Lutherkirche ( Kassel )

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Turm der Lutherkirche

Die Lutherkirche in der Kasseler Innenstadt ist mit 76 Metern das höchste Gebäude der Stadt Kassel. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche schwer beschädigt und anschließend bis auf den Turm abgetragen. Im Jahre 1970 entstand dann in direkter Nachbarschaft ein Neubau.

Bauwerk

Die Grundsteinlegung zur ehemaligen Lutherkirche erfolgte am 21. Juni 1894 auf dem ehemaligen "Altstädter Friedhof".

Nach den Plänen von Prof. Hugo Schneider entstand ein neugotischer, dreischiffiger Kirchenbau.

Die Kirche wurde am 28. November 1897 geweiht. Der Medizinalrat Dr. Gottlieb Friedrich Fiedler ermöglichte mit einer großzügigen Spende den Bau des Gotteshauses. Sie war die Kirche für die Lutheraner in Kassel.

Mit zwei anderen lutherischen Gemeinden bildete die Kirchengemeinde der Lutherkirche bis 1930 einen kleinen Gemeindeverband in einem reformierten Umfeld.

Im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche bis auf die Außenmauern des Kirchenschiffs und den 76 Meter hohen Turm bei der Bombardierung Kassels zerstört. Der erhaltene Turm ist mit 76 Metern Kassels höchstes Kirchenbauwerk.

Die erneute Einweihung und der erste Gottesdienst nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte am 27. November 1949 im notdürftig wieder hergestellten Kirchenraum.

Im alten Kirchturm befinden sich vier Glocken. Sie erklingen in der Tonfolge c'-es'-f'-as'.

Neubau von 1970

Turmsockel und Haupteingang
Relief von Emil Kiess

Bereits der Name gibt Anlass zu der Vermutung, dass die Lutherkirche einst keine unbedeutende Kirche war. Der verbliebene "Rest", der Turm, der nach der Bombardierung Kassels im Zweiten Weltkrieg noch steht, ist relativ hoch, prächtig ausgestattet und noch heute beeindruckend.

Trotzdem wurde die Lutherkirche nicht rekonstruiert. Der Neubau wurde nach 1966 gewonnenem Wettbewerb durch den Stuttgarter Architekten Heinz Rall errichtet und 1970 geweiht.

Wie eine große Skulptur fügt sich das monolithische Sichtbeton-Gebäude in die Parklandschaft des Altstädter Friedhofs. Kirche und Gemeindezentrum, verbunden durch an einen Kreuzgang erinnernde Arkaden, fassen die Leerstelle des zerstörten neogotischen Kirchenschiffs und schaffen einen vom Verkehr abgeschirmten Hof.

Im Eingangsbereich der Kirche und an der Altarwand finden sich farbige Betonreliefs von Emil Kiess, die Fenster der Andachtskapelle stammen von der Künstlerin Sigrid von Liebenstein.

Im benachbarten Gemeindehaus finden verschiedene Vernstaltungen statt, z. B. des Evangelischen Forums.

Anbau und Umbau in 2013

Im Jahre 2011 hat die Kirchengemeinde beschlossen, die Lutherkirche nicht mehr als Gemeindekirche zu nutzen. Im Juli 2012 verabschiedete sich die Gemeinde in einem festlichen Gottesdienst von Pfarrer Dr. Jürgen Wolf und übergab die Lutherkirche an die CROSS jugendkulturkirche kassel.

Bis zum Herbst 2013 entstand mit einem 1,5 Mio. Euro teuren Um- und Ausbau ein neu gestalteter Komplex mit Kirche, Gemeindezentrum und Innenhof. [1]

Altstädter Friedhof

Grabmal auf dem Altstäder Friedhof

Im Umfeld der Kirche stehen einige beeindruckende Grabsteine bzw. Totendenkmäler des ehemaligen Altstädter Friedhofs.

Unter den klassizistischen Grabdenkmälern finden sich das Grab der Schwester der Brüder Grimm, das Mausoleum für Kurfürstin Wilhelmine Karoline und daneben die Grabstätte des letzten Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. von Hessen.

Der Friedhof wurde am 30. Juni 1843 geschlossen und durch den Hauptfriedhof an der Holländischen Straße ersetzt.

Kirchplatz und Lutherstraße

Das kurze Straßenstück nördlich vor dem "Kirchplatz" heißt Lutherstraße und liegt in der fast geradlinigen Verbindung von Grünem Weg im Westen und Kurt-Schumacher-Straße im Osten.

siehe auch

Weblinks und Quellen

Turm der Lutherkirche

Quellen

  1. HNA-onlie vom 7.9.2013: Umbau der Evangelischen Kirche - Lutherplatz in neuem Licht

Weblinks