Lutherplatz

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Lutherkirche

Der Lutherplatz in der Kasseler Innenstadt fungiert als Friedhof sowie als Kirchplatz. Er ist etwa 15.000 Quadratmeter groß. Eine nahliegende Tram-Station ist nach dem Lutherplatz benannt.

Lage

Geschichte

  • 1564 wurde westlich des ehemaligen Stadtteils Casseler Freyheit, damals Teil der Kasseler Altstadt, der neue Friedhof eingerichtet. Zu dieser Zeit lag er noch außerhalb der Stadt und wurde durch das Hohe Tor, auch: Totentor(heute Mauerstraße), von der Stadt abgegrenzt. Mit der Zeit entwickelte sich die Stadt weiter und wuchs um den Lutherplatz und den darauf liegende Altstädter Friedhof herum. So konnte der Friedhof nicht mehr erweitert werden und wurde schließlich aufgegeben.
  • Die lutherische Gemeinde kaufte im 19. Jahrhundert das Gelände des ehemaligen Allstädter Friedhof und baute wenige Jahre nach dem Erwerb des Grundstücks die gotische Lutherkirche.

Grabmäler

  • Im zweiten Weltkrieg und durch verschiedene Baumaßnahmen wurden viele Steine
    Das Reichenbach-Grab gegenüber dem evangelischen Gemeindeamt an der Spohrstraße.
    zerstört oder sind verschwunden. Heute stehen noch 70 Grabmäler, bestehend aus Sandstein, auf dem Lutherplatz. Auf dem 15 000 Quadratmeter großen Lutherplatz, der bis 1843 drei Jahrzehnte lang als Altstädter Friedhof der Hauptfriedhof der Stadt war, liegen berühmte Persönlichkeiten der Stadtgeschichte begraben. Prominent sind etwa die Gräber der Grimm-Frauen: Dorothea, die Mutter der Geschwister Grimm, wurde hier beigesetzt, deren Tochter Lotte sowie Marie Elisabeth, die Frau des Maler-Bruders Ludwig Emil. Es sind heute Ehrengräber der Stadt Kassel.
  • Aber auch Oberbürgermeister Karl Schomburg (1791-1841) ist hier beerdigt ebenso wie der Uhrmacher und Entdecker der Logarithmen, Jost Bürgi. Der Kirchenkreis Kassel Stadt-Mitte hat sich vorgenommen eine Karte der Gräber zu erstellen, er stützt sich dabei auf einen Plan der Arbeitsgemeinschaft Friedhof und Denkmal von 1981 mit 80 verzeichneten Grabstätten
  • Weitere Steine befinden sich im Areal des kurfürstlichen Mausoleums, das an den Lutherplatz angrenzt.
  • Einige besonders schöne Grabmäler wurden in das Sepulkrarmuseum Kassel verfrachtet. Einige der Grabmäler geben Ausschluss über die Stadtgeschichte Kassels.

Der schwarze Ritter

An der Ecke Lutherstraße/Mauerstraße ist das markante Grabmal von Christian von Eschwege zu sehen. Dem 1793 in Reichensachsen geborenen Jagdjunker des Kurfürsten war die Ehre zuteil, den Leichenzug zur Beisetzung Wilhelms I. von der Stadt zur Löwenburg als Totenritter in schwarzer Rüstung anzuführen. Weil er unter der Rüstung geschwitzt hatte, zog er sich eine Erkältung zu, an der er im Juli 1921 im Alter von 27 Jahren starb.[1]

Bedeutende Persönlichkeiten

Grab und Denkmal der Charlotte Amalie Grimm

Siehe auch

Quellen und Links

Einzelnachweise

  1. Aus HNA.de vom 4. November 2013: Schätze auf dem Friedhof: Grabmale auf dem Lutherplatz