Luise Greger

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Luise Greger (geborene Sumpf), * 27. Dezember 1862 in Greifswald, † 26. Januar 1944 in Kloster Merxhausen, wird zu den bedeutenden Komponistinnen ihrer Zeit gerechnet.

Am 27.12.2012 jährte sich ihr Geburtstag zum 150. Mal.

Leben und Werk

Sie stammte aus einer Greifswalder Familie. Ihr Vater, Kommerzienrat Sumpf, war dort Fabrikbesitzer und Senator. Auch in Kassel betätigte sich der Vater. Durch Zusammenschluss der Kasseler Brauereien E. Wentzell und der Losch’schen Brauerei Gebr. Sumpf mit der Greifswalder Brauerei August Sumpf Söhne im Jahr 1897 entstand die Herkules-Brauerei (mit einer Dependance gleichen Namens in Greifswald). In Greifswald und später in Berlin hat Luise Greger ihre Studien absolviert.

Sie heiratete 1888 den Berliner Arzt und Sanitätsrat Dr. Ludwig Greger. Nach dem Umzug der Familie nach Kassel-Mulang im Kasseler Stadtteil Bad Wilhelmshöhe, gründete Ludwig Greger im Jahre 1894 dort im Hause Burgfeldstr. 17 ein Sanatorium. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise verlor die Familie das Sanatorium, zu dem zwischenzeitlich auch weitere Mulang-Villen gehört hatten.

Nach der Scheidung von ihrem Ehemann lebte Luise Greger lange Zeit im Wilhelmshöher Hotel Schombardt (Wilhelmshöher Allee 259, Ecke Landgraf-Karl-Straße).

Zwei Söhne des Paares sind im Ersten Weltkrieg gefallen; ein weiterer Sohn, Helmuth Greger wurde Arzt und Nachfolger des Vaters.

Die Kasseler Post bezeichnete Luise Greger im Jahre 1932 anlässlich ihres 70. Geburtstages als „bedeutendste Tondichterin der Gegenwart“, etwas zurückhaltender fällt ein anderer Artikel zum gleichen Anlaß aus (vermutlich aus den Kasseler Neuesten Nachrichten und einsehbar unter www.kassel-wilhelmshoehe.de). Auf den Bericht in der Kasseler Post bezog sich Wolfgang Hermsdorff Jahre später in seiner Serie "Ein Blick zurück" in einem Artikel über Luise Greger (HNA vom 24. Dezember 1982). Danach kam Luise Greger im Alter in eine Nervenheilanstalt und war offenbar ein Opfer der "stillen Euthanasie". Nach einer Heimunterbringung im Hessischen Siechenhaus in Hofgeismar (im "Damenhaus" ab dem 31.7.1939) wurde sie nach der Darstellung bei Hermsdorff "leicht verwirrten Geistes" in das Kloster Merxhausen verlegt, wo sie rasch verstarb. Nach der Darstellung bei Julia Drinnenberg (Stätten der Erinnerung - Gedächtnis einer Stadt, Die Opfer des Nationalsozialismus in Hofgeismar, 1. Auflage, Hofgeismar 2010, S. 75) wurde Luise Greger wenige Monate nach dem Tod des Hofgeismarer Leiters des Siechenhauses, Theodor Weiß am 2.12.1943 mit einem "Sammeltransport" nach Merxhausen wegen einer "senilen Seelenstörung" abgeschoben, wo sie am 26. Januar 1944 verstarb. Auch in Merxhausen waren zu dieser Zeit die Verpflegungssätze für die Anstaltsinsassen mehr und mehr herabgesetzt worden und eine ausreichende ärztliche Betreuung oder sachgemäße Pflege nicht mehr gewährleistet[1].

Ihre letzte Ruhestätte fand Luise Greger auf dem Friedhof in Wahlershausen.

Zu den etwa 200 - 250 Werken von Luise Greger gehören Liedkompositionen, Chorstücke und die Märchenoper „Gänseliesel“ (Opuszahl 170). In ihrem Album "18 Lieder für eine Singstimme mit Begleitung des Pianoforte" vertonte sie auch Werke von Goethe und Storm. Die stattliche Frau blieb aber auch bis ins Alter eine begeisterte Interpretin ihrer Werke.

Im Rahmen des Kultursommers Nordhessen wurde am 8.7.2012 bei einem Liederabend im Synodalsaal der Evangelischen Akademie Hofgeismar an Leben und Werk der Komponistin erinnert (Petra Schmidt - Gesang, Hellmuth Vivell - Klavier).

siehe auch

Quellen und Weblinks

Weblinks:

Weitere Literatur:


  1. siehe dazu auch: Manfred Klüppel, 'Euthanasie' und Lebensvernichtung am Beispiel der Landesheilanstalten Haina und Merxhausen, Eine Chronik der Ereignisse 1933-1945, kobra.bibliothek.uni-kassel.de (pdf), S. 63 f.)
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