Maria Hilf Schwalmstadt-Trutzhain

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wallfahrtskirche Maria Hilf in Trutzhain
Foto: Wolfgang Scholz
Die schwangere Madonna (mater gravida) in der Wallfahrtskirche Maria Hilf in Trutzhain
Foto: Wolfgang Scholz

Die Katholische Kirche Maria Hilf in Schwalmstadt - Trutzhain gehört zum Pastoralverbund Maria Hilf - Schwalmstadt.

Geschichte

Die Wallfahrtskirche Maria Hilf

Als erster Gottesdienst wurde die Christmette im Jahre 1948 in einer verwahrlosten Baracke im ehemaligen Kriegsgefangenenlager STALAG IX A gefeiert. Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus dem Sudetenland, Schlesien, Pommern, Ost- und Westpreußen sowie aus anderen ehemaligen Ostgebieten gründeten die katholische Kirchengemeinde Maria Hilf. Am 18. September 1949 wurde diese Baracke offiziell als Kirche eingeweiht. Die Kirche erhielt den Namen Maria Hilf in Anlehnung an die gleichnamige Wallfahrtskirche bei Zuckmantel im nordmährischen Altvatergebirge.

Bereits 1949/1950 wurde die Barackenkirche Wallfahrtskirche und Treffpunkt der Wallfahrer aus Quinau, dem Kreis Komotau (Chomutov) im böhmischen Erzgebirge. Heimatvertriebene aus dem Kreis Komotau (Böhmen) hatten die Quinauer Wallfahrt mit nach Trutzhain gebracht. Jeden ersten Sonntag im Juli wird die Wallfahrt in Trutzhain gefeiert. Die Wallfahrt geht auf die Marienerscheinung im Jahr 1342 in Quinau zurück. In der Maria Hilf Kirche ist Maria als "mater gravida", als schwangere Madonna mit dem Jesuskind im Bauch zu sehen. Dreimal wurde die Barackenkirche erweitert bevor 1964 der Grundstein zur neuen Maria Hilf Kirche gelegt wurde.

Mit dem Neubau der Wallfahrtskirche als Zeltkirche erhielt Trutzhain in den Jahren 1964/ 65 ein neues kirchliches Zentrum. Maria Hilf ist die einzige Wallfahrtskirche in Nordhessen und bietet über 200 Besuchern Platz.

Als einziger katholischer Kirchenbau dieser Größenordnung im Schwalmtal wurde die Maria Hilf Kirche in Anlehnung an das II. Vatikanische Konzil von dem Kasseler Architekten Josef Bieling entworfen. Die Zeltkirche wird durch eine Marienkapelle mit dem Pfarrhaus verbunden sowie durch das Pfarrheim mit dem Glockenturm.

Die Form der Kirche soll an die Dreifaltigkeit Gottes erinnern. Dabei steht das Zelt als Symbol für das Unterwegs sein durchs Leben. Es erinnert an das pilgernde Volk Israels im ersten Bund. Auch soll die markante Kirche im Umfeld der Baracken an das Schicksal der Erbauer erinnern.

Die Gründung des Klosters durch den Orden der Oblaten Maria Immaculata (OMI) 2009 in Schwalmstadt-Ziegenhain ist auf die Wallfahrt in Trutzhain zurückzuführen.

Aussöhnung

Die erste Handreichung französischer Kriegsgefangener mit den Heimatvertriebenen Trutzhainern fand 1970 in der Wallfahrtskirche Maria Hilf statt. Der ökumenische Gottesdienst war der Beginn einer über 30-jährigen Aussöhnungsgeschichte. Auf Einladung der Kyffhäuserkameradschaft Trutzhain besuchten ehemalige französische Kriegsgefangene erstmals Trutzhain. In den über 30 Jahren andauernden Bemühungen um Frieden und Aussöhnung entstanden viele Kontakte zwischen beiden Gruppen. Mehr als 10 Besuche in Trutzhain und in Frankreich sind dokumentiert. Durch die Zusammenarbeit entstand 1983 das "Museum für den Frieden". Treibende Kräfte des Aussöhnungsprozesses waren der katholische Geistliche Abbé Pierre Dentin und der Trutzhainer Horst Munk.

Durch die heimatvertriebenen Pilger entstanden schon früh Kontakte zwischen der Trutzhainer Kirchengemeinde und Wallfahrern im Kreis Komotau. Nach dem Fall der Grenzen 1990 pilgerten Heimatvertriebene wieder nach Quinau und weiterhin auch nach Trutzhain zur Wallfahrt. 2005 besuchte erstmals eine Jugendgruppe aus dem Kreis Komotau Trutzhain. 2008 nahm mit Pfarrer R.D. Mgr. Miroslav Dvouletý aus Görkau (Jirkov) erstmals der Quinauer Pfarrer an der Wallfahrt in Trutzhain teil.

Elisabethpfad

Seit 2007 ist die Kirche in den Elisabethpfad eingebunden. In dem Elisabethzelt neben der Zeltkirche können Pilger jährlich von Ostern bis Oktober einkehren. Das Zelt bietet 12 - 18 Personen Platz.

2009 ist die Pilgermauer an der Mariengrotte entstanden. Pilger können dort einen mitgebrachten Stein auf der Mauer hinterlegen. Später wird dieser Stein dann mit eingemauert.

Die Gemeinde bittet Pilger um vorherige Anmeldung unter: maria-hilf-trutzhain@web.de.

Kirchengemeinde Maria Hilf

Katholische Kirchengemeinde
Maria Hilf Schwalmstadt-Trutzhain

  • Straße: Am Spielplatz 3
  • Ort: 34613 Schwalmstadt
  • Tel. 06691/3227
  • Fax: 06691/6099
  • E-Mail: maria-hilf-trutzhain@web.de
  • Internet: www.maria-hilf-trutzhain
  • Pfarrer Piotr Pasko OMI

Pastoralverbund Maria Hilf Schwalmstadt

Dem Pastoralverbund Maria Hilf, Schwalmstadt gehören neben der Pfarrkuratie Maria Hilf in Schwalmstadt-Trutzhain weitere Pfarrgemeinden an:

Der Pastoralverbund Maria Hilf, Schwalmstadt umfasst die katholischen Pfarrkuratien St. Adalbert, Neukirchen, Heilig Geist, Treysa, St. Josef, Ziegenhain und Maria Hilf, Trutzhain sowie die Seelsorgestellen St. Bonifatius, Schrecksbach, Herz Jesu, Oberaula und Johannes der Täufer, Frielendorf.

Drei Geistliche und zwei Gemeindereferenten betreuen rund 5.400 Katholiken im Altkreis Ziegenhain in der Seelsorge. Als Moderator des Verbundes wurde Pfarrer Piotr Pasko OMI von Bischof Heinz-Josef Algermissen ernannt. Der Verbund erhielt den Namen Maria Hilf, zu Ehren der Gottesmutter die in der Trutzhainer Wallfahrtskirche beheimatet ist.

Die Quinauer Wallfahrt in Trutzhain ist die zentrale Veranstaltung der Schwälmer Katholiken und die einzige Wallfahrt in Nordhessen. Sie findet jährlich am ersten Sonntag im Juli statt. Als Ortsangabe wurde Schwalmstadt gewählt, weil sich Schwalmstadt im Zentrum des Verbundes befindet und der Moderator auch dort seinen Sitz hat.

Im Jahr 2011 kam zum Pastoralverbund St. Peter Neuental (mit der Filialkirche St. Bonifatius Jesberg und Bad Zwesten) als weitere Pfarrei hinzu.

siehe auch

Weblinks