Liebfrauenkirche Frankenberg

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Liebfrauenkirche - Ansicht
Hauptportal der Kirche

Die Altstadt von Frankenberg wird durch die gotische Liebfrauenkirche überragt, die nach dem Vorbild der Elisabethkirche in Marburg entstand und als eine der ältesten gotischen Kirche in Deutschland gilt.

Mit dem Bau der Liebfrauenkirche wurde im Jahre 1286 unter Landgraf Heinrich I. begonnen, der auch persönlich die Grundsteinlegung der Kirche vornahm.

Bauwerk und Geschichte

„Im Monat April des Jahres 1286 legte Landgraf Heinrich das Kind den Grundstein zu dieser Kirche“, heißt es auf einem Gedenkstein im Eingangsbereich.

Geweiht wurde die Kirche „Unserer lieben Frau“, der Gottesmutter.

Der Plan sah eine dreischiffige, kreuzförmige gotische Hallenkirche nach dem Vorbild der Marburger Elisabethkirche vor, wenn auch etwas bescheidener, etwa ohne Doppelturmfassade. Mit 60,4 m Länge, einer Gesamtbreite von 17,40 m und einem 61,30 m hohen Turm entstand gleichwohl eine Kirche mit beachtlichen Ausmaßen.

Das Langhaus wurde 1337 fertiggestellt, in der Anlage der Marburger Elisabethkirche ähnlich.

Der ursprüngliche Chor wurde durch den von Tyle von Frankenberg geschaffenen Chor ersetzt (1359 geweiht), von dem auch das Westportal, das Sakramentshäuschen und die Marienkapelle stammen, letztere eine Stiftung des Johann von Cassel.

Die angebaute Marienkapelle entstand in den Jahren bis 1390.

Nach einem Brand musste die Kirche im Jahre 1476 wieder hergestellt werden. Wiederholt wurde die Stadt Frankenberg ein Opfer von Brandkatastrophen.

Besonders am 9. Mai 1476 brach ein Feuer aus, das die gesamte Altstadt und Neustadt zerstörte und dem auch die Liebfrauenkirche zum Opfer fiel, darunter auch zahlreiche alte Buntglasfenster mit biblischen Motiven.

Nach der Reformation in Hessen wurde die Kirche ein protestantisches Gotteshaus. Unter Landgraf Moritz, der aufgrund seines reformierten Bekenntnisses das aus seiner Sicht biblische Bilderverbot rigoros durchsetzte, wurden zahlreiche Kunstschätze unwiederbringlich zerstört.

Arbeiten an einem Teil der heutigen Kanzel aus dem frühen 16. Jahrhundert werden dem Frankenberger Bilderschnitzer Philipp Soldan zugeschrieben, der auch die originellen Holzfiguren am Frankenberger Rathaus geschaffen hat.

Seine kunstvoll geschnitzten Balkenköpfe aus der Liebfrauenkirche, befinden sich heute im Kreuzgang des Kreismuseums. Hier befinden sich auch Sandsteinfiguren des Baumeisters und Steinbildhauers Tyle von Frankenberg, die einst ebenfalls die Liebfrauenkirche zierten.

Mit umfangreichen Sanierungsarbeiten an der Kirche wurde 2010 begonnen. Nach der Außenrenovierung dauerten die Arbeiten auch während des Jubiläumsjahres „725 Jahre Liebfrauenkirche“ noch an.

Galerie

Längsschiff
Orgel
Altarraum


HNA

Serie:

Orgel

An die Stelle der Seuffert-Orgel aus dem aufgelösten Kloster Grafschaft (aus 1811) trat im 20. Jahrhundert die große Orgel der Frankenberger Orgelbaufirma Wolfgang Böttner (1970/ 71 gebaut) mit 2950 Pfeifen, 43 Registern und 3 Manualen.

siehe auch

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