Lullusfest

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Lullusfest (mundartlich auch Lolls) ist das älteste in Deutschland stattfindende Volksfest. Es wird jährlich in Bad Hersfeld in Gedenken an den Erzbischof und Bonifatiusschüler Lullus (710-786) gefeiert, der als Gründer der Stadt gilt.[1]

Geschichte

Im Jahr 769 lies der damalige Erzbischof Lullus von Mainz das Benedektinerkloster im nordhessischen Bad Hersfeld erbauen und gilt somit auch als Gründer der Stadt. In diesem wurde er nach seinem Tod (786) im Alter von 80 Jahren beigesetzt. Aufgrund seiner Popularität in der Region wurde das Lullusfest nach ihm benannt und zum ersten Mal im Jahr 852 gefeiert, nachdem eine neue Kirche erbaut und der Leichnam des Erzbischofs in dieser erneut beigesetzt wurde. Seitdem ist es bei den Einwohnern sehr beliebt. Es beginnt jedes Jahr in der Woche, in der der 16. Oktober fällt, da dies der Todestag des Heiligen Erzbischofs Lull ist.

Anfangs diente es noch als kirchliches Fest um an den damaligen Erzbischof zu erinnern, bei dem lediglich eine Holzhütte aufgestellt wurde die für obdachlose Pilger als Unterkunft diente. Was sich im Laufe der Zeit jedoch immer mehr zu einem Volksfest entwickelte und immer mehr Besucher anzog. Im Jahr 2011 wurde zudem das 1275-jährige Bestehen der Stadt gefeiert, mit dem Motto "1275 Jahre - junges Hersfeld".

Bräuche

Video: Das Lullusfeuer brennt

Das Fest wird jedes Jahr mit dem entfachen des "Fierches", ein so genanntes Feuer, pünktlich um 12 Uhr eröffnet. Von diesem Zeitpunkt an brennt das Feuer 10 Tage, ebenso lang dauert das Lullusfest. Das anzünden des Feuers mit einem Fackelwurf, ist immer Aufgabe des derzeitigen Bürgermeisters. Sobald das Feuer brennt, ist immer wieder der Schlachtruf "Enner, zwoon, dräi - Bruder Lolls!" zu hören, mit dem die Leute den Beginn des Festes einläuten. Zudem läuten alle Glocken der Stadt, unter denen sich auch die älteste Deutschlands, die "Lullusglocke" befindet. Am darauf folgenden Tag, findet abends ein Fackel- und Laternenzug statt, der musikalisch von vielen Kapellen begleitet wird. Für die Bewohner von Bad Hersfeld beginnt mit dem Lullusfest ein neues Jahr, nämlich das "Lollsjahr". Am Sonntag der nächsten Woche wird um 19 Uhr das Feuer gelöscht und ein spektakuläres Feuerwerk entzündet. Am Montag, dem letzten Tag des Lullusfestes wird es durch eine Freiverlosung der aufgetretenen Schausteller beendet.[2]

Attraktionen

Video: Festumzug 2012

Die järhlich rund 500.000 Besucher werden nicht nur von Musik, Umzügen mit geschmückten Wagen und künstlerischen Auftritten sondern auch von diversen Fahrgeschäften wie Riesenräder, Karussells und Autoscouter unterhalten. Zudem gibt es eine große Auswahl an kulinarischen Dingen, die in diversen Restaurants und Kneipen angeboten werden. Am "Lollsmittwoch" sind rund 130 Händler in Bad Hersfeld zu Gast, die eine große Auswahl an Essen und zum Teil selbsgefertigten Waren mitbringen. So ist jedem selbst überlassen, ob er sich eines Souvenirs des Lullfestes bedient, etwas zu essen zu sich nimmt oder die Zeit am wärmenden Feuer genießt.

Bewerbung um immaterielles Kulturerbe

Die Stadt Bad Hersfeld bemüht sich bei der UNESCO um die Annerkennung des Lullusfestes als immaterielles Kulturerbe. Ein entsprechender Antrag wurde 2011 aufgrund eines Beschlusses der Lullusfestkommission bei der deutschen UNESCO-Kommission in Bonn gestellt.[3]

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Wikipedia-Eintrag zum Lullusfest
  2. Aus HNA.de vom 9. Oktober 2011: Bad Hersfeld: Bruder Lolls legt wieder los
  3. Aus Hersfelder-Zeitung.de vom 6. Oktober 2011: Lolls soll Kulturerbe werden