Martha Wurr

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Martha Wurr geborene Lewald wurde am 8. April 1894 in Kassel geboren und starb nach ihrer Deportation am 6. Juni 1942 in Bernburg an der Saale in den dortigen Gaskammern. In der Freiheit 15 findet sich ein Stolperstein, der an ihr Leben erinnert.

Leben

Martha wurde am 8. April 1984 in Kassel als Tochter von Bernhardine und Louis Lewald in der Kölnischen Straße 21 geboren. Schon in ihrer Kindheit und Jugend zeigte sie ihr Gesangstalent und erhielt Unterricht. Sie wird Sängerin. Für die Saison 1916/17 und 1917/18 hatte sie Engagements am Theater in Hildesheim.

Ehe

1922 heiratet sie den Ingenieur Bertel Johannes Heinrich Wurr. Am 13. November 1925 wird die erste Tochter geboren, Ursula Wurr, die den Holocaust überlebte, weil sie bei einer anderen Familie eine Ausbildung machte. Am 7. Oktober 1933 wird dem Paar Sohn Helmut Wurr geboren. Die Familie bewohnte ein Haus in der Rotenburger Straße 24, später in der Marktgasse 32.

1934 verstirbt Bertel Johannes Heinrich Wurr. Er wurde von den Nationalsozialisten als Arier gesehen, nach dessen Tod galt Martha Wurr als Volljüdin. Dies beendete ihre künstlerische Karriere, und der Familie verblieb eine Rente von 80 Reichsmark. Zur Aufbesserung dieses Unterhalts arbeitete sie fortan an als Spülfrau, Küchenhilfe oder Haushaltshilfe.

Deportation

Durch eine Liebesbeziehung zu einem Kasseler folgte ihre Internierung und spätere Deportation ins Arbeitserziehungslager Breitenau. Danach kommt sie ins Konzentrationslager Ravensbrück. Dort wird sie mit der Häftlingsnummer 6423 und den Vermerken RS für Rassenschande und J für Jüding geführt.

Ihr Sohn wird währenddessen im Auguste-Förste-Haus, Mombachstraße 40, untergebracht. Im Jahr 1940 wird ihr offiziell die Vormundschaft für ihre Kinder genommen.

Am 6. Juni 1942 wird sie nach Bernburg an der Saale verlegt und noch am Tag ihrer Deportation in der dortigen Gaskammer ermordet.

Stolpersteine

An Martha Wurr erinnert ein Stolperstein in der Freiheit 15, der am 14. Oktober 2014 vom Künstler Gunter Demnig verlegt wurde.

Weblinks und Quellen

Hessische Allgemeine vom 13. Oktober 2014, "Sie nahmen ihr Kinder, Karriere, Leben"