Landgraf Wilhelm IV.

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Wappen Landgraf Wilhelm IV. am Schloss Melsungen

Wilhelm IV., genannt der Weise (* 24. Juni 1532 in Kassel; † 25. August 1592) war Landgraf von Hessen-Kassel von 1567 bis 1592.

Ab dem Jahre 1566 war er mit Sabine Herzogin von Württemberg (1549 - 1581) verheiratet. Zu ihren Kindern zählte der spätere Landgraf Moritz.

Geschichte

Nach dem Tod von Landgraf Philipp I. wurde die Landgrafschaft Hessen nach den Erbregeln des Hauses Hessen aufgeteilt. Der älteste Sohn des Landgrafen, Wilhelm IV. erhielt etwa die Hälfte des Landesterritoriums einschließlich der alten Hauptstadt Kassel, woraus das Fürstentum der Landgrafschaft Hessen-Kassel entstand.

Ein großes Interesse von Wilhelm IV. galt den Naturwissenschaften. So wurde im Jahre 1560 auf dem Kasseler Schloss die erste Sternwarte Mitteleuropas errichtet.

Der Abschluss des sog. Merlauer Vertrags im Jahre 1582 führte zu einer Einigung mit dem damaligen Mainzer Erzbischof Wolfgang von Dalberg über die bereits seit Jahrhunderten schwelenden Grenzkonflikte mit dem Erzbistum Mainz. Während das Erzbistum auf seine verbliebenen Besitzungen in Nordhessen verzichtete, gab Hessen-Kassel seine Ansprüche im Eichsfeld auf.

Ab 1584 regierte Landgraf Wilhelm IV. auch - nach dem Tod des Fürstgrafen Georg Ernst und dem Aussterben der hennebergischen Erblinie - allein in der Stadt und der Herrschaft Schmalkalden. Hier ließ er in den Jahren 1585 bis 1590 die nach ihm benannte Wilhelmsburg errichten.

Die Herrschaft Schmalkalden ist benannt nach der gleichnamigen Stadt am Südwesthang des Thüringer Waldes am Zusammenfluss von Schmalkalde und Stille.

Hexenverfolgung

Im größten hessischen Territorium, der Landgrafschaft Hessen-Kassel, fanden zur damaligen Zeit relativ wenige Prozesse und Hinrichtungen statt.

Aus dem Dorf Dittershausen ist allerdings überliefert, dass 1574 die Dittershäuser Bäuerin Elisabeth Eskuche wegen Ehebruchs, Mordtat, Hurerei und Zauberei angeklagt war und seinerzeit ein umfangreiches Verfahren von überregionaler Bedeutung unter auffallend intensiver Beteiligung des Landgrafen stattfand.

Aus einer erst vor einiger Zeit veröffentlichten Korrespondenz mit seinem Bruder, Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt wird deutlich, dass Landgraf Wilhelm in späteren Jahren größere Zurückhaltung übte. In der Korrespondenz aus dem Jahre 1582 versuchte er, mäßigend auf seinen Bruder einzuwirken und ihn davon zu überzeugen, dass viele Hexereigeständnisse Hirngespinste seien.

Literatur

  • Eckhart G. Franz, Das Haus Hessen, Stuttgart 2005

siehe auch

Wussten Sie sc hon, ...

  • ...dass Landgraf Wilhelm von Hessen-Kassel schon den Weinanbau 1571 förderte? Auch den Anbau von Kartoffeln forcierte er. Sie wurden erst um 1700 Allgemeingut des Deutschen Tisches. Sie waren erst aus Amerika zu uns gekommen.

Robert Wolf, Battenberg

Weblinks


Landgrafen von Hessen (bis 1568)

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Landgrafen von Hessen-Kassel (ab 1568)

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Kurfürsten von Hessen (ab 1803)

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