Landgraf Wilhelm II.

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Landgraf Wilhelm II., der Mittlere (* 29. März 1469; † 11. Juli 1509), regierte die Landgrafschaft Hessen von 1493 bis 1509.

Geschichte

Am 20. Oktober 1500 heiratete er in Kassel Anna von Mecklenburg-Schwerin (* 14.09.1485, † 12.05.1525), nachdem seine erste Frau Jolanthe, eine lothringische Prinzessin, im Kindbett verstorben war.

Nach dem Tod des Landgrafen im Jahre 1509 kam es zwischen Anna und den hessischen Ständen zu einer Auseinandersetzung. Während der Landgraf in einem ersten Testament (aus 1506) fünf Räten die Vormundschaft über seine Kinder Elisabeth und Philipp sowie seine Gemahlin übertragen hatte, wurde von Anna ein zweites Testament (aus 1508) vorgelegt, das keine Anerkennung fand. In dem zweiten Testament hatte Wilhelm II. seine Ehefrau Anna und einen bischöflichen Onkel als Vormünder eingesetzt. Da der Onkel noch im gleichen Jahr starb, hätten Vormundschaft und Regierungsgeschäfte ausschließlich seiner Gattin oblegen. Das wiederum brachte die Landstände und die bis dahin an der Regierung beteiligten Räte gegen sie auf. So waren die folgenden Jahre geprägt von rechtlichen Auseinandersetzungen darüber, wer denn nun rechtmäßiger Vormund und Regent sei (1509-1514: Regentschaftsrat der hessischen Stände).

Trotz der für sie ungünstigen Entscheidung der Landstände stritt Anna auch in den Folgejahren weiter um ihr Recht und ihren Regentschaftsanspruch . Da kam es ihr sehr entgegen, dass die Regentschaftsräte untereinander zerstritten und einige Ritter und Städte mit der Politik des Rates nicht länger einverstanden waren. Mit deren Unterstützung und mit stiller Duldung des Kaisers gelang es Anna 1514, ihren Herrschaftsanspruch und ihren Anspruch auf Vormundschaft über ihre minderjährigen Kinder durchzusetzen.

Im Jahr 1518 erklärte Kaiser Maximilian ihren Sohn Philipp für volljährig. Bis dahin regierte Landgräfin Anna in Hessen, ohne offiziell dafür legitimiert worden zu sein.

Kinder

Zu den Nachkommen des Landgrafen aus der Ehe mit Landgräfin Anna gehörten die Töchter Elisabeth (1502 - 1557) - die spätere Herzogin Elisabeth von Sachsen - und Magdalene (die kurz nach der Geburt verstarb) sowie der Erbprinz Phillip.


Exkurs: Wilhelm III., „der Jüngere“ (* 8. September 1471 † 17. Februar 1500) regierte als Landgraf über die Teil-Landgrafschaft Oberhessen mit der Residenz Marburg. Er war der Sohn des Landgrafen Heinrich III. von Hessen.

Wilhelm III. starb früh und hinterließ keine legitimen Nachkommen. Seine Besitzungen fielen an seinen Vetter, Landgraf Wilhelm II., so dass damit wieder die gesamte Landgrafschaft Hessen in einer Hand vereint war.

Literatur

  • Eckhart G. Franz, Das Haus Hessen, Stuttgart 2005
  • Sabine Köttelwesch, Herzogin Elisabeth von Sachsen (1502 - 1557), in: Jahrbuch des Landkreises Kassel 2008, S. 71 ff.

siehe auch

Weblinks



Landgrafen von Hessen (bis 1568)

Heinrich I. | Johann I. | Otto I. | Heinrich II. | Hermann II. | Ludwig I. | Ludwig II. | Wilhelm I. | Wilhelm II. | Philipp I.

Landgrafen von Hessen-Kassel (ab 1568)

Wilhelm IV. | Moritz | Wilhelm V. | Wilhelm VI. | Wilhelm VII. | Karl | Friedrich I. | Wilhelm VIII. | Friedrich II. | Wilhelm IX.

Kurfürsten von Hessen (ab 1803)

Wilhelm I. | Wilhelm II. | Friedrich Wilhelm I.