Marktgasse

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In der unteren Marktgasse, 1936; links das Haus Marktgasse 27, rechts der Neubau Brüderstraße 29 zwischen Marktgasse und Freiheiter Durchbruch

Der untere Abschnitt der Marktgasse zählte zu den reizvollsten Straßenbildern der Kasseler Altstadt: Die Biegungen der Gasse, die Vorsprünge einzelner Gebäude und die aufwändigen Bildhauerarbeiten mancher Handwerker- oder Kaufmannshäuser schufen eine einzigartige Atmosphäre. An der engsten Stelle sogar nur 5 Meter breit, war dieser Straßenabschnitt bis zur Eröffnung des Freiheiter Durchbruchs 1936 ein einziges Verkehrshindernis gewesen – als Fußgängerzone konnte er nun seinen ganzen malerischen Reiz entfalten.

Dieses Wertes war man sich auch bewusst, als man im Zuge der Durchbruchs- und Sanierungsarbeiten 1935 die beiden Häuser Marktgasse 36 und 38 abbrach, die in der rechten Bildhälfte gestanden und einen markanten Blickpunkt der Gasse gebildet hatten. Besonders das Haus Nr. 38 fiel durch seinen willkürlichen Vorsprung und eine aufwändige Steinkonsole auf, die über 1m weit vorkragte und das Obergeschoss trug; an ihrer Stirnseite erinnerte ein bebrillter Kopf an den Optikerberuf des Bauherren. Dessen Identität lässt sich nicht mehr sicher feststellen, möglicherweise handelte es sich aber um den Brillenkrämer Bernd Parwein, der aus Danzig zugewandert war und 1627 das Kasseler Bürgerrecht erworben hatte.

siehe auch


Verlorene Stadt

Ausstellung: Verlorene Stadt

Rundgang 4: Stationen der Ausstellung "Verlorene Stadt"
Station 1: Martinsplatz | Station 2: Martinsplatz nach dem Abbruch des Tuchhauses | Station 3: Das Säulenportal am Martinsplatz | Station 4: Mittelgasse | Station 5: Das Grimmsche Märchenhaus | Station 6: Barockhaus von Oberst Georg du Mont | Station 7: Der Freiheiter Durchbruch | Station 8: Laubengänge am Freiheiter Durchbruch | Station 9: Kassels erste Fußgängerzone | Station 10: Der untere Abschnitt der Marktgasse