Lauritz Lauritzen

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Dr. Lauritz Lauritzen
Februar 1958: Der Oberbürgermeister der Stadt Kassel, Lauritz Lauritzen, weiht die neue Schanze am Ziegenköpfchen ein.

Dr. Lauritz Lauritzen (* 20. Januar 1910 in Plön; † 5. Juni 1980 in Bad Honnef) war ein sozialdemokratischer Politiker. Von 1954 bis 1963 war er Oberbürgermeister von Kassel.

Ausbildung

Lauritz Lauritzen absolvierte nach seinem Abitur (1929) ein Jurastudium an der Universität Freiburg. 1936 promovierte er, 1937 legte er die zweite Staatsprüfung ab.

Beruf

Lauritzen arbeitete ab 1937 bei der "Reichsstelle Chemie" in Berlin. Während der NS-Zeit war er von 1934 bis 1938 Mitglied der Reiter-SA und gehörte dem NS-Rechtswahrerbund an. [1]

Nach dem Ende des Krieges wurde er zum Leiter der Präsidialkanzlei beim Oberpräsidenten der Provinz Schleswig-Holstein ernannt. Es folgten ministerielle Tätigkeiten in Schleswig-Holstein und Niedersachsen, zuletzt als Ministerialdirigent.

Von 1954 bis 1963 wurde Lauritzen dann Oberbürgermeister der Stadt Kassel. Im Jahr 1963 berief ihn der hessische Ministerpräsident Dr. Georg August Zinn in sein Kabinett. Lauritzen wurde Minister für Justiz und Bundesangelegenheiten.

Ab 1966 wurde Lauritzen in die Bundesregierung berufen. Er war Bundesminister für Wohnungswesen und Städtebau im Kabinett von Bundeskanzler Kurt Georg Kiesinger. Er behielt das Amt auch unter dem neuen Bundeskanzler Willy Brandt im Jahr 1969. Ab dem 7. Juli 1972 war er zusätzlich Bundesminister für Verkehr sowie Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen. Nach der Bundestagswahl 1972 war er ab dem 15. Dezember 1972 Bundesminister für Verkehr. Lauritzen schied mit dem Rücktritt von Willy Brandt 1974 aus der Bundesregierung aus.

Ab 1969 bis zu seinem Tod war Lauritz Lauritzen Mitglied des Deutschen Bundestages.

NS-Vergangenheit

In der NS-Zeit war Lauritzen von 1934 bis 1938 Mitglied der Reiter-SA. Als er 1973 damit konfrontiert wurde, sagte er: „Weil mir das Reiten Spaß gemacht hat, bin ich in die Reiter-SA eingetreten.“ Zudem gehörte er dem NS-Rechtswahrerbund (einer Organisation nationalsozialistischer Juristen) und der NS-Volkswohlfahrt an. Im Krieg arbeitete der spätere Bundesverkehrsminister in der Reichsstelle für Chemie in Berlin.[2]

Ehrungen

  • 1973: Großes Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland[4]
  • Freiherr-vom-Stein-Plakette (Hessen) des Landes Hessen
  • Ehrenplakette der Stadt Kassel in Gold

siehe auch

Weblinks und Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 3.10.2013: Ehemalige Oberbürgermeister: Wie hielten sie es mit der NS-Ideologie?
  2. Aus HNA.de vom 3. Oktober 2013: Ehemalige Oberbürgermeister: Wie hielten sie es mit der NS-Ideologie?

Weblinks