Man lernte, was möglich war

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Bild aus der HNA vom 26.03.2011

Adam Ritze (75) aus Hertingshausen, eigentlich ein waschechter Altenbaunaer, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte des Bauna-Tals und mit Geschichten aus alten Zeiten. In unserer Serie erzählt Ritze aus seinen Erinnerungen und ergänzt sie mit Fakten, die er zusammengetragen hat.

Serienteil: Man lernte, was möglich war

HNA Bericht vom 26.03.2011

Im Herbst 1949 ging für meinen Jahrgang die Schulzeit zu Ende. Obwohl wir in den Wiederaufbau nach dem Krieg entlassen wurden, herrschte damals ein Mangel an Lehrstellen. Man musste bei der Berufswahl Kompromisse eingehen. Der Traumberuf war selten möglich.

Eine organisierte Vermittlung gab es damals sowieso noch nicht. Also brauchte man fast immer Beziehungen zu einem Ausbildungsbetrieb. Es wurde somit das gelernt, was möglich war. Dadurch hatte dann auch jeder am Ende des Schuljahres eine Lehrstelle.

Auch in Altenbauna hatte die Bautätigkeit längst begonnen. Es waren am Anfang meist private Initiativen von Leuten, die schon vor dem Krieg einen Bauplatz hatten. Durch Eigenleistung und die Hilfe der gesamten Verwandtschaft entstanden dann die ersten Häuschen.

Eine der ersten Baumaßnahmen der Gemeindebehörde war der Umbau des alten Spritzenhauses zum Bürgermeisteramt. Anfang der 50er- Jahre folgten dann der Neubau der Baunsbergschule sowie die Feuerwache am Erlenbach. Domizil für Arzt

Auch der Ausbau der alten Scheune am Dorfplatz (Schulplatz) zu Wohnungen erfolgte in derselben Zeit. Hier erhielten ausschließlich Vertriebene eine neue Wohnung. Aber auch der niedergelassene Arzt, der zuvor provisorisch untergebracht war, fand hier sein neues Domizil.

In der Zeit von 1946 bis 1955 war Martin Kümmel Bürgermeister von Altenbauna.

Um der zunehmenden Zahl bauwilliger Bürger, darunter auch eine Reihe von Vertriebenen, die Möglichkeit zu bieten, sich in Altenbauna ein neues Haus zu bauen, wurde ein ganz neues Baugebiet erschlossen. Es wurde durch das Anlegen einer neuen Straße verwirklicht. Sie bekam dann logischer Weise auch den Namen Neue Straße. Diese Neue Straße wurde als Sackgasse gebaut. Die Einfahrt war direkt neben der Bäckerei Döhne und verlief dann nahezu parallel zur Kasseler Straße. Auch das sogenannte Lottohaus im Aueweg wurde in dieser Zeit gebaut.

Dieser Artikel ist am 26.03.2011 erschienen unter dem Titel "Man lernte, was möglich war - Lehrstellen waren in den ersten Nachkriegsjahren rar – In Altenbauna wurde wieder gebaut und gefeiert".

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HNA-Serie "Früher im Bauna-Tal" mit Adam Ritze und Ria Ahrend

Adam Ritze: Teil 1 bis 17 | Teil 1: Erinnerungen an den Baunsberg | Teil 2: Amerikanische Besatzung | Teil 3: Zwei junge Männer ließen Leben | Teil 4: Erste Vertriebene kamen | Teil 5: Abenteuer im Baunsberg | Teil 6: Endlich wieder Kirmesvergnügen | Teil 7: Man lernte, was möglich war | Teil 8: Eine neue Glocke für die Kirche | Teil 9: Die Zeit, als sich alles änderte | Teil 10: Die Abrissbirne regiert im Dorf | Teil 11: Kriegsende zum Osterfest | Teil 12: Sirenengeheul prägte Schulzeit | Teil 13: Kindergartenzeit im Krieg | Teil 14: Luftmine fiel vom Himmel | Teil 15: Bei Angriff in den Splittergraben | Teil 16: Blick auf das brennende Kassel | Teil 17: Bombenangst im Keller | Ria Ahrend: Teil 18 bis 40 | Teil 18: Flucht in den Kirchenbunker | Teil 19: Füße auf dem Küchentisch | Teil 20: Schlange stehen fürs Brot | Teil 21: Schwein mit drei Beinen | Teil 22: Ein Dieb stahl die Marken | Teil 23: Neue Stiefel von den Amis | Teil 24: Auf Reisen in Trizonesien | Teil 25: Bucheckern für etwas Öl | Teil 26: Spielen mit den Lämmchen | Teil 27: Spaß mit Hickelkästchen | Teil 28: Morgenwäsche im Bach | Teil 29: Bunker sind unvergessen | Teil 30: Kaffeemühle war der Hit | Teil 31: Polster im Hosenboden | Teil 32: Baden bei Denn und Ditt | Teil 33: Kindliche Gaumenfreuden | Teil 34: Zum Zahnarzt ging’s mit Briketts | Teil 35: Omas am Spinnrad|Teil 36: Zum Geburtstag gab’s Klöße | Teil 37: Stinkattacke auf die Läuse | Teil 38: Klassenzimmer mit Kino | Teil 39/40: Mit Zöpfen auf dem Motorrad | Weitere Artikel: Teil: 41 Kreuzkirche feiert Jubiläum | Gotteshaus feiert 100-jähriges Bestehen | Besuch bei Molly in Besse | Englisch-Lektion auf der Treppe


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