Losse
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Die Losse ist ein 28,9 km langer Zufluss der Fulda im Werra-Meißner-Kreis, im Landkreis Kassel und in der Stadt Kassel.
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Flussverlauf
Die Losse entspringt oberhalb von Hessisch Lichtenau und fließt durch den Kaufunger Wald über Helsa und Kaufungen.
Die Losse kommt schon in Niederkaufungen als stattlicher Bach an, der nach seiner "Reise" von ca. 15 km aus seinem Quellgebiet, dem "Verbindungsrücken" zwischem dem südlichen Kaufunger Wald und östlichem Söhre-Wald - "irgendwo um Hessisch-Lichtenau", nun in Richtung Bettenhausen noch vom zweiquelligen Setzebach "aufgefüllt" wird.
Gerade im Gebiet des ehemals selbstständigen Dorfs Bettenhausen lagen zahlreiche Mühlen an der Losse. Zwischen Bettenhausen und der Stadt Kassel lag an dem Mühlkanal der Losse, der "Neuen Losse", auch ein Industriewerk, das den Namen Agathof trug.
Nachdem die Losse den Kasseler Stadtteil Bettenhausen durchflossen hat, mündet sie bei Niestetal - Sandershausen in die Fulda.
Kulturpreis
Die Zentrale für Aktive Kunst (ZAK)/ Heidi Rühlmann erhielt 2004 den Kasseler Kulturpreis für das Projekt "LOSSE - Kunst am Fluss": bei Aktionen und künstlerischen Projekten stand die Renaturierung des innerstädtischen Flussverlaufs der Losse im Mittelpunkt aber auch die Erinnerung an fast vergessene Orte entlang der Losse und deren Geschichte.
Losse-Delta
Das neue Losse-Delta wurde am 30. Mai 2005 eingeweiht. Auf einer Fläche von etwa 60.000 m² wurden im Bereich der Stadt Kassel die Möglichkeiten zur Entstehung eines naturnahen „Mündungsdelta“ geschaffen. Die Umgestaltung der Losseeinmündung in der Fuldaaue der Kasseler Unterneustadt diente darüber hinaus dem Hochwasserschutz der Stadt Kassel.
Lossekraftwerk
Im Februar 1911 wurde auf den Lamprechtschen Wiesen an der Losse mit dem Bau des Lossekraftwerks zur Stromversorgung der Stadt Kassel begonnen. Von dem einstigen Braunkohlenkraftwerk für die Stromversorgung der Stadt Kassel sieht man heute nur noch Spuren. Oberirdisch beherbergt noch heute das alte stehengebliebene Maschinenhaus die Turbinenanlagen. Unterirdisch stößt man bei Bauarbeiten allenthalben auf Reste der Braunkohlenasche, die früher der Einfachheit halber hinter das Kraftwerk geworfen wurden.
Im Jahre 1968 erfolgte die Umwandlung in eine Müllverbrennungsanlage zur Erzeugung von Fernwärme.
Mühlen an der Losse
Seit dem Mittelalter wurde die Wasserkraf der Losse für zahlreiche Mühlen genutzt, allein in Bettenhausen am Mühlenkanal der Losse waren es einstmals 12 Mühlen, woran noch viele Straßennamen erinnern. Zu den Mühlen gehörten
- der Agathof, erstmals 1377 als Lachenmühle erwähnt,
- der Eisenhammer in Bettenhausen aus dem späten 17. Jahrhundert, später Stockfabrik Rocholl,
- die Herwigsmühle (auch Drahtmühle und Unterer Messinghof, 1410 erstmals erwähnt), später war hier die Drahtzieherei des Kasseler Messinghofs,
- der oberhalb des Messinghofs gelegene Kupferhammer (auch Oberste Drahtmühle, gegründet 1680),
- oder die 1407 erstmals erwähnte Forstmühle, der spätere Messinghof.
siehe auch: Artikel zur Geschichte von Bettenhausen
Name
Der Name Losse wird zwar wissenschaftlich auf Lozmane (keltisch), später auch Losmane zurück geführt - laut dem Autor Bruno Jacob: Die Geschichte des Dorfes Bettenhausen.
zur Losse siehe auch: einige Informationen im Eintrag "Agathof" und "Dorfkirche in Bettenhausen").
Darüber hinaus gibt es aber auch eine lustige - streng gesehen sogar despektierliche - "Erklärung" (!) wie die Losse zu ihrem Namen kam:
"Als die Vorfahren der heutigen Lossetalbewohner im Jahre 1246 berieten, wie dieses kleine Flüsschen eigentlich heißen sollte, da überlegten sie und überlegten. Um der langen Beratung ein Ende zu machen, wurde einvernehmlich festgelegt, dass das nächste Wort was in dem Raum fällt, der Name des Flüsschens werden soll. Einem wurde es schließlich zuviel, resignativ und kurzerhand sagte er:
"Losse heesen wie se will!"
Da ging ein Leuchten über die Gesichter und sie hatten den Name gefunden; LOSSE! Denn dies war das erste Wort, das gesagt worden war!"