Medizin-Uni

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Klinikum Kassel aus der Luft

Die Einrichtung einer Medizin-Uni in Kassel ist ein Projekt der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH). An ihrem Kasseler Klinikum soll in Kooperation mit der Universität im englischen Southampton ein zweisprachiges, fünfjähriges Medizinstudium möglich sein. Ursprünglich sollte es bereits im Oktober 2010 losgehen. Allerdings stand am 9. Juli 2010 fest, dass eine zustimmende Mehrheit im Aufsichtsrat der GNH nicht zustande kommen wird [1]. Am 8. Dezember 2010 entschloss sich der Aufsichtsrat, nachdem in den folgenden Monaten die Zustimmung immer mehr angewachsen war [2], dann doch dazu, noch einmal über das Projekt nachzudenken. Die Mitglieder gaben dafür dem GNH-Vorstand den Auftrag, eine neue Beschlussvorlage für das Projekt zu erarbeiten. Auf deren Grundlage soll dann diskutiert und abgestimmt werden. Im Februar 2011 soll nach dem Willen des Aufsichtsratsvorsitzenden und Kasseler Bürgermeister Jürgen Kaiser (SPD) die Entscheidung fallen [3] [4] [5] [6]. Der Aufsichtsrat der Gesundheit Nordhessen Holding (GNH) hat am 9. März 2011 mit breiter Mehrheit die Gründung der Medizin-Uni beschlossen [7] [8]. Sie soll den Namen Kassel School of Medicine erhalten.


Das Konzept

  • Das Studium dauert für die Studenten nur fünf statt sechs Jahre, wie ein reguläres Studium in Marburg oder Göttingen.
  • Die ersten beiden Jahre studieren die angehenden Ärzte an der Uni in Southampton, dann folgen drei Jahre klinische Ausbildung in Kassel.
  • Das Studium kostet 12.000 Euro pro Jahr und ist damit deutlich teurer als ein Studium in Marburg oder Göttingen. Im sechsten Jahr arbeiten die Kasseler Medizinstudenten aber bereits als bezahlte Ärzte und holen damit die höheren Studiengebühren schon in einem Jahr locker wieder rein.
  • Das englische Medizinstudium ist in Deutschland anerkannt. Wenn die Absolventen ihre englische Full Registration erhalten haben, ist damit die volle Approbation bei uns möglich.
  • Einrichtungen und Angebote der Uni Kassel werden von den Medizinstudenten mitgenutzt. [9]


Gründe für die Uni

Alle Krankenhäuser haben im Jahr 2010 bereits Probleme, gut ausgebildete Ärzte zu finden. GNH und Klinikum setzen darauf, dass viele der künftigen Studenten nach ihrem Abschluss in Kassel bleiben. Zudem würde das führende nordhessische Krankenhaus zur Uniklinik. Das macht das Kasseler Klinikum attraktiv für hoch qualifizierte Chefärzte, die in Forschung und Lehre tätig sein wollen. Um mangelnde Nachfrage nach den Studienplätzen muss sich niemand sorgen. In Deutschland gibt es vier bis fünf Bewerber auf jeden Medizin-Studienplatz. An der Partner-Uni in Southampton kommen auf einen Studienplatz sogar annähernd 20 Bewerber.


Der Widerstand

  • Kommunalpolitiker von SPD und Grünen, die im Aufsichtsrat auf der Arbeitgeberseite sitzen, tun sich schwer mit einer Privatuniversität und der hohen Studiengebühr von 12.000 Euro jährlich.
  • Zudem hat über lange Zeit die Ärzteschaft nicht geschlossen hinter dem Plan gestanden. Chefärzte befürchten den Verlust ihrer Professoren-Titel, wenn medizinische Hochschulen wegen einer neuen Konkurrenz-Uni in Kassel ihre außerplanmäßigen Professuren widerrufen. Mittlerweile haben aber immer mehr ihre Unterstützung zugesagt.
  • Andere leitende Ärzte verweisen darauf, dass man bereits am Ende der Kapazität arbeite und fürchten weitere Arbeitsbelastungen durch die Ausbildung von künftigen Medizin-Studenten.


Quellen und Links

  1. Aus HNA.de vom 9.7.2010: Klinikum scheitert mit Medizin-Uni
  2. Aus HNA.de vom 7.8.2010: Neuer Anlauf für Medizin-Uni in Kassel
  3. Aus HNA.de vom 8.12.2010: Neuer Anlauf zur Gründung einer Medizinhochschule am Kasseler Klinikum
  4. Aus HNA.de vom 5.12.2010: Erneuter Anlauf für Medizin-Uni in Kassel
  5. Aus HNA.de vom 5.12.2010: Medizinhochschule in Kassel: Uni will mit Klinikum kooperieren
  6. Aus HNA.de vom 6.12.2010: Kommentar zur Medizin-Uni in Kassel
  7. Aus Hna.de vom 9.3.2011: Große Mehrheit: Medizin-Uni in Kassel soll nun doch kommen
  8. Aus HNA.de 9. März 2011: Kommentar: Ein großer Gewinn - Jörg Steinbach über die Medizin-Uni
  9. Aus HNA.de vom 12.3.2010: Uni-Klinik sorgt für Ärzte-Nachwuchs