Langes Feld

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Grafik: Langes Feld

Das Lange Feld ist ein großes Areal im Kasseler Stadtteil Niederzwehren. Die Stadt Kassel plant, das Gelände zu einem Gewerbegebiet zu machen. Trotz angestrebtem Bürgerentscheid und hitziger Diskussionen hat die Stadtverordnetenversammlung den Weg für das Gewerbegebiet am 27. Februar 2012 freigemacht. [1]

Bebauungsplan

  • Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Kassel hat am 3. September 2007 die Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Areal beschlossen. Die Entscheidung zur Aufstellung dieses Planes erfolgte vor dem Hintergrund eines für die Stadt "erkennbaren Engpasses geeigneter Gewerbeflächen in Kassel". Bereits in 2003 hatte der Magistrat der Stadt Kassel eine Machbarkeitsstudie "Langes Feld" beauftragt.[2]
  • Auch wenn die Stadt für die Umsetzung eines Gewerbegebiets viel Geld investieren muss, will sie den Schritt wagen. Begründet wird dies mit dringend erforderlichen Steuereinnahmen sowie mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze. Nach neuesten Berechnung würde das Lange Feld als Gewerbegebiet ein Plus von 14,4 Millionen Euro abwerfen.[3]
Riesiges Areal: Die Fläche, die für das Gewerbegebiet Langes Feld vorgesehen ist, ist gelb markiert. Vorn ist das Kraftwerk zu sehen, links die Fulda und rechts die Südtangente. Im Hintergrund rechts ist das VW-Werk zu erkennen. Foto: Herzog/Charterflug Kassel
  • Die Entwicklung des Langen Felds in Niederzwehren zu einem Gewerbegebiet wird nach Berechnungen aus dem Jahr 2011 voraussichtlich 50,9 Millionen Euro kosten. Davon entfallen 13,1 Millionen Euro auf den Ankauf der Grundstücke, 37,8 Millionen Euro auf Bau- und Planungskosten. Die Zahlen beruhen auf einer vergleichenden Bewertung der Gewerbegebiete Langes Feld und Sandershäuser Berg in Niestetal durch die Kasseler Planungsgesellschaft Hasselmann und Müller, die im Auftrag der Stadt Kassel und der Gemeinde Niestetal tätig war. Erst ab 2016 nimmt die Stadt der Studie zufolge über den Grundstücksverkauf genügend Geld ein, so dass sie ohne Kredite auskommt. Bis dahin muss sie etliche Millionen in den Ankauf der Flächen und die Standortentwicklung stecken. Die Planer gehen davon aus, dass bis 2015 lediglich fünf Prozent der Grundstücke vermarktet werden können und bis 2017 30 Prozent. Erst ab 2018 sollen es 70 Prozent sein.[4]

Lage des Gebiets

Aufgrund seiner Lage direkt an A 44 und A 49 und der damit gegebenen Möglichkeit einer unmittelbaren Anbindung an das Fernstraßennetz verfügt das Lange Feld über eine Lage, die für Unternehmer attraktiv ist. Der Baunataler Stadtteil Rengershausen grenzt im Süden an das Lange Feld.

Video: Mit dem Flugzeug übers Lange Feld

Bürgerinitiative

  • Die Bürgerinitiative "Pro Langes Feld" ist entstanden, um das Lange Feld in seiner jetzigen Form zu erhalten. Mitglieder sind Bürger Nieder- und Oberzwehrens. Die Initiative ist nicht parteipolitisch organisiert.
  • Maßgeblich für die Sorge der Initiative sind die laut Homepage "bereits jetzt schon viel zu hohen Luftschadstoffkonzentrationen in Kassel, die jeder in der HNA (Amtliche Bekanntmachung) oder auf der Videotextseite des Hessischen Rundfunks verfolgen kann". Die Mitglieder schreiben dem Langen Feld große Bedeutung als Frischluftlieferant für das gesamte Kasseler Becken zu. Dabei stützen sie sich auf diverse Gutachten. Die Bebauung dieser Fläche würde laut "Pro Langes Feld" dazu führen, dass die Stadt aufgrund ihrer Kessellage noch schlechter mit Frischluft versorgt wird und gleichzeitig durch mehr Verkehr noch mehr Feinstaub und Schadstoffe ins Stadtgebiet gelangen.[5]
  • Die Bürgerinitiative strebte einen Bürgerentscheid über das Lange Feld an. Der Hessische Städtetag hat das Bürgerbegehren gegen die Bebauung des Langen Feldes für unzulässig erklärt. Die Gutachter kommen damit zum gleichen Schluss wie das Rechtsamt der Stadt Kassel. [6] Den Bürgerbescheid wird es jedoch nicht geben, weil es laut Stadtverordnetenversammlung zu spät eingereicht worden sei. Dementsprechend wurde das Bürgerbegehren aus juristischen Gründen abgelehnt. [7]

Umfrage

Jenseits der Initiative sind 44 Prozent der Bürger von Niederzwehren gegen eine Bebauung des Langen Feldes, wie das Ergebnis einer Umfrage von Schülern an der Comenius-Schule gezeigt hat. 23 Prozent der 1036 befragten Haushalten gaben an, dass sie für die Bebauung seiein, 29,1 Prozent hatten keine klare Meinung.[8]

Klima

Die Klimabedingungen in der Stadt Kassel würden durch ein Gewerbegebiet auf dem Langen Feld in Niederzwehren nur unwesentlich beeinflusst. Das ging im Jahr 2008 aus dem Klima- und Schadstoffgutachten hervor, das die Stadt Kassel in Auftrag geben hat. In dem rund 90 Seiten starken Papier kamen die Experten des Mannheimer Büros Ökoplana zu dem Ergebnis, dass das „siedlungsnahe Kaltluftströmungsgeschehen“ durch die geplante Bebauung der Hochebene nicht erheblich geschwächt wird. Mit anderen Worten: Hinsichtlich der Auswirkungen auf die Klimasituation steht einem Gewerbegebiet zwischen den Autobahnen 49 und 44 nichts im Wege. (Aus der HNA vom 9. Februar 2008)

siehe auch

  • HNA Bericht am 17.05.2011
  • SPD Rengershausen bringt Nutzung als Windpark ins Spiel

Das Lange Feld soll als Standort von Windkraftanlagen geprüft werden. Diesen Vorschlag unterbreitet die Rengershäuser SPD, die Gewerbeansiedlung auf dem 179 Hektar großen Areal im Kasseler Süden wegen der Belastungen für Rengershausen ablehnt.[9]

  • Kommentar zum Langen Feld auf hna.de vom 27.2.2012 [10]

Weblinks und Quellen

  1. Weg für Gewerbegebiet ist frei auf hna.de
  2. Homepage der Stadt Kassel
  3. Aus der HNA vom 16. Mai 2011: Bebauung des Langen Feldes: 19 Millionen nur für Straßenbau
  4. Aus der HNA vom 16. Mai 2011: Langes Feld: Entwicklung kostet über 50 Millionen Euro
  5. Homepage der Bürgerinitiative "Pro Langes Feld"
  6. Auf hna.de: Städtetag: Bürgerbegehren gegen Langes Feld ist unzulässig
  7. Weg für Gewerbegebiet ist frei auf hna.de
  8. Auf HNA.de vom 21. Juni 2011: Langes Feld: Fast jeder zweite Befragte gegen Gewerbe
  9. Aus der HNA vom 17.05.2008: Das Lange Feld soll als Standort von Windkraftanlagen geprüft werden.
  10. Auf hna.de am 27.2.2012: Kommentar zum Langen Feld: "Bürgerbegehren bloß vages Versprechen