskapelle in den Erweiterungsbau integriert. Viel Fleiß und großes persönliches Engagement eines jeden Einzelnen ließen eine bei der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) gereifte Idee zur Wirklichkeit werden: Mit Kaffee und selbstgebackenem Kuchen, bei kleinen, innerörtlichen Festen gereicht, sowie einem Weihnachtsbasar brachten die Frauen die stolze Summe von mehr als 3000 DM zusammen. Das Geld wurde von Vorsitzender Waltraud Fuchs an Ortsvorsteher Heinrich Arold als zweckgebundene Spende überreicht. Damit konnte ein bleiverglastes farbiges Fenster im Wert von 3.819 DM angeschafft werden, das nunmehr seit der Einweihung in 1993 die Friedhofskapelle ziert.

1986

Das Wohnhaus Mark wird auf Anordnung der Landeskonservatorin im Jahr 1986 abgetragen und maßstabsgerecht im Hessenpark wiederaufgebaut (siehe Foto). Künftige Generationen können es dort mit anderen alten hessischen Gebäuden weiter besichtigen. Das Haus war Sitz der Försterei, ehe es im Dreißigjährigen Krieg um 1640 mit vielen anderen Gebäuden abbrannte und 1679 wieder erbaut und weiter als Försterei genutzt wurde. Ab etwa 1820 wurde das Gebäude als Wohnhaus genutzt, und zwar von der Familie Schäfer (bis 1842), die sich später Scheffer nannte, und der Familie Mark (1842 bis 1986).

1990

Der Sportplatz verändert sein Gesicht durch die Fertigstellung der Tennisanlage. Am 8. Juni 1990 feiern die Tennisfans die Eröffnung.

Impressionen

Die 850 Jahr-Feier 2001

Überreichung Freiherr-vom-Stein-Urkunde

Der Felsberger Stadtteil Melgershausen veranstaltete über Pfingsten 2001 seine 850-Jahrfeier. Regierungspräsidentin Oda Scheibelhuber überreichte aus diesem Anlass die „Freiherr-vom-Stein-Urkunde“ an Bürgermeister Klaus Stiegel und Ortsvorsteher Volker Stieglitz. Anpacken und gemeinsam etwas auf die Beine stellen, das bezeichnete die Regierungspräsidentin als Kennzeichen einer funktionierenden Dorfgemeinschaft. Ein dauerhaftes Zusammengehörigkeitsgefühl wünschte Landrat Hasheider. Und genau dadurch zeichnete sich das Zusammenleben in Melgershausen an diesem Festwochenende aus: Mehr als 100 freiwillige Helfer aus allen Vereinen und Bevölkerungsschichten, über 120 Kuchen - spendiert zum Festsonntag – das waren herausragende Zahlen, die immer wieder zu hören waren.

Gemeinsam Erreichtes

Aber auch der Rückblick auf die jüngste Vergangenheit war von diesen Attributen gekennzeichnet: Beim Umbau des ehemaligen Kindergartens zu einem Dorfgemeinschaftshaus, beim Bau der Grillhütte und der Tennisplätze und bei der Erweiterung der Friedhofskapelle hatten die Melgershäuser in den letzten Jahren beachtliche Eigenleistung erbracht. So war es denn auch selbstverständlich, dass der Festausschuss ein großes Programm auf die Beine gestellt hatte. Neben den vielen Möglichkeiten, gemeinsam zu feiern, stellte der stehende historische Festzug den Höhepunkt dar: Vom Besenbinder, einem alten Bauernwebstuhl, auf dem ein Teppich gefertigt wurde, über die Ausstellungen von vergangener Brautmode und Taufkleidchen bis hin zu Oldtimern, Kaninchen zum Kuscheln und einem Durstlöschzug der Feuerwehr hatte man sich einiges einfallen lassen. Großes Interesse fanden auch die präsentierten alten Fotos und die alten Familienbibeln.

Urkunde vom 31. August 786 war Fälschung

Eigentlich hatten die Melgershäuser bereits im Jahr 1986 das 1200jährige Bestehen feiern wollen. In einer Urkunde, die ein Datum aus dem Jahr 786 trug, wurde Melgershausen als ein markanter Grenzpunkt der Pfarrei Grebenau dargestellt. Allerdings ist diese Urkunde von 786 eine Fälschung, weil der darin genannte Abt Buno erst um 820 bis 840 Abt des Klosters Hersfeld war. Tatsächlich sind dann nach der Urkunde des Jahres 1057 die Kirche und das Dorf Grabanowa (Grebenau) Eigentum des Klosters Hersfeld. In dieser Urkunde steht u.a.: Karl der Große schenkt dem Kloster Hersfeld die Kirche in Grebenau mit allem Zubehör. Mit Ausnahme von Melgershausen und Albshausen, die 1057 bzw. 1100 zuerst auftraten, sind die ähnliche Dörfer nicht vor dem 12. Jahrhundert nachzuweisen. Sie sind kaum in die vorkarolingische Periode vorzuweisen. Wie Grebenau als "Grabanowa" wird Melgershausen erstmals im Jahr 786 als "Medelhereshuson" erwähnt. Wenn auch das Wetter beim echten Jubiläum zu wünschen übrig ließ. Die Melgershäuser haben ihr Fest gefeiert und sind dabei in ihrer Dorfgemeinschaft noch einmal ein gutes Stück näher zusammengerückt

Urkunde aus dem Jahr 1151

Echt ist dagegen die Urkunde aus dem Jahr 1151, in welcher der Ort erstmals als Medelhereshusen erwähnt wird.

Besuch der Familien Bob und Ron Bobel aus USA

Groß war die Zahl der Festbesucher. Sogar aus den Vereinigten Staaten waren die Familien Bob Bobel mit Ehefrau Sharon und sein Bruder Ron mit Ehefrau Donnita (Donnie) angereist, die via Internet festgestellt hatten, dass die Wurzeln ihrer Familien in diesem kleinen Ort am Fuße des Quiller und Heiligenberg zurückreichen. Im Jahr 1853 waren ihr Ur-, Urgroßvater Conrad Bobel und seine Ehefrau Frederike, geb. Pflueger, nach USA ausgereist. Deren Nachfahren, die Familie Bob Bobel lebt heute in einem schmucken Backsteinhaus zusammen mit der Familie ihres Sohnes Rob, dessen Ehefrau Sarah und deren Töchter Grace und Mollie in Westerville, Ohio. Die Familie Ron Bobel wohnt in der Nähe ihres Sohnes Eric und Tochter Kristi in Mobile County, Alabama. Kristi hat zwei Mädchen und einen Jungen. Ron Bobel befasst sich mit der Familiengeschichte der Bobel' s.

Begegnung in der alten und neuen Heimat

Die Entdeckung Amerikas in 1492 durch Christoph Columbus muss wohl damals auch die Familie Conrad Bobel zur Auswanderung nach Amerika bewogen haben. Das beweisen die Recherchen seiner Nachfahren aus Amerika in den Jahren nach 1990. Anlass war eine Suchmeldung im Internet von Ron Bobel aus den USA, der in alten Briefen und Unterlagen feststellte, dass ihre Familie ihren Ursprung in Melgershausen haben musste. Walter Flechtner aus Melgershausen nahm Verbindung zu dieser Adresse auf. Die weiteren Nachforschungen ergaben dann tatsächlich den Bezug auf Melgershausen. Anlässlich der 850-Jahr Feier in 2001 wurden dann die Familien Ron und Bob Bobel nach Melgershausen eingeladen. Nach ihren eigenen Angaben schwärmen sie noch heute von ihren Gastgebern in Melgershausen, die aus ihrer Sicht wunderbare Botschafter ihres Landes waren. Daraus entstand dann eine weitere Begegnung 2002 in USA mit Ilona und Klaus Stiegel (damals noch Bürgermeister der Stadt Felsberg), Rosemarie und Walter Flechtner, Jenny (geb. Flechtner) und Andreas Schübel, Karla und Herbert Hofmann.

Impressionen 850 Jahr-Feier

2010

In den Jahren 2008 bis 2012 werden im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms des Landes Hessen die Straßen erneuert und Melgershausen erhält neue Bürgersteige.

Mitglieder im Ortsbeirat von Melgershausen

2011 bis 2016

  • Ortsvorsteher: Markus Steinbach
  • Vertreter OV: Martin Löwer
  • Weitere OB-Mitglieder: Helmut Wenderoth (Schriftführer), Helmut Lenz (Stellvertreter Schriftführer), Ralf Hilgenberg bis 8.2.2013, danach Hans-Joachim Schmidt

2016 bis 2021

  • Ortsvorsteher: Markus Steinbach
  • Vertreter OV: Martin Löwer
  • Weitere OB-Mitglieder: Alexander Lenz (Schriftführer), Helmut Lenz (Stellvertreter Schriftführer), Anja Stahl

Mitglied im Magistrat der Stadt Felsberg

  • Klaus Albert bis 2016

Mitglied der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Felsberg

  • Martin Löwer bis 2016

Gewerbebetriebe 2010 in Melgershausen

  • Tischlerei und Schreinerei Karl und Rudi Reusse
  • Autohaus und Kfz-Werkstatt Meinhard Poniewaß
  • Ingenieurbüro Otto Beerenwinkel
  • Kaufmann Volker Dippel
  • Gastwirtschaft Helmut und Lottchen Giessler

Vereine 2010 in Melgershausen

  • VGM - Vereinsgemeinschaft Melgershausen, Vorsitzender: Wolfgang Heckmann
  • Freiwillige Feuerwehr Melgershausen, Vorsitzender: Helmut Wenderoth, Wehrführer: zurzeit vakant, Stellvertreter Wehrführer: Stephan Werner, Jugendfeuerwehrwartin: Ilona Werner
  • SV 1945 Melgershausen, Vorsitzender: Klaus Stiegel
  • SPD Ortsverein Melgershausen, Vorsitzender: Markus Steinbach
  • VdK Ortsverband Melgershausen, Vorsitzender: Wolfgang Heckmann
  • VHB - Verein für Heimat- und Brauchtumspflege Melgershausen e.V., Vorsitzender: Matthias Icke

Namen der Amtsträger

Greben (Dorfvorsteher) ab 1645 - 1834

  • 1645 Schmidt, Johannes
  • 1691 Schmidt, Cyll
  • 1705 Schmidt, Johannes
  • 1736 Schmidt, Johann-Michael
  • 1753 Schmidt, Cyriakus
  • 1786 Schmidt, Johannes
  • 1822 Schmidt, Johann-Henrich

Bürgermeister 1834 - 31.03.1972

  • 1834 Schmidt, Johann-Henrich
  • 1845 Kothe, Johannes
  • 1854 Neumann, Heinrich
  • 1859 Schmidt, Heinrich
  • 1869 Mark, Johannes
  • 1910 Dünzebach, Friedrich
  • 1919 Gießler, Heinrich
  • 1925 Mark, Karl
  • 1930 Dünzebach, Heinrich
  • 1945 Griesel, Johannes
  • 1948 Dippel, Johannes
  • 1956 Stiegel, Christian


Ortsvorsteher ab 01.04.1972

Mit Wirkung vom 1. April 1972 schließt sich Melgershausen freiwillig der Großgemeinde Gensungen an und wird neben Gensungen, Beuern, Hesserode und Heßlar Ortsteil dieser Großgemeinde. Letzter Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Melgershausen war Christian Stiegel. Mit der 1974 in Kraft tretenden Hessischen Verwaltungsreform wird Melgershausen am 1. Januar 1974 Stadtteil von Felsberg, wozu neben den Ortsteilen der bisherigen Großgemeinde Gensungen nun auch Altenburg, Altenbrunslar und Neuenbrunslar, Böddiger, Gensungen, Helmshausen, Hilgershausen, Lohre, Niedervorschütz und Wolfershausen gehören.

  • 1972 - 1997 Heinrich Arold
  • 1997 - 2006 Volker Stieglitz
  • 2006 - jetzt Markus Steinbach

Zuständige Pfarrer bzw. Pastoren ab 1527

  • 1527 Clangwert (um 1527 als Pfarrer ernannt)
  • 1542 – 1556 Conradus (Pastor, alter verlebter Mann, der sich in Heßlar und Melgershausen durch den Felsberger Schulmeister vertreten lässt)
  • 1556 – 1594 Winter (Hybernius)
  • 1594 – 1606 Vogtmann, Simon
  • 1605 – 1617 Junius (Jungk), Johannes
  • 1622 – 1635 Geisel (ius), Conrad
  • 1624 – 1632 Germershausen, Valentin
  • 1636 – 1661 Seuring, Christian
  • 1661 – 1685 Reuter, Heinrich
  • 1685 – 1725 Reuter, Johannes
  • 1725 – 1737 Bickel, Johannes-Justus
  • 1738 - 1745 Kessler, Hermann-Gotthard
  • 1745 – 1782 Hüpeden, Johannes-Georg
  • 1782 – 1823 Sandrock, Kaspar-Friedrich
  • 1823 – 1831 Sandrock, Ernst-Ludwig
  • 1831 – 1842 Schmidt, Gottlieb
  • 1842 – 1865 Scheuch, Karl-Hermann
  • 1854 – 1861 Theis, Friedrich
  • 1861 – 1865 Anding, Heinrich-Ludwig
  • 1865 – 1876 Langheld, Georg-Gottfried
  • 1876 – 1887 Iffland, Julius
  • 1897 – 1898 Faulhaber, Heinrich
  • 1899 – 1911 Heussner, Rudolf-Karl
  • 1912 – 1931 Hebel, Georg-Ludwig
  • 1931 – 1961 Rudolff, Ernst
  • 1962 – 1973 Krommes, Friedrich-Justus
  • 1973 – 1979 Weber, Manfred
  • 1973 – 1975 Prädikant Otto, Dieter
  • 1973 – 1984 Prädikant Geßner, Hermann
  • 1980 – 1982 Umbach, Irene (vormals Schmidt)
  • 1983 – 1995 Möller, Peter
  • 1984 – 1990 Zwenger, Reiner
  • 1991 – jetzt Petig, Susanna

Lehrer ab 1633 - 1969

  • 1633 Oesterling, Daniel
  • 1661 Kegel, Jakob
  • 1666 Peter, Johann-Hermann
  • 1683 Räuber, Jörge
  • 1685 Schaub, Konrad
  • 1710 Koch, Johannes
  • 1734 Herwig, Joes
  • 1761 Bohne, Johannes-Heinrich
  • 1763 Schweinsberg, Heinrich
  • 1785 Schweinsberg, Heinrich (87 Jahre gest. 1827)
  • 1827 Neumann, Konrad
  • 1861 Jungermann, Heinrich
  • 1869 Markert, Johannes-Karl
  • 1887 Ditmar, Friedrich
  • 1898 Hopf, Wilhelm
  • 1899 Bettenhausen, Konrad
  • 1928 – 1942 Beyer, Paul
  • 1942 – 1944 Baumann, Scherz, Thauer, Christ, Götz (kriegsbedingte Vertretungen)
  • 1944 Müller
  • 1945 Bär
  • 1946 – 1948 Gunia, Alfred und Markolf, Heinz
  • 1947 – 1955 Fesenmaier, Maria
  • 1948 – 1954 Andreas, Heinrich
  • 1954 Engel
  • 1954 - 1956 Nickel, Horst
  • 1958 Umzug in die neue Schule (später als Kindergarten, danach als DGH genutzt)
  • 1955 – 1969 Lindow, Nora
  • 1969 Ende der Volksschule in Melgershausen und Einschulung der Kinder in die Mittelpunktgrundschule nach Gensungen

Förster ab 1569 - 2004

Die Revierförsterei von Melgershausen unterstand im Verlauf der letzten vier Jahrhunderte abwechselnd den Forstinspektionen Söhre und Habichtswald sowie den Forstämtern Spangenberg und Melsungen. Umbenennung der Revierförsterei Melgershausen und Vergrößerung der Fläche durch Neustrukturierung der Forstämter zum 1. Januar 2005 in Revierförsterei Altenbrunslar. Das Forsthaus Melgershausen wurde im Dezember 2002 verkauft. Sitz der Revierförsterei ist ab 1. Dezember 2005 das Forsthaus in 34302 Guxhagen-Wollrode, Kohlenstraße 35. Die Namen der folgenden Oberförster und Förster mit Zuständigkeit für Melgershausen, die zumeist auch ihren Wohnsitz im Ort hatten, sind urkundlich erwähnt.

  • 1569 Erwähnung eines Försters von Melgershausen ohne Namensnennung
  • 1584 Prüsssing (Prissing oder Prüssingk), Förster zu Melgershausen
  • 1600 Wendel, Hans (Quillerförster von Melgershausen und Cartause)
  • 1604 Große, Helwig, Förster zu Melgershausen
  • 1639 Große (Groiße), Curt wird hier hier erwähnt
  • 1641 + 1643 Wicke, Heinrich (wird auch als Quillerförster von Melgershausen genannt)
  • 1653 + 1667 Wissel (Wißel), Johannes wird auch Quillerförster genannt)
  • 1677 – 1692 Wissel Hartmann (findet als Förster zu Melgershausen mehrfache Erwähnung)
  • 1698 + 1725 Gundelach, Heinrich (als hochfürstlicher Förster von Melgershausen benannt)
  • 1725 + 1759 Grebe, Johann-Ludwig (als hochfürstlicher Förster erwähnt, Jahr 1725 ist ca.)
  • 1755 – 1794 Ide, Johann-Heinrich (der reitende Oberförster von Melgershausen)
  • 1794 – 1818 Grau, Heinrich-Wilhelm, Oberförster von Melgershausen (bekannt durch den Wolfstein im Kessel – hier wurde der letzte Wolf geschossen -)
  • 1818 - 1822 Giese, Heinrich (der gehende Förster von Melgershausen
  • 1822 - 1845 Grau, Wilhelm-Heinrich-Adolf (bekannt als der reitende Förster zu Melgershausen)
  • 1845 – 1860 Ide, Christian-Ludwig
  • 1862 – 1887 Faber, Wilhelm-Karl (mindestens bis 1887)
  • 1890 – 1896 Lorge (mindestens bis 1896)
  • 1907 vom Hof
  • 1911 Hawlitschky
  • 1911 – 1914 Brüning (bis ca. 1914 Förster)
  • 1914 – 1925 Scherfke (ab ca. 1914 Förster)
  • 1925 – 1942 Lietz, Arthur
  • 1942 – 1944 kriegsbedingte Vertretungen zumeist aus Altenbrunslar
  • 1944 – 1946 Korsch, Josef
  • 1946 – 1947 Damaschke, Willi
  • 1947 Neumann, Otto
  • 1947 – 1948 Wagner
  • 1948 – 1966 Gleim, Karl
  • 1966 – 1977 Scherf, Fritz
  • 01.05.1977 – 31.03.2002 Lehmann, Klaus (Forstamtmann)
  • 01.04.2002 – 31.12.2004 Umbach, Jürgen (Forstoberinspektor)
  • Ab 01.01.2005 Revierförsterei Altenbrunslar
  • 01.01.2005 – 30.11.2005 Katzmann, Peter (kommissarisch, Forstoberinspektor)
  • 01.12.2005 – jetzt Grebe, Jens (Forstamtmann)

siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Quelle: Stadt Felsberg, Ordnungsamt

Autor der Seite: --Kurtlumm

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