Landgraf Karl von Hessen-Wanfried

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Landgraf Karl von Hessen-Wanfried war Begründer der Seitenlinie Hessen-Wanfried. Er bezog 1676 das Wanfrieder Schloss als Residenz, ebenso seine Söhne Wilhelm und Christian, bis diese Linie im Jahr 1755 erlosch und die Landgrafschaft Hessen-Wanfried an Hessen-Rotenburg zurückfiel.

Bereits ab 1667 war Wanfried vorübergehend die Residenz der (katholischen) Seitenlinie Hessen-Wanfried. Das Gebiet der kleinen Landgrafschaft entsprach in etwa dem heutigen Werra-Meißner-Kreis sowie einem Drittel von Treffurt.

Leben und Familie

Karl von Hessen-Wanfried war der zweite Sohn von Landgraf Ernst I. von Hessen-Rheinfels-Rotenburg (ab 1649 Landgraf von Hessen-Rheinfels und nach dem Tod seiner Brüder ab 1658 von Hessen-Rheinfels-Rotenburg) und dessen Ehefrau Maria Eleonore von Solms-Lich.

Als Karl von Hessen-Rheinfels-Rotenburg nach Erbauseinandersetzungen in der „Rotenburger Quart“ 1667 die ehemalige Teil-Landgrafschaft Hessen-Eschwege erhielt, zog er nach Wanfried und begründete damit die katholische Linie Hessen-Wanfried.

Karl starb 1711 und wurde von seinem Sohn Wilhelm als Landgraf von Hessen-Wanfried (aus der Ehe Karls mit Sophie Magdalene, einer Tochter des Grafen Erich Adolf von Salm-Reifferscheid) beerbt.

Nach dessen Tod 1731 folgte auf Wilhelm dessen Halbbruder Christian (aus der Ehe Karls mit Alexandrine Juliane, Tochter des Grafen Enrico von Leiningen-Dagsburg und Witwe des Landgrafen Georg III. von Hessen-Itter-Vöhl).

Da Christian 1755 kinderlos starb, endete damit die vom Vater begründete Linie Hessen-Wanfried.

Landgrafenschloss Wanfried

Das Landgrafenschloss in Wanfried geht auf eine mittelalterliche Tal- und Wasserburg zurück, die bereits in einer Urkunde vom 5. Februar 1015 des Klosters Hersfeld genannt wird und ist das wohl älteste, erhaltene Wohngebäude der Stadt. Wanfried war lange Zeit der am weitesten östlich gelegene Vorposten Hessens.

Ab dem Jahre 1534 erfolgte der Umbau zu einer Wasserburg mit Wassergraben unter Landgraf Philipp I. und dessen Sohn Landgraf Wilhelm IV. und zu einem landgräfliches Schloss.

Nachdem das Schloss im Dreißigjährigen Krieg fast vollständig zerstört wurde, erfolgte 1645 der Wiederaufbau.

Unter Landgraf Karl von Hessen-Wanfried erfolgte ab 1667 der Umbau zu seiner Residenz.

Auch seine Söhne Wilhelm und Christian (geboren 1689 in Wanfried, gestorben 1755 und auf dem Hülfensberg beigesetzt) residierten hier, bevor die Linie Hessen-Wanfried erlosch, da Christian kinderlos verstarb.

siehe auch

Weblinks