Malerkolonie Willingshausen

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Treffpunkt der schönen Künste: Das Gerhardt-von-Reutern-Haus in Willingshausen ist benannt nach dem Gründer der Malerkolonie.
Foto: Rose

Die Malerkolonie Willingshausen ist die älteste Künstlervereinigung in Europa und wurde 1830 in Willingshausen gegründet.

Geschichte

Beginn und künstlerischer Mittelpunkt

Begonnen haben soll alles im Schloss der Familie von Schwertzell. Immerhin war der Gründer Gerhardt von Reutern aus dem Baltikum ein ferner Verwandter der Schwertzells .

Zur Künstlervereinigung gehörten im Laufe der Jahre etwa der bekannte hessische Maler Carl Bantzer oder die Künstler Friedrich Wilhelm Bogler, Jakob Fürchtegott Dielmann, Ludwig Emil Grimm (jüngster Bruder der Märchen sammelnden Brüder Grimm), Heinrich Giebel, Theodor Matthei, Heinrich Otto, Hans von Volkmann, Wilhelm Thielmann und viele andere.

Künstlerischer Mittelpunkt in Willinghausen ist heute das "Gerhardt von Reutern - Haus", das nach dem Gründer der Kolonie benannt wurde. Im Museum "Malerstübchen" wird an ein Stück Kunstgeschichte des 19. und 2o. Jahrhunderts vor Ort erinnert.

Berühmt ist die Zimmertür des Malerstübchens, auf der in den Jahren 1865 bis 1894 viele der Willingshäuser Künstler einzelne Szenen festgehalten haben.

Willingshausen - die älteste europäische Malerkolonie

Der Schwälmer Malerort Willingshausen hat es jetzt schwarz auf weiß: Das Dorf ist nicht nur die älteste deutsche, sondern auch die älteste europäische Künstlerkolonie. Das ergaben Forschungen des Generalsekretärs der Europäischen Vereinigung der Künstlerkolonien EuroART, Dr. Benno Risch.

Die Bestätigung übermittelte der Experte bei einem Besuch im Malerdorf. Der Kontakt zum Generalsekretär entstand vor dem Hintergrund, dass Willingshausen, vertreten durch zwei Gemälde des ehemaligen Künstlerstipendiaten Ulrich Harder, erstmals an der diesjährigen EuroARTAusstellung im französischen Barbizon nahe Paris teilnahm.

„Wir haben ein Aquarell, das einen eindeutigen Beweis liefert. Es ist datiert und stammt aus dem Jahr 1820”, erläutert dazu Helmut Geißel, Vorsitzender des Vereins Malerstübchen. Auch Zeichnungen, so eine Karikatur Thielmanns, die die Maler fröhlich scherzend in großer Runde zeigt, geben Aufschluss über die kreative Geschichte.

Den bildhaften Beweis haben die Willingshäuser eigentlich gar nicht angestrebt: „Das alles passierte ohne unser Zutun”, sagt Geißel. Deshalb nehmen es die Malerstübchen-Mitglieder „zwar mit Freude, aber doch eher gelassen” hin.

„Wir wollen damit nicht vor anderen Künstlerkolonien kokettieren”, bestätigt auch Willingshausens Ortsvorsteherin Helga Weese. Die Malerkolonie, begründet von Gerhardt von Reutern und Ludwig Emil Grimm um 1830, wird künftig aber durchaus ihr Pfund nutzen ­ und damit werben, auch die älteste in Europa zu sein.

Wussten Sie schon, dass ...

  • ... dass an der bemalten Zimmertür im Willingshäuser Malerstübchen viele bekannte Künstler mitgewirkt haben? Darauf zu erkennen sind unter anderem Miniaturen von Heinrich Hoffmann, dem Autor des Struwwelpeters.
    Quelle: Malerkolonie Willingshausen (www. malerkolonie.de)
  • ... dass die Bewohner der Gemeinde Willingshausen 44 000 DM spendeten, um ein Originalgemälde von Gerhardt von Reutern zu kaufen? Das Aquarell wurde von einem Kunsthändler aus San Francisco der Malerkolonie zum Kauf angeboten. Das Gemälde, das ein Schwälmer Paar zeigt, war nach 1828 regelrecht auf Weltreise gegangen (Willingshausen, Weimar, St.Pertersburg, Frankreich), bis es in den USA landete. 1996 gelangte es wieder in die Heimat zurück.
    Quelle: 25 Jahre Großgemeinde Willingshausen 1974-1999

siehe auch

Weblinks