Marienkirche in Gimte

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Die Kirche in Gimte

Auf eine inzwischen mehr als 1000-jährige Geschichte blickt die Marien-Kirche in Gimte zurück.

Geschichte

In Teilen stammt die Marienkirche - mit heute barocker Ausstattung - aus dem frühen 11. Jahrhundert.

In einer Urkunde des Klosters Hilwartshausen wurde der Ort Gimte im Jahre 970 erstmals urkundlich erwähnt. Gimte war ein königlicher Hof, der in sechs Einzelhöfe aufgeteilt war und dem Stift Hilwartshausen in diesem Jahr geschenkt wurde.

Die vermutlich im Jahre 1006 entstandene Marien-Kirche besteht heute aus zwei unterschiedlichen Abschnitten. Der niedrigere Teil beherbergt den Chor und gehörte offenbar zur alten Marien-Kapelle, die zur Zeit des Klosters Hilwartshausen erbaut wurde. Von 1610 bis 1612 entstand dann der größere westliche Teil der Kirche.

Gimter Kirchengemeinde

Die Kirchengemeinde umfasst rund 1500 Gemeindeglieder in den Ortsteilen Gimte, Volkmarshausen und Hilwartshausen.

Zu den kirchlichen Gebäuden gehören neben der Marienkirche, das denkmalgeschützte Fachwerkpfarrhaus von 1770, das ebenfalls denkmalgeschützte Gemeindehaus (früher Schule und dann Küsterhaus) und seit 1996 die Friedhofskapelle auf dem Gimter Friedhof.

Im Innern der Kirche

Altar

Der Innenraum der Gimter Marienkirche ist mehrfach umgestaltet worden. 1956 wurde die hölzerne Altar- und Kanzelwand entfernt und 1980 der barocke Altaraufsatz mit Bildern von Johann Daniel Sarrazin (aus dem Jahre 1680) rekonstruiert, der die Kreuzigungsszene nach dem Johannesevangelium entwarf. [1] Von ihm stammt auch das Kreuzigungsbildnis in der Kirche in Escherode.

Ausgehend von dem Jesus-Wort "Es ist vollbracht" (Joh. 19, 30) traut sich der Maler den Gekreuzigten lächelnd darzustellen. Und er deutet zusätzlich die letzte Stunde Jesu als Zeit menschlicher Liebe: Maria von Magdala hält dem Sterbenden den Fuß.

Der Altar selbst trägt die Inschrift Hanc aram fecit Hermann de Neste parari; Munus ei petimus Christe, perenne dari! und verweist damit auf den Stifter Hermann von Nyste, der 1289 als Ratsherr von Münden geführt wird.

Jesuskopf

Der Kopf lag lange unter Schutt

Täuschend echt sieht er aus, der Kopf von Jesus. Bei Renovierungsarbeiten im Jahr 2002 wurde die hölzerne Skulptur im Kirchturm der Gimter Marienkirche gefunden. Unter Schutt – wofür er erstaunlich gut erhalten und fast unversehrt ist.

Hat einen besonderen Platz: Der Jesuskopf ruht auf einer Stele.

„Ich vermute, dass der Kopf bemalt war, es sind noch Leinwandreste oder etwas ähnliches an dem Kopf zu sehen“, sagt Pastor Bernd Vogel. An der linken Seite der Schnitzarbeit, an der Stirn, ist noch ein Stück Nagel zu erkennen. Vielleicht sei das ein Rest der damaligen Befestigung, ahnt Vogel.

„Mich hat es sehr ergriffen, als mir der Kopf bei einer Kirchenvorstandssitzung vorgelegt wurde“, so der Pastor. Nach langem Überlegen, was man mit dem Kopf machen könne, entschied sich der Kirchenvorstand dazu, diesen in die Kirche zu stellen. Und zwar so, dass die Kirchenbesucher ihn von den Bänken aus sehen können.

Aus Sandsteinblöcken, die ebenfalls vom früheren Kirchengelände stammen, wurde eine Stele gefertigt, auf der der Jesuskopf nun gebettet ist. „Die Stele ist eine Kombination von Dingen, die hier einmal waren“, sagt Vogel. An ihr rankt eine steinerne Weinrebe hoch. Sie steht symbolisch für Wachsen und Früchtetragen.

Pastor Bernd Vogel vermutet, dass es zu dem Kopf auch einen Körper gab. „Vermutlich ist das der Jesuskopf einer Kreuzigungsgruppe mit Jesus, seiner Mutter Maria und seinem Jünger Johannes. Eine Gruppe so wie sie auf dem jetzigen, 1980 restaurierten Altarbild des Johann Daniel Sarrazin zu sehen ist, das aus dem Jahr 1680 stammt.“ Vielleicht hing die Jesus-Figur auch am Kreuz. „Doch das sind alles bloß Spekulationen“, stellt Vogel klar, „in den Akten ist darüber leider nichts zu lesen.“

Vage bleibt auch die Schätzung der Zeit, aus der der Kopf stammen könnte: Wahrscheinlich komme er aus der Gotik. (gtr)

Kirchenfenster der Marienkirche

Sehenswert ist auch ein Fenster der Kirche mit Mariendarstellungen. Das Fenster zeigt biblische Mariengeschichten in einer zeitlichen Reihenfolge:

  • Ankündigung der Geburt Jesu,
  • Geburt Jesu,
  • Darstellung des Knaben im Tempel,
  • Flucht nach Ägypten,
  • Jesus als 12-Jähriger im Tempel,
  • Hochzeit zu Kana,
  • Maria sieht, wie ihr Sohn das Kreuz auf sich nimmt,
  • Maria unter dem Kreuz,
  • der Auferstandene mit Maria und seinen Jüngern.

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. Göttinger Tageblatt vom 4.9.2011: Kirche für Radler

Weblinks