Linearuhr

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Die Linearuhr
Die Linearuhr ist ein neun Meter hohes Kunstwerk von Peter Hertha (28. Oktober 1939 in Gotha; † 1991 in Vellmar) und befindet sich in der Kasseler Innenstadt. Die lichtkinetische Skulptur, die größtenteils aus Edelstahl besteht und senkrecht nach oben ragt, stammt aus dem Jahr 1977 und steht bis heute auf der Wilhelmsstraße nahe dem Ständeplatz. Optisch ähnelt das Werk einer Metallsäule.

Geschichte

Peter Hertha (links) erklärte Walter Scheel 1978 sein Kunstwerk. Beim Besuch von Scheel in Kassel waren auch der damalige Ministerpräsident Holger Börner (hinten Mitte) und der frühere Kasseler Oberbürgermeister Hans Eichel (rechts).

Der Ingenieur und Künstler Peter Hertha erfand die Uhr Anfang der 1970er-Jahre. 1974 erfolgte die erste Ausstellung der Werkes auf “Sole2″ in Bergkamen. Im Jahr 1977 in Kassel wurde die Uhr dem documenta-Publikum zugänglich gemacht. Noch im selben Jahr wurde das Werk am Ende der Wilhelmsstraße errichtet. Altbundespräsident Walter Scheel erhielt 1978 ein Tischmodell der Uhr als Gastgeschenk der Stadt Kassel. Bereits in den 1960er-Jahren hatte der Ingenieur und Künstler erste Modelle entwickelt.

Funktionsweise

Statt Ziffernblatt oder Digitalanzeige hatte Hertha bei seiner Erfindung auf eine neue Form der Zeitdarstellung gesetzt: Er entwickelte eine Uhr, die anders als die üblichen Exemplare den Ablauf der Zeit durch die lineare Anordnung von Lichtkörpern sichtbar werden lässt. Insgesamt sind es 39 Lampen, die aufgeteilt in zehner Stunden, einer Stunden, zehner Minuten, einer Minuten sowie zehner Sekunden und einer Sekunden die Zeit anzeigt. Die Lämpchen sind in einer Linie untereinander angeordnet. Per Funk wird die Uhr justiert.

Die Elektronik dieser Uhr stellte für die damalige Zeit eine beeindruckende Leistung dar. Damals erhielt die Uhr ein Plexiglas Gehäuse, um die Elektronik sichtbar zu machen.

Eingestellt werden kann die Uhr von einer Steuerung, die im benachbarten Café The Coffee Store hängt.[1]

Glühbirnen trotz EU-Verbot

Im September 2009 wird bekannt, dass die Linearuhr trotz des EU-Verbots von Glühbirnen auch in den nächsten Jahren leuchten wird. Die Installation sei nicht vom Verbot betroffen, teilt die Stadt damals mit.

Die Uhr wird mit Spezialbirnen betrieben, die im Handel nicht jedem zugänglich sind. Sie müssen auch nicht durch Energiesparlampen ersetzt werden. Laut Stadt werden die Birnen zweimal im Jahr ausgetauscht. Das Amt für Hochbau- und Gebäudemanagement hat einen Lagerbestand von Birnen.

siehe auch

Weblinks und Quellen

  1. Aus HNA.de vom 24. April 2014: Wilhelmsstraße: Linearuhr soll restauriert werden