Landau

Aus Regiowiki

Kump am Marktplatz
Grundschule am Kump

Landau wurde bereits im 13. Jahrhundert als Festungsstadt gegründet.

Heute ist der Ort mit rund 1.200 Einwohnern ein Stadtteil von Bad Arolsen im nordhessischen Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Inhaltsverzeichnis

Ein Blick auf die Bergstadt

Fachwerkhäuser und Wasserkunst

In Landau findet sich eine Altstadt mit geschlossener und denkmalgeschützter Fachwerkbebauung, die durch zwei Torbögen begrenzt ist. Von hier führen zwei Strassen in das Tal der Watter.

Ein Wahrzeichen der Stadt ist der im Auftrag des Grafen und der Gräfin von Waldeck im Jahre 1563 erbaute Torbogen mit Torhaus.

Den "Kump" (Brunnen) auf dem Marktplatz speist eine restaurierte Trinkwasserförderanlage, die "Landauer Wasserkunst", die von 1535 bis 1981 Trinkwasser in die Bergstadt auf den 65 Meter hohen Landauer Berg pumpte.

Rundgang durch Landau

Beim Gang durch das Städtchen werden zahlreiche Sehenwürdigkeiten auf Holztafeln erklärt, die von E. Stielz angefertigt und von M. Kramer gestaltet wurden. Die Informationen werden auch in dem nachfolgenden Text zur Geschichte von Landau berücksichtigt.

Bei einem Rundgang durch Landau sollten die beiden Stadttore nicht fehlen. Schon im Mittelalter führten nur zwei Straßen in die Landauer Altstadt hinein, die in weiten Teilen noch immer von einer Stadtmauer umgeben ist.

Das Torhaus von 1563 ist heute ein Wahrzeichen der Stadt. Es führt zum Grafenschloss in Landau, am Rande der Altstadt.

Ein Wahrzeichen von Landau ist auch die nicht weit entfernt liegende Kirche, mit deren Errichtung zur Zeit der Stadtgründung (um 1294) begonnen wurde.

Benachbart zur Kirche befindet sich am Marktplatz die „Grundschule am Kump“ in einem denkmalgeschützen und renovierten Gebäude.

Am Marktplatz liegt auch das historische Rathaus, wo bis zum Jahre 1972 die Amtsstube des Bürgermeisters im ersten Stock untergebracht war.

Sehenswert ist die etwas außerhalb gelegene Wasserkunst Landau, die ab 1535 Quellwasser in die 65 m hoch gelegene Bergstadt und den Kump auf dem Marktplatz pumpte.

Ganz in der Nähe liegt im Tal der Watter das Landauer Freibad (mit 50-Meter-Becken) mitten im Grünen.

Geografie

Landau liegt zwischen Bad Arolsen und Wolfhagen im Landkreis Waldeck-Frankenberg.

Bei dem Ort auf einer Bergkuppe fließt die Watter.

Geschichte

Aus der Ortsgeschichte

Im Jahre 1290 Landau wird erstmals urkundlich erwähnt, im Jahre 1294 auch als "novum oppidum" (neue Stadt), wobei deren Lage auf einer Bergkuppe insbesondere strategisch zu erklären ist.

Die befestigte Stadt entstand unter Graf Otto I. von Waldeck mit einer kleinen Burg am nördlichen Ende der Talseite und einer zweiten kleinen Burganlage, der Knappenburg, am Südende beim Oberen Tor. Zusammen mit der Burg Rhoden sollte das Gebiet der Grafschaft im Norden gesichert werden.

In Landau umfasste die kleine Stadt eine insgesamt 1750 m lange Stadtmauer, wenn die Mauer der ehemaligen Burganlage mit eingerechnet wird.

Parkanlage bei Schloss Landau

Der Umbau der ehemaligen Burganlage zum Schloss Landau des Grafenhauses von Waldeck erfolgte um das Jahr 1330. In Landau residierten von 1397 bis 1495 die ältere und von 1550 bis 1597 die neuere Landauer Linie des waldeckschen Grafenhauses.

Erhalten geblieben ist am Ort auch das im Jahre 1563 erbaute Torhaus (1595 erneuert). Es diente zunächst als Zugang zum Schloss und Meierei (mit Gefängnisraum und Pförtnerwohnung), später dann als Kanzlei, Jugendherberge oder Heimatmuseum – mit sehenswerten Wappensteinen.

Im Jahre 1676 wurde in Landau der spätere Fürst Friedrich Anton Ulrich geboren, in dessen Auftrag ab dem Jahre 1710 das Residenzschlosses in Arolsen errichtet wurde und den Kaiser Karl VI. in den erblichen Fürstenstand erhob.

Ein historischer Grenzpunkt ist die sogenannte Franzoseneiche in der Nähe der Waldschmiede, wo die Gemarkungen von Landau, Braunsen, Elleringhausen und Volkhardinghausen zusammentreffen.

Im Jahre 1839 entstand die jüdische Synagoge auf der Heide. Der jüdische Friedhof ist in Teilen erhalten geblieben.

Seit dem Jahre 1974 ist Landau ein Stadtteil von Bad Arolsen, nach 680-jähriger Selbständigkeit. Der Ort verfügt unter anderem über eine eigene Grundschule, einen Sportplatz und über ein Freibad im Wattertal. Im Jahr 2004 wurde der Verein Freibad Landau e.V. gegründet, der das Landauer Freibad – mit Unterstützung der Stadt Bad Arolsen – betreibt.

Drängenden Fragen der Zukunft stellten sich im Jahre 2005 nicht nur „Landögger" sondern auch Zugezogene und Experten, als das "Projekt Landliebe" ins Leben gerufen wurde. Beteiligt waren der Ortsbeirat, das Bauamt der Stadt Bad Arolsen und das Landesamt für Denkmalpflege Marburg, später auch Professor Alexander Eichenlaub und eine Gruppe Studenten der Universität Kassel (Fachbereich: Architektur Stadtplanung Landschaftsplanung), die die Bergstadt wissenschaftlich untersuchten und Perspektiven für die Zukunft entwickelten.

Die evangelische Stadtkirche

Aus der Zeit der Stadtgründung (um 1294) stammen die ältesten Teile des gotischen Kirchbauwerks, das als ein Wahrzeichen der Bergstadt gilt.

Die Kirche in Landau

Mindestens 250 Jahre hatte es gedauert, bis die evangelische Stadtkirche in Landau mit dem wuchtigen Turm vollendet werden konnte. Ende des 13. Jahrhunderts war mit ihrem Bau gleichzeitig mit der Anlage der Stadt begonnen worden. 1550 wurde der Turm der Kirche fertig gestellt.

Mit einem Grundriss von rund neun mal neun Metern und einer Mauerkrone von ungefähr 18,50 Metern erhebt er sich seitdem etwa 34 Meter über der Bergstadt und gilt als Wahrzeichen Landaus.

Anfangs entstand im östlichen Bereich der heutigen Kirche die Kapelle St. Marien in romanischer Bauart über einer Krypta (die 1901 geschlossen wurde). Im 14. Jahrhundert wurde an die Marienkapelle dann nach Westen die dreischiffige Kirche angebaut und dem Heiligen Georg geweiht.

Die neue Kirche wurde im gotischen Stil errichtet, der ihr eine lichte Höhe verleiht. Sie ist mit der Marienkapelle streng nach Osten ausgerichtet, damit das Morgenlicht durch das Chorfenster in die Kirche dringen und die Auferstehung Christi symbolisieren kann.

Eine besondere Bewandtnis hat es mit der vergoldeten, silbernen Glocke auf sich, die außen am Turm, unzugänglich von innen aufgehängt ist.

Der Sage nach wurde sie von einem strengen Schlossherrn gestiftet, dem auf der Hirschjagd eine Stimme Umkehr befahl und der dann sein Silber hergab und bei ihrem Klang mit einem Gebet um Erbarmen flehte.

Für das 9-Uhr-Abendläuten wurde der Stadtdiener schon im Jahre 1679 entschädigt. Angeblich hat das abendliche Läuten einem verirrten Wanderer den Rückweg aus dem dunklen Wald gewiesen.

Quelle: Artikel aus der HNA - Waldeckische Allgemeine aus der Serie "Kirchen im Waldecker Land"

Jüdische Gemeinde und Friedhof

Eine jüdische Gemeinde bestand in Landau vom 16. Jahrhundert bis nach 1933. Die im Jahre 1837 erbaute Synagoge entstand an der heutigen Heidestraße. Sie wurde nach 1932 verkauft und abgebrochen. Bereits 1779 erwarb die damalige jüdische Gemeinde östlich des Ortes an einem steilen Hang ein Areal, wo der jüdische Friedhof entstand, der bis in die 1930-er Jahre belegt wurde. 41 Grabsteine (Mazewot) sind hier noch vorhanden. Zu erreichen ist der Friedhof über eine Wiese und über den Tiefenholer Weg.

Kirchengemeinden

Die Mehrzahl der Einwohner von Landau gehört zur evangelischen Kirchengemeinde Landau, die auch die Bad Arolser Ortsteile Bühle und Volkhardinghausen umfasst.

Die katholischen Bewohner gehören kirchlich zur katholischen Kirchengemeinde in Bad Arolsen.

Literatur

Sehenswürdigkeiten

Altstadt

Die denkmalgeschützte Fachwerkaltstadt wird durch zwei historisierende Torbögen begrenzt. Das Torhaus in der Nähe des Schlosses entstand 1563 unter dem Grafen Johann von Waldeck. Im Erdgeschoss des Torhauses waren zwei Gefängnisräume eingerichtet, in denen auch Verhöre und Folterungen stattfanden.

Landauer Wasserkunst

Die Wasserkunst Landau befindet sich unterhalb von Landau, sie war von 1535 bis 1981 in Betrieb.

Ohne eine solche Trinkwasserförderanlage wäre eine dauerhafte Besiedlung der Stadt auf der Bergkuppe nicht möglich gewesen.

Mit dem Wasser der Watter werden über ein Mühlrad Pumpen bewegt, die Quellwasser durch „Pfeiffen“ (Holzrohren) zu einem Kump auf dem Marktplatz fördern. Der Mühlengraben entlang der Strasse nach Volkhardinghausen ist etwa 300 m lang und verfügt nur über eine geringes Gefälle. Über den Graben wurd das Wasser der Watter der Wasserkunst als Antriebswasser zugeleitet.

Als technisches Denkmal bietet die im Jahre 1981 stillgelegte Wasserkunst heute einen Einblick in die Trinkwasserversorgung vergangener Jahrhunderte.

Auf dem Marktplatz in Landau wird immer noch ein Kump über die inzwischen restaurierte Trinkwasserförderanlage mit dem Landauer Quellwasser gespeist, wobei die Pumpen, die das Wasser durch Holzrohre (sog. Pfeiffen) in den Kump befördern, durch ein Mühlrad angetrieben werden.

Der heutige Markt-Kump ist allerdings eine Nachbildung des Vorgängers aus 1555. Der neue Brunnen entstand im Zuge der Dorferneuerung 1984 und wird – damals wie heute – von der historischen Landauer Wasserkunst gespeist, die mehr als 60 m tiefer am Fuße der Bergstadt liegt. Die weiteren Landauer Kümpe sind heute nicht mehr erhalten.

Schloss Landau

Im 14. Jahrhundert wurde die ehemalige Burganlage zu dem einstigen Grafenschloss in Landau umgebaut.

Auf Schloss Landau residierten von 1397 bis 1495 die ältere und von 1550 bis 1597 die neuere Landauer Linie der waldecker Grafen.

Heute ist hier ein evangelisches Alten- und Pflegeheim der Evangelischen Altenhilfe Hofgeismar im Diakonisches Werk Kurhessen–Waldeck untergebracht.

Franzoseneiche

Die Eiche stand oberhalb von Landau an der Gemarkungsgrenze zu Braunsen, Elleringhausen und Volkhardinghausen. Mitte der 1990-er Jahre wurde in der Nähe eine neue Eiche gepflanzt.

siehe auch

Torhaus in Landau

Spottname

Ein alter Spottname für die Landauer ist die Bezeichnung: "De Landögger Ziggentempler". Hintergrund der Geschichte sind die Ziegen, die damals in Landau gehalten wurden. An einem Sonntag vor über 150 Jahre wollte der Pfarrer gerade die Kanzel besteigen, als ein Zicklein meckernd durch die Kirchentür hineinkam. Um ein solch gottloses Verhalten von Tieren künftig zu verhindern mussten fortan drei Konfirmanden das ganze Jahr über während des Gottesdienstes vor der Kirche patroullieren, was den Landauern den Spott der Nachbardörfer und den Spitznamen "de Landögger Ziggentempler" einbrachte.

Tradition

Historisches Rathaus

Die Schützengilde Landau 1517

Bis in das Jahr 1517 reicht die Geschichte der Schützengilde Landau zurück.

Seinerzeit bestätigte am Sonntag nach Ostern der Offizial der zum Erzbistum Mainz gehörenden Propstei Hofgeismar, Johannes Eberhard, die Gründung einer Fabians- und Sebastiansbruderschaft in Landau, die nach den Bestimmungen der Gründungsurkunde rein kirchlichen Zwecken diente. Durch Spenden und Stiftungen war die Bruderschaft in der Lage, Darlehen zu gewähren und Almosen zu verteilen.

Im Zuge der Reformation wandelten sich die kirchlichen Bruderschaften oft in der nach- reformatorischen Zeit in Schützengesellschaften. In Landau bestätigte Graf Franz III. (1553 - 1597) das Statut der Landauer Schützengesellschaft, die eine enge Beziehung zum Grafenhaus pflegte.

Offenbar nahm auch die Landauer Schützengilde an einem Scharmützel mit dänischen Truppen im Jahre 1703 während des Nordischen Kriegs bei Hörle teil.

Seit Beginn des 18. Jahrhunderts fand das Freischießen am Dienstag und Mittwoch nach Pfingsten statt. Der Tag des Königsschießens begann mit dem gemeinsamen Zug der Schützenrotten vom Rathaus zum Schießplatz, wo - wie heute - um einen mit Bändern geschmückten Königshut geschossen wurde.

Historisches Schützenfest

Ortsansicht

Zu den Traditionen am Ort gehört das "Historisches Schützenfest" der Schützengilde 1517 Landau .

Im 492. Jahr ihres Bestehens feierte die Landauer Schützengilde im Jahr 2009, wie alle 4 Jahre, ein großes Spektakel.

Diesmal wurde die Festfolge komplett umgestellt. Traditionell fand auch wieder ein Festspiel statt, das dieses Mal um einige Attraktionen reicher dargestellt wurde. Schon beim 1. Landauer Bergstadtfest wurde - sozusagen die Probe aufs Exempel veranstaltet - eine Schlacht um Landau mit vielen historisch gewandeten Teilnehmern dargestellt mit der anschließende Verarztung der Verletzten, so wie das in früheren Zeiten wohl üblich war (... mit Säge und notfalls auch Axt, sowie diversen merkwürdigen Elixieren).

Das Festspiel "Siebringhäuser Zopfritt" (entstanden aus Erzählungen aus dem 30-jährigen Krieg) und den beschriebenen historischen Darstellungen, richtet sich besonders an alle Freunde authentischer, historischer Darstellungen.

Bestandteil des Schützenfestes sind auch die Festzüge, z. B. der große historischer Festzug mit zuletzt mehr als 1500 Teilnehmern.

siehe auch: www.schuetzengilde-landau.de

Kram- und Viehmarkt

Beim Landauer Kram- und Viehmarkt beweisen die örtlichen Vereine immer wieder Einfallsreichtum beim farbenfrohen Festzug vom Marktplatz bis zum Festgelände.

Vereine

Mehr als 20 Vereine und Gruppen sind ein Zeichen für das vorhandene Engagement vor Ort:

siehe auch:
> Übersicht über die Vereine in Landau

Wandern

Wandertipp

Weblinks





Städte und Gemeinden im Landkreis Waldeck-Frankenberg
WappenWaldeckFrankenberg.jpg

Allendorf | Bad Arolsen | Bad Wildungen | Battenberg | Bromskirchen | Burgwald | Diemelsee | Diemelstadt | Edertal | Frankenau | Frankenberg (Eder) | Gemünden | Haina | Hatzfeld | Korbach | Lichtenfels | Rosenthal | Twistetal | Vöhl | Volkmarsen | Waldeck | Willingen

Persönliche Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Portale Regionen
Portale Themen
Werkzeuge