Matthias Weete

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Matthias Weete (1651 - 1739) war Pfarrer und Astronom und gilt heute als ein großer Sohn Breunas.

Nach ihm wurde in Breuna die Matthias Weete - Straße benannt.

Leben und Werk

Matthias Weete wurde am 24. Februar 1651 als Sohn von Johannes Weete und seiner Ehefrau Elisabeth, geb. Kepper geboren.

Der Breunaer Pfarrer Georg Kersting, sein späterer Schwiegervater, soll seine Begabung erkannt und ihn zur Kasseler Gelehrtenschule gebracht haben.

Ab 1673 gab er für 66 Jahre den "Hessischen Schreib-, Märkte- und Chroniken-Kalender" heraus. In dessen Anhang behandelte Weete auch besondere astronomische Ereignisse, wie Sonnen- oder Mondfinsternisse.

Nach dem Studium an der Universität Marburg wurde er 1690 Pfarrer in Breuna. Hier heiratete er kurze Zeit später Elisabeth Kersting und nach deren Tod am 22.08.1728 noch mit 78 Jahren seine zweite Ehefrau, Margarete Magdalena Schrecker, eine Tochter des damaligen Pfarrers aus Oberelsungen. Aus dieser Ehe ging Tochter Anna Martha hervor, die am 17.06.1730 geboren wurde.

Als Pfarrer bewirtschaftete er 20 Acker Land, zwei Acker Wiese und vier Acker Garten, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Aus seiner langjährigen Pfarrtätigkeit in Breuna ist überliefert, dass Pfarrer Weete das baufällig gewordene Pfarrhaus abreißen und in den Jahren 1711 – 12 ein neues erbauen ließ. 1725 stellte er ein umfassendes Grundregister der Pfarrei auf und legte auch ein Familien-Register für die Gemeinden seines Kirchenspiels an, in dem 318 Familien verzeichnet waren.

Im Jahre 1702 verfasste er ein Buch über das „Hochadelige Malsburgische Almosenwerk zu Breuna“. Es wird vermutet, dass die Familie von der Malsburg dem begabten und gewissenhaften jungen Mann auch die Pfarrstelle in Breuna, ihrem Patronat, zuerkannt hatte.

Im folgenden Jahr 1703 verfasste Matthias Weete eine Landgraf Carl gewidmete astronomische Schrift über die Bewegung der Himmelskörper, ein durchaus anerkanntes Werk, das in der Landesbibliothek Kassel erhalten geblieben ist.

Matthias Weete starb nach fast 50-jähriger Amtstätigkeit am 14. Juli 1739 im Alter von 88 Jahren und wurde auf dem Friedhof in Breuna beigesetzt.

Literatur

  • August Hartmann, Matthias Weete (1651-1739), in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2001, S. 45 ff.

siehe auch

Wussten Sie schon ...

... dass Pfarrer Matthias Weete in seinen Aufzeichnungen berichtet: „Dass 1706 in Breuna keine Konfirmation gehalten wurde, weil die Eltern wegen des Lesestreites, den die Gemeinde mit dem Schulmeister und gegen mich, den Pfarrer, so boshaftig angefangen und beim Fürstlichen Consistorium getrieben - auch die Kinder nicht dem Schulmeister zu geführte - sich keiner Ordnung unterwürfig zu machen, so dahin leben?“ Weiter heißt es: „Warlich aber leyder! Ein erbärmlicher Zustand!“

Helmut Deuermeier, Breuna