Maximilian Freiherr von Ditfurth

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Maximilian Freiherr von Ditfurth wird 1830 zum ersten Ehrenbürger Kassels ernannt. Foto: Stadtarchiv Kassel

Maximilian Freiherr von Ditfurth (* 10. Mai 1806 in München; † 8. August 1861 in Marburg) war Offizier und Militärwissenschaftler sowie der erste Ehrenbürger der Stadt Kassel. Ihn zeigt das nebenstehende Foto des Stadtarchivs Kassel.

Der Vater von Maximilian von Dithfurth, Freiherr Karl von Ditfurth, war kurz zuvor aus den militärischen Diensten des hessischen Kurfürsten entlassen worden und nach Bayern übergewechselt. Er fiel während des Volksaufstands in Tirol, als Maximilian gerade drei Jahre alt war. Seine Mutter entkam den Aufständischen nur schwer verletzt. Maximilian wurde am Hof des bayerischen Königs in München erzogen und ging 1823 nach Kassel, um sich hier dem Garde-Jäger-Bataillon anzuschließen.

Nach fünf Jahren nahm er seinen Abschied, heiratete, ließ sich mit 24 Jahren zum Hauptmann der der neu errichteten Bürgergarde wählen und genoss die damit einhergehenden Ehrenbürgerrechte der Stadt.

Am 18. November 1830 wurde Maximilian Freiherr von Ditfurth die Ehrenbürgerwürde der Stadt Kassel verliehen.

Doch es drängte den jungen Maximilian bald wieder zur Armee. Seine Stelle in der Bürgergarde gab er auf, wurde 1836 Premier-Leutnant. Gleichzeitig beschäftigte er sich mit mit wissenschaftlichen Abhandlungen über die Militärgeschichte. Er verfasste Aufsätze in Zeitungen und Zeitschriften, schrieb auch eine Biografie über seinen Vater. Seine Zeitgenossen beurteilten diese Abhandlungen fast durchweg positiv, sahen sie als von "größter Pünktlichkeit und Treue, verständiger und gründlicher Einsicht" geprägt.

Im Familienleben hatte Maximilian nicht nur Glück. Zwei seiner Söhne starben früh, die beiden anderen eiferten ihrem Vater nach und traten ins österreichische Militär ein. Als Maximilian Freiherr von Ditfurth an einem Magenleiden erkrankte, an dem er auch starb, verfasste er für seine Söhne ein Testament, dem er als Leitspruch den Satz "Tue recht und scheue niemand" hinzufügte; ein Leitmotiv, das den Mann, der Zeit seines Lebens versucht hatte, nach Werten wie Treue, Ehre, Hilfsbereitschaft, Offenheit und Ritterlichkeit zu streben, geprägt hatte.

Nach seinem Tod am 8. August 1861 in Marburg verfasste der damals bekannte Major Pfister am 14. August 1861 folgenden Nachruf: "Mit 24 Jahren schon wurde dieser Mann der hohen Ehre teilhaftig - ein Beweis, wie hoch man sein energisches Durchgreifen in den Unruhen der Biedermeierzeit einschätzte. Ditfurths Name ist heute kein Begriff mehr, auch seine militärwissenschaftlichen Werke sind längst veraltet - zu seiner Zeit jedoch war er ein Repräsentant des zu Ende gehenden Absolutismus, eine feste Stütze eines Regiments, das nach einem Menschenalter dann endgültig zu Ende ging."

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