Mönchehof

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Mönch vor der evangelischen Kirche in Mönchehof

Mönchehof ist ein Ortsteil von Espenau im Landkreis Kassel.

Geschichte

Hadebrachtshausen, der mittelalterliche, erstmals 1120 (und 1145) als Hathabrachtessun im Güterregister der Reichsabtei des Benediktiner- Klosters Helmarshausen erwähnte und schon im Jahre 1216 als wüst bezeichnete Ort wurde ab 1250 vom Kloster Hardehausen erworben und als Gut und Zisterzienser-Klosterniederlassung neu errichtet. Der Ort erhielt von nun an den Namen Münchhof(erstmals 1354 so erwähnt), das heutige Mönchehof im Landkreis Kassel.

Der Ursprung war ein Gut für Mönche

Die Geschichte Mönchehofs beginnt 1120 als Außenstelle der Benediktiner

Im Mittelpunkt des Espenauer Ortsteil Mönchehof ist ein altes Gemäuer erhalten geblieben, das aus der Zeit des Mittelalters stammt. Bereits 1120 wird im Güterverzeichnis der Benediktinerabtei Helmarshausen der Name "Hathabratessum" für das heutige Mönchehof erwähnt. Zweifelsfrei handelt es sich dabei um die Mönchehöfe, die als Außenstelle des Klosters anzusehen sind.

In der einst bewaldeten und sumpfigen Gegend fiel die kleine Siedlung infolge von Raubritterfehden um 1200 wüst. Anfang des 13. Jahrhunderts legte das Zisterzienserkloster Hardehausen an gleicher Stelle wieder einen Klosterhof an, der durch Zukäufe und Schenkungen adliger Familien ständig vergrößert werden konnte. Bereits 1354 taucht erstmalig der Name Münchhof auf. Um den Klosterhof war zwischenzeitlich wieder ein kleines Dorf entstanden. Während der Reformation wurde auch das Klostergut in Mönchehof aufgelöst, gelangte so in landgräflichen Besitz und wurde an verschiedene Pächter gegen Geldzins verpachtet. Nachdem das 90 Hektar große Gut 1620 an den Kammermeister von Cornberg verkauft wurde, wechselten die Besitzer häufig, bis es 1776 vom hessische Landgrafen erworben wurde, der es in eine Staatsdomäne umwandelte.

Am frühen Morgen am Glockenteich: tief taucht der abgestorbene Ast einer Weide in die Nebelbänke ein, werden gleichsam alte Sagen von Feen wach. In dem Naturschutzgebiet haben sich inzwischen seltene Amphibienarten sowie Wasservögel angesiedelt. (Foto: Lantelmé)

Als Kern des alten Gutshofes ist das heute älteste Haus in Espenau anzusehen, das einst als Herrenhaus des Klosterhofes diente. Seine mächtigen Fundamente und Außenmauern haben die Zeit überstanden. Wahrscheinlich wurde es zu Beginn des 17. Jahrhunderts erbaut. Das unmittelbar angebaute neue Herrenhaus wurde 1894 vom damaligen Eigentümer Blass errichtet. Seither blieb das alte Klosterhaus ungenutzt und führt bis heute ein Schattendasein. Während das neue, aus roten Ziegelsteinen errichtete Herrenhaus unter Denkmalschutz gestellt wurde, wurde das ältere Gebäude vergessen. Das endgültige Aus für den Gutshof kam 1937 mit dem Abriss der alten Zehntscheune. An der nordwestlichen Giebelseite der Höhmannschen Scheune sind die alten Basalttuffsteine noch heute zu erkennen.

Als 1937/ 38 in Kassel die Frankfurter Straße ausgebaut wurde, verloren dort ansässige Bauern ihre Höfe. So kamen unter anderem auch die Landwirtsfamilien Höhmann und Siebert auf das Restgelände des ehemaligen Gutshofes nach Mönchehof. Das etwa 600 Morgen umfassende Gutsland wurde auf fünf Landwirte verteilt. Familie Siebert aus Niederzwehren erwarb das Herrenhaus und das dazugehörige Mönchshaus. Familie Höhmann baute an der Stelle, wo einst Kuhställe waren, ein neues Wohnhaus. 1982 wurde in Mönchehof die Hermann-Gmeiner-Straße gebaut und wieder mussten Teile des alten Gutshofes abgerissen werden und der Hof der Familie Siebert wurde aufgegeben. Der Landwirt Siebert bezog einen Aussiedlerhof und die restlichen Gutsstallungen wurden entfernt. Das zwischenzeitlich in öffentliches Eigentum übergegegangene Herrenhaus erwarb 1985 die Familie Bollendorf-Tiemann. Sie sanierte und renovierte das über 100-jährige Gebäude. Nach Abschluss der Arbeiten wurde es unter Denkmalschutz gestellt.

Im Denkmalbuch wird das alte Mönchshaus nicht erwähnt, wahrscheinlich weil es vergessen wurde. Eine wirtschaftliche Nutzung des etwa 400 Jahre alten Steinhauses ist zurzeit nicht möglich. Die Sanierung oder der Ausbau dieses historischen Gebäudes (im Privatbesitz), von dem der Ort Mönchehof einst seinen Ursprung nahm, scheitert bislang an zu hohen Kosten. So wird das alte Mönchshaus leider dem Verfall preisgegeben. Die Gemeinde kann erst dann in Aktion treten wenn von diesem Gebäude Gefahr droht.

Friedrich-Wilhelms-Nordbahn

Von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung des Ortes war der Bahnanschluß. Im Jahre 1848 fuhr erstmals ein Zug der Friedrich-Wilhelms-Nordbahn von Kassel nach Grebenstein.

Vom alten Bahnhof in Mönchehof aus ging der letzte hessische Kurfürst Friedrich Wilhelm ins Exil nach Polen und mit ihm auch vier seiner Lieblingspferde, die in Beberbeck gezüchtet worden waren.

Kirche

Die heutige evangelische Kirche in Mönchehof entstand in den Jahren 1906/07 im neogotischen Baustil.

Gegenüber der Kirche in Mönchehof lädt der Dorfplatz zum Verweilen ein, heute mit Brunnen und einer bronzenen Mönchsfigur, die an das ehemalige Kloster in Mönchehof erinnert, dessen Überreste noch in der Hermann-Gmeiner-Straße 7 zu sehen sind.

Am Glockenteich soll im übrigen nach einer Sage eine Glocke aus dem ehemaligen Kloster Mönchehof versunken sein.

siehe auch

Vom Bahnhof in Espenau-Mönchehof zum Altmarkt in Kassel

Verkehrsanbindung

Der Bahnhof in Mönchehof liegt an der ehemaligen Friedrich-Wilhelms-Nordbahn, der Eisenbahnstrecke von Kassel über Warburg ins Ruhrgebiet.

Wandertipps

Weblinks