Martin Luther

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Lutherstube auf der Wartburg

Der Augustinermönch Martin Luther, geboren am 10. November 1483, gestorben am 18. Februar 1546 - jeweils in Eisleben - war theologischer Urheber der Reformation und zugleich einer ihrer bedeutenden Lehrer.

Lutheraner

"In Wittenberg spielte die theologische Musik der Lutheraner und in Kassel die politische", diese Auffassung vertritt Hans-Dieter Stolze in seinem Buch „Die Lutheraner in Kassel - Ein Stück Stadt- und Kirchengeschichte“. Stolze: "Martin Luther war der geistliche Vordenker und Philipp der Großmütige der politische." Mit dem hessischen Landgrafen Philipp, der nicht nur Luther, sondern auch den Reformator Melanchthon kennengelernt hatte und von dem Luther einmal gesagt hat, er "glühe geradezu für das Evangelium", wurde auch die Kasseler Bevölkerung lutherisch, also damals zu Anhängern der Reformation.

Philipp, in den Fäden seines verworrenen Privatlebens verstrickt - er heiratete eine jüngere Zweitfrau, was ihn als moralische Instanz diskreditierte - verlor zunehmend an politischer Bedeutung. Was wäre aus der für die Reformation so wichtigen Stadt "Cassel" geworden, hätte Philipp am Ende nicht versagt? - so fragt Stolze in seinem Buch: "So jedoch erfuhren die Kurven der Reformation und der Stadtgeschichte Cassels einen Knick und führten nach unten, eine Erfolgsgeschichte fand keine Fortsetzung."

Moritz von Hessen, von 1592 bis 1627 Landgraf, war dem Calvinismus, der strengeren protestantischen "Ausrichtung" des Luthertums zugetan und mit ihm - da griff bereits der Augsburger Religionsfriede, wonach der Herrscher die Konfession seiner Untertanen bestimmt - die Kasseler Bevölkerung.

Im 18. Jahrhundert schwenkte das Pendel wieder in Richtung lutherisch um. Friedrich, der älteste Sohn und Nachfolger Landgraf Karls, wurde - aus Staatsräson - anstelle seiner Frau Ulrike Eleonore, der Schwester des verstorbenen Königs von Schweden, zum König von Schweden gekrönt. Die Schweden waren lutherisch, und also wurden in Kassel mit Friedrich an der Spitze zwangsläufig ebenfalls wieder lutherische Gottesdienste abgehalten.

siehe auch

Die Marienkirche in Homberg - die Kirche der Homberger Synode
Wartburg
Lutherhaus in Eisenach

Wartburg

Die Wartburg in Thüringen - nahe der Landesgrenze zu Hessen - gehört zum Weltkulturerbe. Die Burg aus dem 11. Jahrhundert liegt oberhalb der Stadt Eisenach am nordwestlichen Ende des Thüringer Waldes auf 411 m Höhe. Hier verbrachte Luther 1521/ 22 zehn Monate als "Junker Jörg" und übersetzte in dieser Zeit das Neue Testament aus einer griechischen Fassung in die deutsche Sprache.

Auch in der Stadt Eisenach, unterhalb der Burg gelegen, erinnern zahlreiche Spuren an Martin Luther, der hier im Jahre 1521 auf der Hin- und Rückreise vom Wormser Reichstag in der Georgenkirche predigte. An den Reformator erinnern auch das Lutherhaus Eisenach oder das ehemalige Predigerkloster (heute: Martin-Luther-Gymnasium).

Weblinks