Louise von Bose

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Das Biedermeierportrait von "Gräfin Louise Bose als Kind" hängt in der Neuen Galerie. Es stammt von Joh. J. August von der Embde.

Louise Wilhelmine Gräfin von Bose (*26. Februar 1813 in Berlin; † 3. Oktober 1883 in Baden-Baden), geb. Gräfin von Reichenbach-Lessonitz, genannt auch Luise von Bose, war eine Gräfin, die besonders mit Kassel verbunden war. Sie war die Tochter des Kurfürsten Wilhelm II. und seiner Geliebten, Emilie Ortlöpp, der späteren Gräfin Reichbach-Lessonitz. Louise von Bose galt als Wohltäterin der Armen.

Familiengeschichte

Kurfürst Wilhelm II. war mit der Schwester des preußischen Königs Friedrich Wilhelm II. verheiratet. Um 1812 verliebte er sich in Emilie Ortlepp, die Tochter eines Berliner Juweliers. Als 1813 die napoleonische Vorherrschaft zu Ende ging, holte Kurfürst Wilhelm II. Emilie nach Hessen und lebte zusammen mit seiner Frau und seiner Geliebten in Kassel. Er erhob die Geliebte in den Adelsstand und machte sie zur Gräfin Reichenbach. Sie wurde bei Hofe zugelassen und wohnte im Roten Palais am Kasseler Friedrichsplatz.

Trotz aller Schwierigkeiten wurde Emilie mit ihren Söhnen und Töchtern anerkannt. Sie gebar acht Kinder, von denen Louise die älteste war.

Biografie

Louise wurde 1813 geboren und 1828 in der Schlosskapelle Wilhelmshöhe konfirmiert. Nach dem Tod ihrer Mutter wurde sie – wie es damals üblich war - verheiratet. Sie heiratete 1845 Carl August von Bose und starb 1883 im Alter von 70 Jahren.

Ihr Vater Kurfürst Wilhelm II. mochte seine Tochter Louise ganz besonders, schätzte ihre Klugheit und Tüchtigkeit und ihr liebevolles und fröhliches Wesen. Louise lebte meistens bei der Mutter, pflegte später jedoch viele Jahre ihren kranken Vater. Während ihrer Ehe lebte Louise mit ihrem Mann in Frankfurt, Wiesbaden und Baden-Baden.

Sie galt als große Wohltäterin der Armen und als Förderin von Kunst und Wissenschaft, insbesondere der Naturwissenschaften. Sie besaß nicht die Vorzüge körperlicher Schönheit. Da sie keine eigenen Kinder besaß und über genügend finanzielle Mittel verfügte, kümmerte sie sich um Hilfsbedürftige.

Relief Louise von Bose mit Ehemann - Inschrift "Erkenne dich selbst"

Verbindung zu Kassel

Weil sie ihre Kindheit in Kassel verbracht hatte, lagen ihr die Belange der Kasseler Bevölkerung besonders am Herzen. Dem Kinderhospital „Zum Kind von Brabant" im Königstor, (1943 zerstört) erbaute sie ein eigenes Heim mit 50 Betten.

Sie kümmerte sich um kurhessische Lehrer und deren Witwen und Waisen und spendete Geld für die Ausbildung hilfsbedürftiger und verwahrloster Kinder. Der Stadt hinterließ sie eine Stiftung, die ihre umfangreiche Kunstsammlung, persönliche Andenken, Möbel, und Urkunden, zusammen mit einer dafür vorgesehenen Villa, umfasste. Dieses Bose-Museum befand sich in der nach ihr benannten Luisenstraße. An der Stelle befand sich bis vor einigen Jahren die August-Fricke-Schule, dort findet man noch ein ein Relief, das Louise von Bose zeigt.

siehe auch

Weblinks und Quellen

  • Text: B. Schalles, in der Festschrift "150 Jahre Luisenschule" (eingestellt von Karin-Ch. Stiehl)
  • Literaturhinweis: Gräfin Louise Bose und das Schicksal ihrer Stiftungen und Vermächtnisse,

Margret Lemberg, Verlag Waldemar Kramer - Frankfurt Main 1998