Münden gestern und heute
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574 Häuserspuren Vor genau 10 Jahren begann die Arbeit an diesem Projekt, das inzwischen viele begeisterte Nutzer gefunden hat. Rudolf Wegner ermittelte aus den Katastern seit 1730 die Eigentümer der 574 Häuser der historischen Innenstadt von Hann. Münden bis 1900, ergänzte die Angaben Haus für Haus mit Bildern aus dem städtischen Archiv, mit älteren und neueren Aufnahmen und Zeichnungen des verstorbenen Hobby-Forschers Gisbert Henk und mit Auszügen aus Kirchenbüchern, die der mittlerweile ebenfalls verstorbene Karl Scheibe zusammentrug. Michael Pätzold und Holger Gruber verfügten schon damals über das Wissen, wie solche Datenmengen ins Web gesetzt werden konnten. Mit ihrer Hilfe gelang es. Die Firma BEFO sponserte die Internetseiten in den ersten Jahren. Jetzt laufen die Seiten über den Heimat- und Geschichtsverein Sydekum.
Die Seiten sollen überarbeitet, mit weiteren Bildern ergänzt werden. Wer dazu Material liefern mag, wende sich bitte an rudolf.wegner@online.de - Telefon 05541-5113
Gestern: Das Foto ist 1926 entstanden und zeigt Hartungs Etagengeschäft, das die Eltern des ehemaligen Stadtbildpflegers Heinz Hartung geführt haben. Es wurden dort Stoffe, Mode, Wäsche und Kurzwaren verkauft. Über den Geschäftsräumen befand sich eine Nähstube, in der vier Näherinnen gut zu tun hatten. (zpy/Fotosammlung: Hartung). |
Heute: Ein Reisebüro, ein Souvenirladen (im Erdgeschoss) und die Schülerhilfe (in der ersten Etage, dem ehemaligen Geschäft der Hartungs) sind heute in dem restaurierten Haus zu finden. Der Bereich in dem sich die Nähstube befand und in die Etagen darüber, sind zu modernen und geräumigen Wohnungen ausgebaut worden. (zpy/Foto: Siebert) |
Gestern: Am 1. Oktober 1901 zog das Hessische Pionier-Bataillon Nummer 11, das bis dahin in Mainz-Kastel stationiert war, in die neue Pionierkaserne ein. Es wurde durch die Mündener feierlich empfangen. Damit hatte Münden seit 1866 erstmals wieder Soldaten in der Stadt. Das Bataillon wurde 1902 in Kurhessisches Pionier-Bataillon Nummer 11 umbenannt. (zpy) Fotosammlung: Schwarzburger |
Heute: Aufgrund der Truppenreduzierungen nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde das Pionierbataillon 2 am 25. September 1992 mit einem Großen Zapfenstreich feierlich verabschiedet und die Garnison am 31. März 1993 offiziell aufgelöst. Heute wird die historische Pionierkaserne als Wohn- und Gewerbepark Fuldablick bezeichnet und entsprechend genutzt. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Die Tanzwerderspitze wurde 1899 umgestaltet, als die Fabrikanten Carl Natermann (Vater und Sohn) den Weserstein stifteten. Der Vater ließ den 70-Zentner Quarzitstein aus der Nähe des Rinderstalles holen und an der Tanzwerderspitze aufstellen, der Sohn übernahm den poetischen Teil und dichtete den Spruch. (zpy/Fotosammlung: Schwarzburger) |
Heute: Sicherlich ahnten die Fabrikanten damals noch nicht, welche Bedeutung der Weserstein für Münden einmal haben wird. Fast jeder Besucher der nach Münden kommt, schaut sich diese touristische Attraktion an. Die große Sorge ist die alte Kastanie, denn niemand weiß, wie lange sie den Besuchern noch Schatten spenden wird. (zpy/Foto: Siebert) |
Gestern: Abendstimmung an der Kleinen Weser, die ihren Namen wegen des ersten Zusammentreffens von je einem Arm der Fulda und Werra an der Schlagdspitze hat. Zusammen mit dem von links kommenden Hauptarm der Werra vollzieht sich wenige Meter stromabwärts an der Weserspitze die endgültige Vereinigung. (zpy) Fotosammlung: Beinhorn |
Gestern: Am Flusslauf hat sich im Laufe der Jahre nichts verändert, auch der Blick auf die Schlagdspitze und den dahinter liegenden St. Blasius-Kirchturm ist noch genauso. Doch der Uferbereich an der Straße auf dem Doktorwerder und dem Tanzwerder ist dicht bewachsen und versperrt so die Sicht auf den ersten Zusammenfluss. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Bevor die Haushalte in Münden an die Wasserversorgung angeschlossen wurden, standen überall Brunnen, wie hier in der Bahnhofstraße vor dem Kronenturm. Der Kupferschmied C. H. Dannhauer stiftete den Brunnen seiner Heimatstadt, bevor er 1881 nach Russland auswanderte. (zpy) Fotosammlung: Beinhorn |
Gestern: Die Quelle hat Geschichte geschrieben. Im „Handbuch der Historischen Stätten Deutschland“ (Prof. Dr. Kurt Brüning / Prof. Dr. Heinrich Schmidt) heißt es: Ehe Münden durch Privilegien der Herzöge aufblühte und Handel und Verkehr an sich zog, lag Sichelnstein als wichtiger Rastplatz mit der guten Quelle Tönningsborn an zwei bedeutenden Verkehrswegen zwischen Kassel und der Werrafurt bei Oberode/Hedemünden. 1909 musste der Brunnen aufwändig saniert werden, weil die Quelle sich einen anderen Weg gesucht hat. Als im Sommer 1911 in Sichelnstein eine große Wassernot herrschte, durften sich die Bewohner nur drei Mal täglich vom Brunnen Wasser holen. (zpy) Foto: Siebert |
Heute: 1984 hat der Ortsrat von Sichelnstein den Tönningsborn saniert. Allerdings hatte er dazu nur wenige Geldmittel zur Verfügung, sodass der Brunnen nach 20 Jahren nicht mehr ansehnlich war. Der Heimat- und Verkehrsverein hat ihn im Jahre 2003 für 25 000 Euro herrichten lassen. Der Löwenkopf steht dafür, dass Heinrich der Löwe nach dem Aussterben des Sichelnsteiner Herrschaftsgeschlechts das ganze Land bekommen hat. Die Wasserträgerin ist ein Zeichen dafür, dass die Dorfbewohner sowie die Bewohner der Burg das Wasser aus diesem Brunnen holen mussten. Weil der Ort immer ein Anziehungspunkt für Kinder war, wurde der kleine Junge mit seiner Flöte an den Brunnen gesetzt. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Neben dem kleinen Gebäude des Schulhausmeisters (Zweites von rechts) das 1565 von Tönnies von Bardeleben erbaute Burckhardt-Haus. Es wurde benannt nach dem Forstdirektor Dr. Christian Heinrich Burckhardt (1811 – 1879), der in diesem Haus von 1844 – 1849 wohnte. Im Hintergrund ist der Kronenturm zu sehen. (zpy) Foto: Fotosammlung Beinhorn |
Heute: Die Straße Am Plan hat ihr Aussehen stark verändert. Auf beiden Seite wurde ein großer Teil der Gebäude abgerissen und neue Wohnhäuser und Alteneinrichtungen gebaut. Archäologische Grabungen 1997 erbrachten das Ergebnis, dass die Stadtmauer schon um 1200 erbaut worden ist. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Die Burgstraße vor 1897. Rechts ist das Hotel Zur Krone mit der reich verzierten Fassade zu sehen. Davor auf der Straße befindet sich die mit Steinplatten überdeckte Beeke, die in Richtung Sydekumstraße floss und von dort unter einem Haus durch in die Werra geleitet wurde. (zpy) Fotosammlung Beinhorn |
Heute:Auch heute befindet sich im Gebäude des ehemaligen Hotels Zur Krone ein Gastronomiebetrieb. Die Verzierungen an der Fassade sind vermutlich hinter der Verschalung verschwunden, die Sprossenfenster wurden durch einfache Fenster ersetzt. Anstelle der Beeke ist die Burgstraße heute gepflastert. (zpy) Foto: Siebert |
Heute: Von der Straße vor der Bahn fotografiert, ist der Blick heute ähnlich wie 1902. Zwar steht die Bismarckbüste nicht mehr dort, sie hat jetzt in den Wallanlagen ihren Platz. Häuser sind abgerissen oder verändert worden. Doch die schmale Straße mit Bäumen rechts und links ist noch wie damals. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Ziegenmarkt und Glück im Winkel wird und wurde dieser Bereich im Volksmund genannt. Bereits 1885 befand sich dort das Fachgeschäft „Herren Confection“. Die folgenden Besitzer waren unter anderen ein Antiquitätenhändler und eine Mündener Kaufmannsfamilie mit dem Modehaus Beyer. Schon damals war dies ein gemütlicher Platz zum Verweilen. (zpy) Foto:privat |
Heute: In dem restaurierten und innen vollkommen veränderten schmucken Haus ist heute das Café Restaurant Antico und Abruzzo auf zwei Etagen untergebracht. Gerne nutzen Touristen und Mündener bei schönem Wetter den Platz vor dem Gebäude, um es sich bei Essen und Trinken gut gehen zu lassen und um das Treiben in der Stadt zu beobachten. (zpy) Foto: Siebert) |
Gestern: Installateur Willi Tauer kaufte das Haus auf der rechten Seite 1931 und eröffnete ein Geschäft für Installation, Radio und Elektrotechnik. Vor ihm gehörte das Haus dem Kaufmann Wilhelm Beuermann, der es 1888 von den Erben des Landchirurgen Carl Schwind kaufte. Zwei weitere Generationen der Familie Tauer betrieben das Unternehmen bis 2002 weiter. Auf der linken Seite befand sich das Hotel Jung, später das Mündener Kaufhaus. (zpy) Fotosammlung: Schwarzburger |
Heute: Das ehemalige Tauersche Haus wurde von der Mündener Apothekerfamilie Herbort 2003 gekauft, restauriert und umgebaut. Seit Ende 2004 befindet sich im unteren Teil die Aegidien-Apotheke, im oberen Bereich sind Wohnungen. Das Gebäude, in dem sich das Mündener Kaufhaus befand, wurde vor einigen Jahren umgebaut, nun sind das Kaufhaus Woolworth, Arztpraxen, Büro- und Wohnräume dort untergebracht. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Viele Mündener können sich sicherlich noch an diese Kreuzungsregelung erinnern. Bereiche der Innenstadt konnten stadtein- und stadtauswärts befahren werden. Vor diesem Ausbau und der Umgestaltung mit Insellösung wurde der Verkehr durch Polizisten geregelt. Einer an den sich viele Autofahrer und Fußgänger erinnern, war Max Richter. (zpy) Fotosammlung: Schwarzburger |
Heute: Im Zuge der Verkehrsberuhigung in der Innenstadt wurde der Kreuzungsbereich großzügig ausgebaut. Die Bereiche Südende, Lange Straße und vor der Rotunde sind für den Durchgangsverkehr nicht mehr frei gegeben. Hier befinden sich Sitzbänke und Spielgeräte für Kinder. Vor dem Kaufhaus Woolworth wurde die Bushaltestelle mit Bushäuschen ausgebaut. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Das Obere Tor mit dem Haus des Torwächters (rechts). Die mit Urnen bekrönten klassizistischen Torpfeiler wurden 1945 von einem amerikanischen Panzer beschädigt, sie mussten danach abgetragen werden. Hinten links befindet sich das von Bürgermeister Wittstein 1870 errichtete Haus, indem sich später das Zollhaus befand. (zpy) Fotosammlung: Schwarzburger/nh |
Heute: In dem ehemaligen Haus des Torwächters befindet sich heute unter anderem eine öffentliche Toilette. Die Rotunde (rechts hinter dem Torwächterhaus) wurde von dem Efeubewuchs befreit, von Grund auf saniert und außerdem erhielt sie eine Bedachung. Das Zollhaus wurde abgerissen, heute befindet sich dort eine großzügig angelegte Kreuzung. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Das Foto ist um 1870 entstanden. Unter der Eisenbahnunterführung am Vogelsangweg hindurch hat man einen freien Blick in Richtung Neumünden. Der Hang des Reinhardswaldes ist noch unbebaut. Das rechte Gebäude zeigt die Zigarrenkistenfabrik von Julius Francke. An der linken Seite fließt der Eselsbach. (zpy) Foto: privat |
Heute: Längst sind die freien Flächen zugebaut und gewähren keinen freien Blick mehr auf den Wald und den Hang. Die Straßenführung wurde verändert, und wo einst die Zigarrenkistenfabrik ihre Produktion hatte, befinden sich heute Geschäfts- und Wohnhäuser. An der gegenüberliegenden Seite hat Mündens Freiwillige Feuerwehr ihr Domizil. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Am Kattenbühl/Abzweigung Kampweg befand sich bis in die 50er Jahre Schillers Gastwirtschaft - für die Mündener ein beliebtes Ausflugsziel. Gäste brachten hier ihren Kaffee selber mit und bestellten für ein paar Pfennige heißes Wasser. Die Gastwirtschaft wurde von der Ehefrau des Gründers der Schiller-Lichtspiele betrieben. (zpy) Foto: privat |
Heute: Die Gastwirtschaft wurde geschlossen, die Besitzerin wollte im Kino ihres Mannes mitarbeiten. Von einer Gastwirtschaft ist am Kattenbühl heute nichts mehr zu sehen. Auch die Straße Kattenbühl wurde ausgebaut und die Gebiete oberhalb des Kampweges sind bebaut worden. Nur die Kastanienbäume am Kattenbühl sind noch da. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Das Bild mit Blick auf die Werrabrücke, eine der ältesten Steinbrücken Norddeutschlands, ist etwa 1827 entstanden. Die Brücke soll um 1250 erbaut worden sein. Bis 1777 war sie überdacht, am Ein- und Ausgang standen Türme. Im Hintergrund sind einige Häuser des damals noch eigenständigen Stadtteils Blume zu sehen. Fotosammlung: Hartung |
Heute: Die beiden Häuser und die Blumer Mühle, die am Ufer neben der Brücke rechts im Bild zu sehen sind, wurden 1972 abgerissen, weil die B 80 erweitert wurde. Im Laufe der Jahre haben Hochwasser und Umwelteinflüsse der Historischen Werrabrücke so sehr zugesetzt, dass das Bauwerk 1986 von Grund auf saniert werden musste. Foto: Siebert |
Gestern: In der Mitte des 19. Jahrhunderts, vermutlich zugleich mit der Fassadenverputzung des Fachwerkhauses, fügte man dem Haus Burgstraße 4, das 1564 erbaut worden ist, eine neue Türanlage ein. Dabei wurden vollkommen bedenkenlos einige Teile des ursprünglichen Torgewandes zerstört. (zpy) Foto: Hartung |
Heute: Nach Freilegung des Hauses vom Verputz fanden sich Reste eines Kielbogens (auch Eselsrücken genannt), wie er seit der Mitte des 15. Jahrhunderts in Mode gekommen war und sich bis in die Frührenaissance hinein hielt. Er ist der bisher einzige in seiner Art an einem Mündener Bürgerhaus. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Diese Aufnahme stammt aus dem Jahr 1920, erbaut wurde das Gebäude in der Veckerhäger Straße im Jahr 1901. In diesem Haus wurde Mündens ehemaliger Stadtbildpfleger und heutiger Ehrenbürger Heinz Hartung geboren. Doch erinnern kann er sich nicht mehr, denn einige Tage nach seiner Geburt stand ein Umzug der Familie an. (zpy) Fotosammlung Hartung |
Heute: Das Haus ist jetzt im Besitz von Ruth und Hilmar Sander. Sie haben es 1987 von Else Reinhardt erworben. Nach gründlichen Sanierungs- und Renovierungsarbeiten außen und innen sowie dem Bau von neuen Balkonen an der Rückseite, befinden sich dort neben der Wohnung der Eigentümer zwei Ferienwohnungen. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Vor den Sanierungsmaßnahmen 1974/75 in der St. Blasius Kirche befand sich der Sarkophag für Herzog Wilhelm II (auch der Jüngere) von Braunschweig-Lüneburg im Mittelschiff über der Gruft. Die Anfertigung des Sarkophags hatte er 1494 selbst in Auftrag gegeben. Der Herzog wurde 1503 beigesetzt. (zpy) Foto: Sammlung Hartung |
Heute: An der Seite des Westeingangs ist der Sarkophag heute zu sehen. Im Zuge der Sanierungsarbeiten waren in der Kirche auch archäologische Grabungen vorgenommen worden, die über 6000 Kleinfunde hervorbrachten. Nach Abschluss aller Arbeiten fand eine Neugliederung des Kircheninneren statt, bei der der Altar in die Mitte versetzt wurde. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: 1710 wurde die reformierte Kirche an der Ostseite der Burgstraße unter großen Opfern der Gemeindemitglieder erbaut, ein Jahr später wurde sie im feierlichen Rahmen eingeweiht. Am 28. September 1824 wurde der reformierten Gemeinde die Gleichberechtigung mit anderen christlichen Mündener Kirchen erteilt. (zpy) Fotosammlung: Hartung/nh |
Heute: Im Herbst 1979 fand ein Umbau der Kirche statt und wurde damit dem vertrauten Bild einer Kirche gerecht. Denn es war den Reformierten in Münden verboten, die Wünsche zu realisieren, die in einer Kirche selbstverständlich sein sollten. Große Unterstützung beim Umbau (Fachwerk und Farbe) leistete der damalige Stadtbildpfleger Heinz Hartung. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Die Weserumschlagstelle wurde 1905 gegründet. Sie diente in erster Linie dem Umschlag der Waren von Schiffen auf die Waggons der Eisenbahn und umgekehrt. Später war die Anlage durch eine Hafenbahn an den Mündener Güterbahnhof angeschlossen. Zum großen Teil wurde dort Kali umgeladen, dafür baute man 1910 eine moderne Verladeeinrichtung. Mit der Aufgabe des Gütertransports auf der oberen Weser war die Umschlagsstelle überflüssig. Einige massive Aufbauten des Gebäudes wurden aus Verkehrssicherheitsgründen 1960 abgerissen. In den 80er Jahren brannte die Weserumschlagstelle bis auf die Grundmauern nieder. (zpy) Repro: Siebert |
Heute: Das einst so wichtige und stattliche Bauwerk gammelt als nutzlose Ruine vor sich hin. Hier und da beginnt das Gestein zu bröckeln, weshalb die Stadtverwaltung in einem Ratsausschuss besorgt berichtete, dass einige Teile des Bauwerks eigentlich dringend befestigt werden müssten. Der letzte Besitzer meldete in diesem Jahr Insolvenz an. Nun fragt man sich bei der Stadt, wie es weitergehen soll. Mehrmals stand ein Verkauf oder die Zwangsversteigerung im Raum, ohne dass sich bisher etwas tat. Viele würden es gern sehen, wenn der Weserradweg von der vielbefahrenen Bundesstraße 80 weg über das Gelände der Umschlagstelle geführt werden könmnte. (asc) Foto: Siebert |
Heute: Das Erdgeschoss wurde durch große Schaufenster verändert und der passagenähnliche Eingang für die beiden Unternehmen und die Wohnungen in die Mitte gelegt. Jetzt befinden sich dort links ein Geschäft für Textil- und Fotodruck und auf der rechten Seite ein Eiscafe. In den oberen Stockwerken sind Wohnungen untergebracht, die zur Marktstraße und zur Burgstraße liegen. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Nacheinander hatten die Buchbindermeister Friedrich Vogel und Ernst Bendrot an der Ecke Marktstraße/Vor der Burg ihr Geschäft. Gegenüber das linke Haus, war die Molkerei Münden, daneben das Café Dietze, in dem sich zuvor ein Möbel-Magazin, ein Manufakturwarengeschäft und ein Getreidehandel sowie eine Zigarrenfabrik befanden. Bis 1860 war dort eine Töchternschule. Foto: Sammlung Schwarzburger |
Heute: Da, wo der Papierwarenhändler war, wechselten die Geschäfte in den vergangenen Jahrzehnten einige Male: Ein Bekleidungsgeschäft, ein Blumenladen, ein Schuhgeschäft. Jetzt ist eine Pizzeria eingezogen. In der einstigen Molkerei sind jetzt eine Textildruckerei und ein Eiscafé. In dem ehemaligen Café befand sich ein Schuhladen, jetzt ist dort ein Spielwaren-Fachgeschäft. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: In dieser Straße wurde am 9. Juni 1775 Georg Friedrich Grotefend geboren. Als Sprachwissenschaftler und Altertumsforscher wurde der Mündener international berühmt. Er entzifferte 1802, mit nur 27 Jahren, die Keilschrift, das verbreitetste Schriftsystem des alten Orients, das die Sumerer 3200 v. Chr. im Gebiet des heutigen Irak erfanden. (zpy) Foto: Sammlung Schwarzburger |
Heute: Dort, wo Georg Friedrich Grotenfend geboren wurde -die heutige Ziegelstraße 39 (2. Haus von rechts) -, befindet sich jetzt ein leerer Laden. Zuvor war dort das Fachgeschäft Müller Moden untergebracht. Eine Holztafel an dem Haus erinnert an den großen Sohn der Stadt. Zurzeit finden an der Ecke Ziegelstraße/Petersilienstraße Bauarbeiten statt. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Diese Tür wurde 1579 in Ornamentkunst geschaffen. Ursprünglich wurde die Tür als Pforte zu einem Lagerhaus an der Mühlenstraße 11 genutzt. Um den Rundbogen laufen zwei Bänder mit gedrehtem Tau. Oben in den Zwickeln des Gewändes sind zwei Fächerrosetten aufgesetzt. (zpy) Fotosammlung: Hartung |
Heute: Ein kleines Türgewände blieb erhalten, im Sturz ist die Jahreszahl 1979 zu sehen. Als das Gebäude von 1989 bis 1991 zu einem Wohnhaus umgebaut wurde, legte der Besitzer großen Wert darauf, dass auch die Haustür erhalten bleibt. So ließ er diese im Rahmen des Hausausbaus aufwändig restaurieren. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Diese Tür befand sich im rückwärtigen Teil des Lagerhauses einer Mühle zwischen der Kasseler Schlagd 11 und Hinter der Stadtmauer 10. Die Verzierungen mit Schiffstaumotiven waren noch gut erhalten, so dass sie in die Sanierung der Tür mit einbezogen werden konnten. Gleiche Verzierungen an anderen Häuser der Stadt konnten nicht mehr erhalten werden. (zpy) Fotosammlung: Hartung |
Heute: Im Zuge der Sanierung des Hauses und der Umwandlung zum Wohngebäude in den 70er Jahren wurde die restaurierte Tür samt Umrahmung an die Vorderseite des Gebäudes (Kasseler Schlagd) gesetzt. Das Baujahr 1621 ist rechts und links im Gewändezwickel zu erkennen. Der Hinweis, dass hinter der Tür einst Peter Hepen und Anna Lotzen gelebt haben, ist als Inschrift noch zu sehen. (zpy) Foto: Siebert |
Heute: Der dem Portal vorgelagerte schmucklose Atlan mit zwei Treppenläufen und einem Zugang zum Keller wurde im Zuge der Rathausrestaurierung erneuert. Der mittlere Stein mit dem Löwenkopf wurde auffällig heraus gearbeitet. Ebenso die sehr schön plastisch ausgearbeitet Rose mit doppelter Blattlage. (zpy) Foto: Siebert) |
Gestern: Das Foto an der ehemaligen Chemieschule ist in den 70er Jahren entstanden. Eine weitere Toranlage, etwas größer, ist am Seitenteil zu sehen. Die Türblätter der Toranlagen waren fast alle noch erhalten, bedurften aber einer Aufarbeitung. Die Füllungsfelder der Türblätter und die Oberlichtfüllungen sind mit einem geometrischen Filigran aus Gusseisen gestaltet und stammen aus der Eisenhütte in Veckerhagen. (zpy) Fotosammlung: Hartung |
Heute: Beim Baubeginn des Hotels Packhof im Januar 1999 hat der Besitzer auf Anraten des damaligen Stadtbildpflegers Heinz Hartung die rundbogigen Toranlagen mit in den Bau einbezogen und restaurieren lassen. Bei der Eröffnung des Hotels im April 2000 waren die Türen des 1837 entstandenen Gebäudes auch farblich auf das Gebäude abgestimmt. Diese Tür des Lieferanteneinganges befindet sich links vom Haupteingang. (zpy) Foto: Siebert |
Gestern: Das Foto des 1574 erbauten Renaissancehauses entstand um 1885. Das ehemalige königliche Amtshaus erwarb der Siechenhausverein (Vorgänger des Herzogin-Elisabeth-Stifts) 1906 vom Landkreis Göttingen, um dort alten, kranken und mittellosen Menschen einen würdigen Lebensabend zu ermöglichen. Der Hauskauf wurde durch Spenden finanziert, große Unterstützung leisteten angesehene Mündener Bürger. (zpy/Fotosammlung: Siebert) |
Gestern: Mitte der 60er Jahre steht diese Dampflok auf einem Anschlussgleis vor dem Mündener Güterschuppen, der links im Bild zu sehen ist. Rechts im Hintergrund ist der hölzerne Lagerschuppen des ehemaligen Eisenwarenhändlers Carl Fettmilch zu sehen. Die Firma betrieb in der Innenstadt ein Eisenwarengeschäft. Fotos: Klaus-Dieter Flader |
Heute: Jetzt verläuft dort die viel befahrene Stadtranderschließungsstraße. In dem von der Deutschen Bahn nicht mehr genutzten Güterschuppen hat sich ein Baumarkt angesiedelt. Nur noch am abgestuften Giebel und der Rampenüberdachung des ehemaligen Güterschuppens lässt sich erkennen, dass beide Aufnahmen vom selben Standort aufgenommen wurden. |
Gestern: Das Foto ist vermutlich zwischen 1882 und 1885 entstanden. Links ist ein Teil des Hauses zu sehen, in dem der Metzgermeister Wilhelm Lotze (1800 bis 1879) die Geschichte seiner Heimat schrieb. Daneben das rustikale Fachwerkhaus aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, vor der später erfolgten Aufstockung. (zpy) Fotosammlung Beinhorn |
Heute: Die Stadt ließ eine Hinweistafel an dem linken Hausteil anbringen, die an Wilhelm Lotze erinnert. Die Fassade ist inzwischen frei gelegt worden. Dadurch wurde eine Inschrift lesbar: „Ist Gott für uns, wer mag wider uns sein, welcher seines eigenen Sohnes nicht hat verschonet, sondern hat ihn für uns alle dahin gegeben.“ Foto: Siebert |