Lutterberg

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Das Wappen von Lutterberg
Lutterberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Staufenberg/ Nds. im Landkreis Göttingen mit etwa 900 Einwohnern.

Geografische Lage

Lutterberg liegt auf einer von Landwirten genutzten Hochfläche im Naturpark Münden, direkt an der Autobahn 7, Anschlußstelle Hann. Münden / Lutterberg. Nördlich befindet sich die Stadt Hann. Münden, die über die Bundesstraße 496 zu erreichen ist. Im Westen liegt Kassel.

Geschichte

  • Erstmals wird Lutterberg im Jahr 1411 schriftlich erwähnt. Bei dem Schriftstück handelt es sich um eine Rechnung der Stadt Hann. Münden über ein Strafgeld. Lutterberger hatten sich ohne Erlaubnis aus dem Mündener Stadtwald Holz geholt.
  • Der Ort gehörte einst zu den Fuhrmannsdörfern an der alten Handelsstraße von Münden über die Lutterberger Höhe nach Kassel. Dieser Hauptverkehrsweg führte lange Zeit über die Höhen statt an der Fulda mit ihren oft versumpften und von Hochwasser gefährdeten Ufern entlang. Entsprechend der historischen Bedeutung des Fuhrmanngewerbes wird das Wagenrad im Wappen geführt. Es zeigt über einem gebogenen goldenen Balken ein silbernes Rad, das wie auf einer Straße läuft. Der grüne Dreiberg im Wappen soll für den Namen und die Lage des Ortes stehen mit dem Kleinen und Großen Staufenberg sowie dem Großen Steinberg im Landschaftsbild.[1]
  • Ende des 17. Jahrhunderts zählte der Ort 350 Einwohner, die in verschiedensten Handwerksberufen tätig waren. Zusätzliche Verdienstmöglichkeiten gab es durch den Frachtverkehr, besonders auf der gefürchteten Steilstrecke von der Lutterberger Höhe ins Fuldatal hinab, wo auf der abschüssigen Wegstrecke die Wagen abgebremst werden mussten. Zahlreiche Fuhrwerke passierten den Ort pro Tag und mancher Einwohner gehörte selbst zu den Frachtfuhrleuten bevor mit dem Bau der Eisenbahn ein Großteil des Güterverkehrs auf die Schiene verlagert wurde.
  • Bekannt wurde der Ort als Schauplatz zweier Schlachten im Siebenjährigen Krieg (17561763). Am 10. Oktober 1758 besiegten die Franzosen bei Lutterberg die Verbündeten des Preußenkönigs Friedrich II. In der zweiten Schlacht am 23. Juli 1762 unterlagen dann die Franzosen und die mit ihnen verbündeten Sachsen: Herzog Ferdinand von Braunschweig bezwang sie mit einem Überraschungsangriff.
  • Im 19. Jahrhundert wechselte die Struktur zu landwirtschaftlichen Betrieben. Die Landwirtschaft war fast vollkommen auf die Pferdezucht eingestellt, die heute verschwunden ist.
  • Seit 1972 ist Lutterberg ein Ortsteil der Gemeinde Staufenberg.
  • Ende August 2011 feiert Lutterberg sein 600-jähriges Bestehen.

Gewerbegebiet

Seit Ende der 1980er-Jahre fördert die Gemeinde Staufenberg ihr in Lutterberg an der Autobahn gelegenes Gewerbegebiet, in dem viele Firmen angesiedelt wurden. Derzeit sind im Gewerbegebiet unter anderem ein Postfrachtzentrum der Post, die Firma Ehl (Bausteinhersteller) und das Unternehmen B.A.S. Verkehrstechnik AG angesiedelt.

Kirche

  • Die am Turm der Dorfkirche eingehauene Jahreszahl benennt das Jahr 1482. Ihre Kirchenbücher reichen bis zur Zeit des Dreißigjährigen Kriegs zurück.
Rettete die alte Kirchturmspitze vor dem Schrott: Günter Krybus aus Lutterberg (links), zusammen mit Pastor Dr. Niclas Förster. Im Hintergrund die schönen Wandmalereien in der St. Peter und Paul-Kirche.
  • Lutterbergs Pastor Dr. Niclas Förster spricht vom „Finger der Kirche“ und meint damit die Kirchturmspitze. Dass die Lutterberger zwei davon haben, eine auf dem Turm und eine Nachbildung der früheren Kirchturmspitze im Gotteshaus, verdankt die Kirchengemeinde dem Lutterberger Günter Krybus.
  • Bei der jüngsten Renovierung des Kirchturms im Jahr 2004, zu Pastor Kramers Zeiten, hatte Krybus die alte Spitze entdeckt, Sie lag in einer Ecke und rostete vor sich hin.
  • Die alte Turmspitze wäre beim Schrotthändler gelandet, hätte Günter Krybus sich nicht ihrer angenommen. Er nahm sie mit nach Hause, entfernte den Rost und ließ den alten „Finger der Kirche“ mit Goldbronze sandstrahlen. Eine Spitze ohne Turm, dachte sich der handwerklich geschickte Lutterberger, gebe nicht so viel her. Er überlegte und beschloss, aus einem Stück Holz, das ihm ein Nachbar schenkte, den Turm nachzuarbeiten - im Kleinformat. Der Erbauer hat den Mini-Turm mit Spitze der evangelischen Kirchengemeinde geschenkt und so steht sie seit einiger Zeit in der St. Peter und Paul-Kirche und kann dort besichtigt werden.
  • In dem Gotteshaus aus dem Jahr 1482 mit den schönen Wandmalereien wird das restaurierte Stück einen Ehrenplatz erhalten. Wo genau, das wird der Kirchenvorstand entscheiden.
  • Was aber war ganz oben dran an der alten Kirchturmspitze? Ein Kreuz? Ein Hahn? Eine Wetterfahne? Das weiß heute niemand mehr in Lutterberg.
  • Die letzten großen Renovierungen von Kirchturmhaube und Spitze war im Jahr 2004 und im Jahr 1873. Zuvor, im 17. Jahrhundert, war der Kirchturm eingestürzt.


Vereine und Verbände

Alte Zeichnungen von Lutterberg.


  • Kulturverein Lutterberg e. V.

Der Kulturverein Lutterberg wurde 1975 gegründet und hat heute 115 Mitglieder. Der Verein hat sich die kulturelle Pflege und die Ortsverschönerung zum Ziel gesetzt. Außerdem bemüht er sich, den ursprünglich in der Region gesprochenen plattdeutschen Dialekt zu pflegen und der jüngeren Generation zu vermitteln. Hierzu finden regelmäßig plattdeutsche Abende statt. Ein weiteres Anliegen des Vereins ist es, den Ortsheimatpfleger bei der Ergründung und Darstellung der Lutterberger Geschichte zu fördern. Der Verein nimmt seine Aufgaben und Tätigkeiten im Sinne der Gemeinnützigkeitsverordnung wahr. Er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke, sondern stellt seine Arbeit in den Dienst der Allgemeinheit. Er ist im Vereinsregister des Amtsgerichts Hann. Münden eingetragen. [2]

  • Freiwillige Feuerwehr Lutterberg
  • TSV Lutterberg 1900 e. V.
  • Schlachtefreunde
  • Feldmarksgenossenschaft
  • Forstgenossenschaft
  • Jagdgenossenschaft

Sehenswürdigkeiten

siehe auch

Wandern

Wandertipp

Weblinks und Quellen

  1. Aus der HNA vom 2. Januar 2011: Das Dorf hinter den drei Bergen
  2. Homepage des Kulturvereins Lutterberg



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Wappen Landkreis Goettingen.png

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