Marie Durand

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Marie Durand (* 15. Juli 1711 (nach anderer Darstellung * 1715) † im Juli 1776) war eine Hugenottin, die wegen ihrer religiösen Überzeugung Jahrzehnte ihres Lebens im Tour de Constance in der Stadt Aigues-Mortes zusammen mit anderen Hugenottinen eingesperrt war.

In Bad Karlshafen ist die Marie-Durand-Schule nach ihr benannt.

Leben

Marie Durand stammte aus Le Bouchet-de-Pranles in Südfrankreich. Bereits in jungen Jahren erlebte sie die Verfolgung der Protestanten in Frankreich nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes (1685). Sowohl ihr Vater Etienne Durand als auch ihre Mutter Claudine Durand verbrachten lange Zeit in Haft, wobei die Mutter 1719 im Gefängnis verstarb. Marie Durands älterer Bruder, Pierre Durand, geboren 1700, war als Prediger aktiv.

Auch Marie Durand wurde am 17.04.1730 als junges, frisch vermähltes Mädchen wegen ihres Glaubens verhaftet. Während der langjährigen Haft übernahm sie eine führende Rolle unter den Häftlingen. Erst am 11.4.1768 wurde sie nach 38-jähriger Haft begnadigt. Als 53-Jährige kehrte sie in ihre alte Heimat zurück wo sie noch einige Jahre lebte.

Marie Durand - Besondere Schau für besondere Frau

Aus einem Artikel in HNA-online vom 10.09.11

Bad Karlshafen. Wer die neue Sonderausstellung „Marie Durand - Eine hugenottische Bekennerin“ im Deutschen Hugenottenmuseum in Bad Karlshafen besucht, wird keine typische Museumsausstellung vorfinden.

Das liegt zum einen daran, dass aus dem Umfeld Marie Durands nur wenig authentische Zeugnisse existieren - beispielsweise gibt es kein Bildnis. Neben den Briefen Maries hat Mary Gundlach als Kuratorin der Ausstellung vor allem zeitgenössische Dokumente und künstlerische Darstellungen zusammen getragen, sie zeigt aber auch aktuelle Fotos des Hauses der Durands und des Turmes, in dem Marie 38 Jahre lang inhaftiert war. Aber auch ein Comic, der ihr Leben darstellt, ist in der Ausstellung zu sehen.

Dass die Ausstellung vom Üblichen abweicht, liegt aber vor allem an der Arbeit der Schülerinnen und Schüler der Marie Durand Schule, die sich ihrer Namensgeberin zum 300. Geburtstag eine Woche lang intensiv und vielfältig genähert haben. Während der Ausstellungseröffnung am Freitag waren etwa französische Psalme von einem Schülerchor zu hören.

Rezepte übersetzt
Die Ausstellung zeigt ein Gemälde Maries, ein Modell des Gefängnisturmes und Fotoarbeiten. Französische Rezepte, die Hugenotten nach Deutschland brachten wurden übersetzt, außerdem dokumentiert die Schau, wie sich die Schüler mit Fragen des Glaubens auseinandergesetzt haben. Auf einem Fernseher läuft ein Film, den fünf Schüler (Foto) über die Freilassung Marie Durands als Nachrichtensendung produziert haben. Mit dem Karlshafener Hugenottenturm nutzt sie geschickt einen lokalen Schauplatz und bringt dem Zuschauer Marie Durand und ihr Denken in Interviewform näher.

Die Zusammenarbeit von Schule und Museum wurde während der Eröffnung von beiden Seiten als spannend und kreativ bezeichnet und soll fortgesetzt werden. So findet schon am 29. September ein großes Lichterfest mit zahlreichen Angeboten und Aktionen der Schule am Hafen statt.

Entkräftet hat Mary Gundlach übrigens die Meinung, es gäbe keine Verbindung zwischen Marie Durand und Bad Karlshafen. Jean Lapra brachte die Kinder von Maries Bruder Pierre über die Grenze in die Schweiz. Später wurde er Pfarrer in Karlshafen und forderte die Familie auf, ihm dorthin zu folgen. Das Leben in Karlshafen sei schließlich günstiger als in Lausanne.(zlö)

Marie Durand - Schule

Die Marie-Durand-Schule in Bad Karlshafen, eine integrierte Gesamtschule für die Klassen 5 bis 10, wurde nach ihr benannt.

siehe auch

Weblinks