Leipziger Platz

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Leipziger Platz - Straßenbahn vor dem ehemaligen Möbelhaus Salomon.

Der Leipziger Platz ist eine in Bettenhausen gelegene Aufweitung der Leipziger Straße.

Um den wie ein Dreieck ausgeformten Platz stehen noch einige Häuser aus früherer Zeit, allerdings nicht die "Dorfkirche"; diese steht in einiger Entfernung im alten Dorfkern.

Alles im heutigen Bettenhausen wird aber dominiert von dem erheblichen Durchgangsverkehr von und zur Kasseler Innenstadt, bzw. von Osten über die Autobahn A7 (s.a.HaFraBa) und Bundesstraße B 7.

Geschichte

Der Leipziger Platz gilt seit jeher als beliebter Anlaufpunkt der Kasseler Gesellschaft. 1900 fand im Gasthaus Fritz Belz der erste Maskenball statt. 1912 wurde das "Colonialwarenladen-Viereck" eröffnet, das Waren aus den Kolonien des Deutschen Reiches (Togo, Deutsch-Ostafrika, Kiautschou, Deutsch-Südwestafrika, Kamerun) anbot. Im Rahmen eines Projektes der Stadt Kassel, wurde 1928 die Firma Junkers Luftbild beauftragt, eine exakte Stadtkarte mit stereoskopischen Ansichten zu erstellen. Dabei entstanden auch viele Aufnahmen von Bettenhausen.

Trotz des Zweiten Weltkrieges blieb der Leipziger Platz ein zentraler Kulturtreffpunkt. So eröffnete 1945 mit dem "Theater des Ostens" ein beliebter Ort für kulturelle Veranstaltungen aller Art.

1954 wurde das Karree an der Leipziger Straße 207 bis 209 "Leipziger Platz" genannt. Vier Jahre später eröffneten die Brüder Scheda ihre Hausschlachterei. Da sie kein Frischfleisch verkaufen dürfen, verarbeiten sie alles zu Wurst - auch Filet. Dadurch werden sie in Kassel bekannt. Aus allen Stadtteilen kommen die Kasseler, um ihre Wurst bei den Scheda-Brüdern zu kaufen.

Um 1960 organisierte der Betreiber des legendären Kasseler Clubs 21 Auftritte von Live-Bands im Festsaal entlang der Burgstraße (Tenne).

1977 entstand das Möbelhaus Salomon. 13 Jahre später feierte die Familie Salomon das 100-jährige Bestehen ihrer Firma, die aus einer Möbelschreinerei hervorging. 2006 wurde das Möbelhaus Salomon wegen starken Konkurrenzdrucks geschlossen. Seit 2008 wird das Gebäude an der Leipziger Straße 207 bis 209 von der Stadt Kassel als Depot für die drei städtischen Museen genutzt. Geplant ist, dass ins Schaufenster noch ein Stereoskop gestellt werden soll, das einen dreidimensionalen Blick auf das historische Bettenhausen aus der Vogelperspektive ermöglicht.

Bildergalerie zum Leipziger Platz

siehe auch