Louisendorf

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Die Hugenottenkirche in Louisendorf

Louisendorf ist ein Stadtteil von Frankenau im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Geografie

Louisendorf liegt östlich von Frankenau im Kellerwald und im Nationalpark Kellerwald-Edersee.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Der Ort wurde im Rahmen der "Freyheits-Concession" des Landgrafen Carl zu Hessen-Kassel für hugenottische Flüchtlinge aus Frankreich im Jahre 1687 auf dem Territorium der mittelalterlichen Wüstung Hammonshausen gegründet.

118 Personen in 16 Haushalten wurden 1688 angesiedelt. Die Häuser der Siedler entstanden bis etwa 1692.

Auf Initiative des Pfarrers Abraham Fontaine wurde das Dorf Hammondshausen im Jahre 1700 in Louisendorf umbenannt. Der Ort wurde nach Prinzessin Marie-Louise von Hessen-Kassel benannt, der im Jahre 1688 geborenen Tochter des Landgrafen und seiner Frau Maria Amalia.

Partnerschaft

Heute besteht eine Städtepartnerschaft zwischen Frankenau und der französischen Stadt Die.

Kirche

Die restaurierte Schulscheune in Louisendorf

Im Jahre 1700 wurde mit dem Bau der Hugenottenkirche begonnen, die als Fachwerkkirche entstand und am 18. Oktober 1702 eingeweiht wurde.

Bis in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts hinein wurden die sonntägliche Predigt aber auch der Schulunterricht in französischer Sprache gehalten.

Museum Schulscheune Louisendorf

Nach französischem Vorbild entstand die aus Feldsteinen gemauerte Schulscheune im Dorfkern, die inzwischen von der in 2003 gegründeten Interessengemeinschaft Schulscheune restauriert wurde und heute das heimatkundliche Museum beherbergt.

Ein Nutz- und Ziergarten umgibt die Schulscheune, unter anderem mit Weinreben und Kräuterbeeten.

Die ehemalige Schulscheune wurde renoviert und dient heute auch als Informations- und Begegnungszentrum.

siehe auch

Wandern

Hugenotten- und Waldenserpfad

Die Route des ca. 1800 Kilometer langen Kulturwanderwegs führt von Südfrankreich über Italien und die Schweiz nach Südwestdeutschland und weiter bis nach Bad Karlshafen in Nordhessen. Verbindendes Element ist die Geschichte der Hugenotten und Waldenser, die als französische Protestanten Ende des 17. Jahrhunderts ihr Heimatland Frankreich aus Glaubensgründen verlassen mussten.

In Nordhessen verläuft der Pfad durch den Burgwald, den Kellerwald und das nordhessische Bergland.

Er verläuft im Bereich der Eder über Wiesenfeld und Louisendorf, weiter über Leckringhausen nach Hofgeismar (mit den Dörfern Carlsdorf, Friedrichsdorf, Kelze und Schöneberg) und über Gottstreu und Gewissenruh nach Bad Karlshafen.

Wussten Sie schon ...

Gedenkstein zur Erinnerung an die ersten hugenottischen Siedler und die Begründung der Partnerschaft mit Die (Frankreich)
  • ... dass die Hugenotten im Landkreis Spuren hinterließen? So kamen evangelische Glaubensflüchtlinge aus Frankreich auch nach Louisendorf. 1678 wurden dort 16 Familien mit 118 Personen angesiedelt. Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Schule und Gottesdienst Französisch gesprochen, als Umgangssprache hielt es sich bis weit ins 20. Jahrhundert. Heute zeugt noch die Kirche von den Wurzeln dieses "Klein-Frankreichs" mitten in Nordhessen.
    Johannes Grötecke, Bad Wildungen

Weblinks



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