Landgräfin Anna von Mecklenburg-Schwerin

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Landgräfin Anna von Mecklenburg-Schwerin war die Mutter von Landgraf Philipp I. dem Großmütigen. Sie war Regentin und Vormund für ihren Sohn von 1514 bis 1518.

Nach dem Tod von Landgraf Wilhelm II. kam es im Jahre 1509 zwischen Anna und den hessischen Ständen zu einer Auseinandersetzung. Während der Landgraf in einem ersten Testament (aus 1506) fünf Räten die Vormundschaft über seine Kinder Elisabeth und Philipp sowie seine Gemahlin übertragen hatte, wurde von Anna ein zweites Testament (aus 1508) vorgelegt, das keine Anerkennung fand. In dem zweiten Testament hatte Wilhelm II. seine Ehefrau Anna und einen bischöflichen Onkel als Vormünder eingesetzt. Da der Onkel noch im gleichen Jahr starb, hätten Vormundschaft und Regierungsgeschäfte ausschließlich seiner Gattin oblegen. Das wiederum brachte die Landstände und die bis dahin an der Regierung beteiligten Räte gegen sie auf. So waren die folgenden Jahre geprägt von rechtlichen Auseinandersetzungen darüber, wer denn nun rechtmäßiger Vormund und Regent sei (1509-1514: Regentschaftsrat der hessischen Stände).

Trotz der für sie ungünstigen Entscheidung der Landstände stritt Anna (*14.09.1485, +05. oder 12.05.1525) auch in den Folgejahren weiter um ihr Recht und ihren Regentschaftsanspruch. Da kam es ihr sehr entgegen, dass die Regentschaftsräte untereinander zerstritten und einige Ritter und Städte mit der Politik des Rates nicht länger einverstanden waren. Mit deren Unterstützung und mit stiller Duldung des Kaisers gelang es Anna 1514, ihren Herrschaftsan-spruch und ihren Anspruch auf Vormundschaft über ihre minderjährigen Kinder durchzusetzen.

Im Jahr 1518 erklärte Kaiser Maximilian ihren Sohn Philipp für volljährig. Bis dahin regierte Landgräfin Anna in Hessen, ohne offiziell dafür legitimiert worden zu sein.

Quelle

  • Uwe Feldner: Stadt-LEXIKON - (Fast) alles über KASSEL, erschienen im Herkules Verlag

siehe auch