Leckringhausen

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Die Kirche in Leckringhausen

Leckringhausen ist ein Stadtteil von Wolfhagen, etwa drei Kilometer südlich der Kernstadt. 1262 wurde der Ort als Meierhof des Klosters Arolsen erstmals erwähnt.

Derzeit leben etwa 50 Einwohner im Ort. Leckringhausen ist damit der kleinste der elf Ortsteile Wolfhagens.

Geschichte

Landgraf Karl gründete 1699 den Ort für französische Glaubensflüchtlinge im Bereich des ehemaligen Meierhofs des Klosters Arolsen, der im Dreißigjährigen Krieg wüst geworden war.

Von Wolfhagen aus wurde das kleine Dorf besiedelt, wo 14 Hugenottenfamilien, vorwiegend Strumpfwirker, eine neue Heimat fanden.

Kirche

Die erste Hugenottenkirche des Orts wurde bereits im Jahr 1706 erbaut. Sie wurde aber nicht fertiggestellt, wobei unklar ist, ob fehlende finanzielle Mittel oder bauliche Mängel dafür verantwortlich waren.

Mit dem Bau der heutigen Kirche wurde im Jahr 1757 begonnen. Doch erst nach langer Bauzeit konnte die Sandsteinkirche mit ihrem verschieferten Turm am 31. Juli 1774 von Pfarrer Jean Bernhardi eingeweiht werden.

Noch bis zum Jahr 1824 wurde hier der Gottesdienst in französischer Sprache gehalten.

Kulturstandort

Am 11. September 2011 wurde Leckringhausen in die Hauptroute des Europäischen Kulturwanderweges eingebunden. Mit dem Landhotel Mulot - Inhaber Marko Kuhaupt ist ein direkter Hugenotten-Nachfahre - hat Leckringhausen den Wanderern auch kulinarisch etwas zu bieten.

Museum "Hugenottenstübchen" in der alten Schule (erbaut 1895)

Gedenkfeier für Hugenotten

Jedes Jahr am 17. Juni gibt es in Leckringhausen eine Gedenkfeier anlässlich der geglückten Flucht der Hugenotten und zum Aufbau einer neuen Heimat. Die Ansiedlung französischer Glaubensflüchtlinge durch den Landgrafen Karl von Hessen-Kassel diente vor allem der planmäßigen Besiedlung des Nordzipfels seines Territoriums.

Hugenottenverein

Noch heute leben im Dorf Menschen mit hugenottischen Wurzeln. Der Hugenottenverein Leckringhausen hat die über 300-jährige Geschichte des Hugenottendorfes akribisch aufgearbeitet.

Museum

Vorwiegend aus Spenden und Erbstücken besteht die Sammlung des kleinen Hugenottenmuseums, dessen Räume bis 1952 als Schule dienten.

Literatur

  • Jochen Desel, Hugenottenkirchen in Hessen-Kassel, Bad Karlshafen 1992, S. 70 ff.

siehe auch

Vereine

Wandern

Hugenotten- und Waldenserpfad

Die Route des ca. 1800 Kilometer langen Kulturwanderwegs führt von Südfrankreich über Italien und die Schweiz nach Südwestdeutschland und weiter bis nach Bad Karlshafen in Nordhessen. Verbindendes Element ist die Geschichte der Hugenotten und Waldenser, die als französische Protestanten Ende des 17. Jahrhunderts ihr Heimatland Frankreich aus Glaubensgründen verlassen mussten.

In Nordhessen verläuft der Pfad durch den Burgwald, den Kellerwald und das nordhessische Bergland.

Er verläuft im Bereich der Eder über Wiesenfeld und Louisendorf, weiter über Leckringhausen nach Hofgeismar (mit den Dörfern Carlsdorf, Friedrichsdorf, Kelze und Schöneberg) und über Gottstreu und Gewissenruh nach Bad Karlshafen.

Weblinks



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