Markthalle

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Die Kasseler Markthalle

Der Marstall ist die Heimat der Kasseler Markthalle.

Geschichte

Seit Mitte der 1960er Jahre hat der Wochenmarkt einen festen Platz im ehemaligen Marstall erhalten.

Erbaut wurde der Marstall, auf Anordnung von Landgraf Wilhelm IV, in den Jahren 1591-1593 im Stile der Weserrenaissance. Das Gebäude diente der Unterbringung der landgräflichen Pferde und Kutschen. Darüber hinaus waren in dem Gebäude noch eine Rüstkammer, die fürstliche Bibliothek, eine Kunstkammer, eine Schneiderei und weitere wechselnde Einrichtungen untergebracht.

Königsplatz war Vorgänger

Das Kasseler Marktgeschehen fand bis dahin auf dem Königsplatz statt. Bereits seit Ende des 18. Jahrhunderts war der Wochenmarkt dort angesiedelt, wo er die nächsten 150 Jahre blieb. An den Markttagen war der Königsplatz der Mittelpunkt des Kasseler Lebens.

Aufgrund von steigendem Verkehrsaufkommen auf dem Königsplatz und schlechten hygienischen Bedingungen bei den Fleischern, wurde Mitte der 1920er-Jahre erstmals der Ruf nach einer Markthalle laut. Doch war dafür zu dieser Zeit weder ein Gebäude, noch genügend Geld vorhanden, weshalb der Wochenmarkt auch die nächsten Jahrzehnte auf dem Königsplatz verbleiben musste.[1]

Ruin im Zweiten Weltkrieg

Während des Zweiten Weltkrieges brannte der Marstall aus. 1955 überließ das Land Hessen die Ruine kostenlos der Stadt Kassel. Die hygienischen Zustände waren weiterhin katastrophal. Hinzu kam, dass der Königsplatz an den Markttagen, das stetig steigende Verkehrsaufkommen zu dieser Zeit nicht mehr bewältigen konnte.

Anfang der 1960er-Jahre fiel die Entscheidung, den Marstall, der durch den Krieg zerstört worden war, nach historischem Vorbild wieder aufzubauen und als Markthalle zu nutzen.

Die Kasseler Markthalle

Umbau

Im April 1965 zieht der Fleischmarkt in den wiederaufgebauten Marstall, es folgen die Obst- und Gemüsestände vom Königsplatz.

1994 folgt ein großer Umbau. Die beiden Stockwerke werden durch eine Treppe miteinander verbunden. Zwei Deckenöffnungen sorgen dafür, dass auch in das Untergeschoss Tageslicht durch das Glasdach fällt. Die Marktstände im Inneren der Halle werden modernisiert.

2008 erhält die Markthalle ein neues Dach und neue Fenster. Die Fassade wird ausgebessert und die historischen Figuren auf den Simsen werden erneuert. Um Energie einzusparen, wird eine Wärmerückgewinnungsanlage eingebaut, die Abwärme aus den Kältemaschinen zur Warmwasserbereitung nutzt.

Händler fehlen

An einem halben Dutzend Verkaufsständen in der Kasseler Markthalle sind im Jahr 2011 die Auslagetheken verwaist oder die Rollläden heruntergelassen. Viele Marktbeschicker haben mit steigenden Lieferantenkosten zu kämpfen. Wer den Marktstand zusätzlich zu seinem Stammbetrieb führt, hat zuweilen auch ein Personalproblem.[2]

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Historie der Markthalle
  2. Aus HNA.de vom 14. Oktober 2011: In der Markthalle steht ein halbes Dutzend Stände leer

Weblinks