Landgrafschaft Hessen

Aus Regiowiki

Wappen des Landgrafen Wilhelm IV. von Hessen-Kassel am Schloss Melsungen

Als Landgrafschaft Hessen wird das Fürstentum des Heiligen Römischen Reiches bezeichnet, dessen Kerngebiete im Norden und in der Mitte des heutigen Bundeslandes Hessen lagen.

Residenz war ab dem Jahre 1277 die Stadt Kassel.

Inhaltsverzeichnis

Die Landgrafen von Hessen

Erbteilung unter Landgraf Philipp dem Großmütigen

Landgraf Philipp I. - Relief am ehemaligen Kloster Merxhausen

Nach dem Tod Landgraf Philipps wird die Landgrafschaft Hessen unter seinen vier Söhnen aus erster Ehe nach den Erbregeln des Hauses Hessen aufgeteilt.

Landgraf Wilhelm IV. (1532 bis 1592), der älteste Sohn Philipps, erhält mit Niederhessen etwa die Hälfte des Landesterritoriums einschließlich der Residenz Kassel. Wilhelm IV. ist damit der erste Landgraf von Hessen-Kassel. Die Linie Hessen-Kassel teilt sich später in weitere Linien auf. Die Hauptlinie stellt ab 1803 die hessischen Kurfürsten.

Landgraf Ludwig IV. (1537 bis 1604), der zweitgeborene Sohn, erhält mit Oberhessen etwa ein Viertel der Landgrafschaft Hessen. Residenz wird Marburg, wonach auch die Landgrafschaft sodann Hessen-Marburg genannt wird. Ludwig IV. bleibt der einzig Landgraf von Hessen-Marburg, da er kinderlos verstirbt und sein Land auf die verbliebenen Landgrafschaften Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt im Erbgang aufgeteilt wird.

Landgraf Philipp II. (1541 bis 1583), der dritte Sohn, erhält mit der Niedergrafschaft Katzenelnbogen, dem Gebiet um St. Goar sowie Reichenberg, Hohenstein und Braubach etwa ein Viertel der Landgrafschaft Hessen. Nach dem bei St. Goar gelegenen Schloss nennt sich Philipp II. Landgraf von Hessen-Rheinfels. Philipp stirbt kinderlos und sein Territorium fällt im Erbgang an die Landgrafschaften Hessen-Kassel, Hessen-Marburg und Hessen-Darmstadt

Landgraf Georg I. (1547 bis 1596), der jüngste Sohn Philipps, erhält mit der Obergrafschaft Katzenelnbogen ebenfalls etwa ein Viertel der Landgrafschaft Hessen. Nach seiner Residenz Darmstadt nennt sich Georg I. Landgraf von Hessen-Darmstadt. Die Linie Hessen-Darmstadt unterteilt sich im Laufe der Jahrhunderte in weitere Linien. Die Hauptlinie stellt ab 1806 die Großherzöge von Hessen.

Durch diese Erbteilung wird die Position der zuvor bedeutenden Landgrafschaft Hessen erheblich geschwächt. Den hessischen Teilfürstentümern gelingt es nicht mehr im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation eine so herausragende Rolle zu spielen, wie es unter Landgraf Philipp I. der Fall gewesen ist.

Hessische Landgrafschaften

Schloss Wilhelmshöhe
Schlösschen Schönburg in Hofgeismar - Sommer-Wohnsitz des Landgrafen Wilhelm IX. (ab 1803: Kurfürst Wilhelm I.)

Die durch die Erbteilung entstandenen hessischen Landgrafschaften im Einzelnen und die weiteren Linien (Auflistung nicht abschließend):

Literatur

Reformation

Unter Landgraf Philipp I., genannt der Großmütige, wurde die Landgrafschaft Hessen 1526 in Folge der Homberger Synode protestantisch. Hessen gehörte neben Sachsen und Württemberg zu den mächtigen Vorkämpfern der Reformation im Deutschen Reich.

Stammliste

siehe auch

Weblinks



Landgrafen von Hessen (bis 1568)

Heinrich I. | Johann I. | Otto I. | Heinrich II. | Hermann II. | Ludwig I. | Ludwig II. | Wilhelm I. | Wilhelm II. | Philipp I.

Landgrafen von Hessen-Kassel (ab 1568)

Wilhelm IV. | Moritz | Wilhelm V. | Wilhelm VI. | Wilhelm VII. | Karl | Friedrich I. | Wilhelm VIII. | Friedrich II. | Wilhelm IX.

Kurfürsten von Hessen (ab 1803)

Wilhelm I. | Wilhelm II. | Friedrich Wilhelm I.

Persönliche Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Portale Regionen
Portale Themen
Werkzeuge