Maria Amelia von Kurland

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Maria Amelia von Kurland (* 1653, † 1711) war verheiratet mit Landgraf Carl, Landgraf von Hessen-Kassel in den Jahren von 1670 bis 1730.

Sie war eine Tochter von Herzog Jakob von Kettler, Herzog von Kurland (* 1610, † 1682) und Luise Charlotte von Brandenburg (* 1617, † 1676), der ältesten Tochter des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg. Ihr Vater, Herzog Jakob war der Enkel des letzten Deutschordensmeisters Gotthard Kettler und herrschte von 1642 an über das Kurland, das im Gebiet des heutigen Lettlands liegt.

Mit 20 Jahren wurde sie - ehemals Braut seines verstorbenen Bruders Wilhelm - mit dem jungen Carl von Hessen-Kassel am 21.3.1673 in Kassel vermählt.

Zu ihren Kindern gehörten die späteren Landgrafen Friedrich I. und Wilhelm VIII.

Mariendorf

Nach Landgräfin Maria Amelia ist der Hugenottenort Mariendorf (im Landkreis Kassel) benannt.

Geschichte

Die Gedenktafel über dem Eingang der Hugenottenkirche in Mariendorf erinnert an Maria Amelia

Ein großer Verdienst des Landgrafen Karl ist, dass er Hugenotten, französischen Glaubensflüchtlingen, nicht nur Asyl gewährte; er sicherte ihnen auch wirtschaftliche Unterstützung, Glaubensfreiheit sowie den Gebrauch der eigenen Sprache in der Kirche und der Verwaltung zu. Ganz uneigennützig war das nicht, denn der Dreißigjährige Krieg hatte für einen enormen Aderlass an Handwerkern und Baumeistern gesorgt. Da kamen die Hugenotten mit ihren Fähigkeiten gerade recht. Nirgendwo sonst in Deutschland wurden sie im Verhältnis zur einheimischen Bevölkerung so zahlreich aufgenommen wie in Nordhessen.

Am 3. August 1688 legte Landgraf Karl den Grundstein für die Oberneustadt in Kassel. Hier sollten sich die Hugenotten eine neue Heimat aufbauen. Neben Karlshafen war das die zweite Neugründung einer Stadt der Landgrafschaft. Hinzu kamen 19 kleinere Orte. Mit dem Siedlungsprogramm in den nach dem Dreißigjährigen Krieg vielfach zerstörten und entvölkerten Landstrichen der Landgrafschaft wurde im Jahre 1686 begonnen. Neue Dörfer entstanden, als erste Carlsdorf (benannt nach Landgraf Carl) und Mariendorf (benannt nach seiner Ehefrau Maria Amelia).

Seitdem haben die hugenottischen Namen einen festen Platz in der Geschichte des Landes und der früheren Hauptstadt Kassel. Zu ihnen gehört die Baumeisterfamilie du Ry. Über drei Generationen prägten sie die Architektur Kassels von der Oberneustadt bis zum Schloss Wilhelmshöhe.

Nachkommen

Zu den zahlreichen Kindern aus der Ehe mit Landgraf Karl gehörten:

  • Wilhelm (29.3.1674 - 25.5.1676)
  • Karl (24.2.1675 - Kassel 7.12.1677)
  • Friedrich (28.4.1676 - 05.04.1751), der spätere König von Schweden und Landgraf von Hessen-Kassel
  • Christian (2.7.1677 - 18.09.1677)
  • Sophie Charlotte (16.7.1678 - 30.5.1749) – verheiratet mit Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg
  • Karl (12.6.1680 - 13.11.1702)
  • Wilhelm (10.3.1682 - 1.2.1760) der spätere Landgraf von Hessen-Kassel (heiratete am 27.09.1717 Dorothea Wilhelmine, Herzogin von Sachsen-Zeitz, * 1691)
  • Leopold (30.12.1684 - 10.9.1704)
  • Ludwig (5.9.1686 - 23.5.1706)
  • Marie-Louise (7.2.1688 - 9.4.1765) – heiratete am 28.3.1675 Herzog Johann Wilhelm Friso von Nassau-Dietz (* 4.8.1687)
  • Maximilian (28.5.1689 - 8.5.1753), Feldmarschall – verheiratet mit Friederike Charlotte von Hessen-Darmstadt, Tochter des Landgrafen Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt (* 1698)
  • Georg Karl (8.1.1691 - 5.3.1755), General
  • Eleanore Antonieta Friederike (11.1.1694 - 17.12.1694)
  • Wilhelmine Charlotte (8.7.1695 - 27.11.1722)

siehe auch

Weblinks



Landgrafen von Hessen (bis 1568)

Heinrich I. | Johann I. | Otto I. | Heinrich II. | Hermann II. | Ludwig I. | Ludwig II. | Wilhelm I. | Wilhelm II. | Philipp I.

Landgrafen von Hessen-Kassel (ab 1568)

Wilhelm IV. | Moritz | Wilhelm V. | Wilhelm VI. | Wilhelm VII. | Karl | Friedrich I. | Wilhelm VIII. | Friedrich II. | Wilhelm IX.

Kurfürsten von Hessen (ab 1803)

Wilhelm I. | Wilhelm II. | Friedrich Wilhelm I.