Laisa

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Laisa ist ein Stadtteil der nordhessischen Stadt Battenberg im Landkreis Waldeck-Frankenberg mit etwa 575 Einwohnern.

Geschichte

Laisa wird erstmals als "Lihesi" 778 urkundlich erwähnt und zwar vom Biografen Karls des Großen, Einhardt einerseits sowie in den Jahrbüchern des Klosters Lorsch andererseits. Beide Male wird die "Schlacht bei Laisa" beschrieben.

Die Sachsen sind zu dieser Zeit bis in das heutige Frankreich vorgerückt, wo Karl der Große ihren Vormarsch stoppt und sie sodann auf ihrem Rückzug in die Heimat von seinen Truppen verfolgen lässt. An der Eder treffen die Truppen Karls auf die Sachsen und bringen ihnen große Verluste bei, so dass nur wenige die Heimat erreicht haben sollen.

1291 kommt Laisa zum Erzbistum Mainz. Im Jahr 1296 nehmen zwei Erzbischöfe und elf Bischöfe an einer Messe in der Kirche zu Laisa teil, hierauf erteilt ihnen Papst Bonifatius VIII. einen Ablass von 40 Tagen.

1464 gelangt das Dorf schließlich in den Besitz der Landgrafen von Hessen. Mit der Erbteilung nach dem Tod von Landgraf Philipp I. dem Großmütigen 1568 kommt es zur Landgrafschaft Hessen-Marburg. Ab 1577 gehört das Dorf zum Amt Battenberg. Bis ins 16. Jahrhundert hinein ist Laisa eine selbständige Pfarrei, danach wird die Kirche ein Filial von Battenberg.

Als 1604 Landgraf Ludwig IV. von Hessen-Marburg kinderlos verstirbt, erben seine Neffen Landgraf Moritz von Hessen-Kassel und Ludwig V. von Hessen-Darmstadt die Landgrafschaft Hessen-Marburg zu gleichen Teilen. Laisa kommt zusammen mit dem Amt Battenberg zur Landgrafschaft Hessen-Kassel. Da Ludwig IV. jedoch verfügt hat, dass die lutherische Konfession von seinen Neffen beibehalten werden soll, sieht die Darmstädter Linie es als einen Verstoss gegen Ludwigs Testament an, als Landgraf Moritz 1605 zum reformierten Bekenntnis überwechselt. Es kommt daher zu jahrzehntelangen Streitigkeiten um das Marburger Erbe, die schließlich vom Dreißigjährigen Krieg überlagert werden. Hessen-Darmstadt beansprucht Oberhessen für sich und Laisa gelangt zur Landgrafschaft Hessen-Darmstadt. Mit der Abdankung von Landgraf Moritz 1627 wird Oberhessen und damit auch das Amt Battenberg mit Laisa, endgültig Hessen-Darmstadt zugesprochen.

Funde von Braunstein und Kupfer in Laisa und Geismar verhalfen der Grenzregion am Schiefergebirgsrand im 19. Jahrhundert zu einer kurzen Blüte.

Seit 1852 gehört Laisa zum Kreis Biedenkopf. 1866 wird nach der Niederlage im Deutsch-Österreichischen Krieg das so genannte "Hessische Hinterland" (im Wesentlichen der Kreis Biedenkopf) von Preußen annektiert. Somit wird Laisa Teil der Provinz Hessen-Nassau. Am 26. Juli 1868 bricht in Laisa ein Brand aus, der große Teile des Dorfes in Schutt und Asche legt. Durch eine große Hilfsaktion kann der Ort in den darauf folgenden Jahren wieder aufgebaut werden. Selbst der preußische König Wilhelm spendet 15.000 Mark.

1921 erhält Laisa elektrisches Licht und 1926 wird eine Wasserleitung gebaut. Die Umlegung der Gemarkung kann 1930 beendet werden und "Auf der Stümpfe" wird ein Sportplatz angelegt. Seit 1932 gehört die Gemeinde Laisa zum Kreis Frankenberg.

Nach dem Zweiten Weltkrieg siedeln sich zahlreiche Heimatvertriebene aus Ungarn, der Tschechoslowakei und den ehemaligen deutschen Ostgebieten in Laisa an. 1950 erhält Laisa einen Schulneubau. Der Ortsdiener wird 1952 abgeschafft und Laisa erhält eine Ortsrufanlage über die wichtige Mitteilungen ausgerufen werden. Noch heute ist die Anlage in Betrieb und der Ortsvorsteher macht auf diese Weise Termine, Veranstaltung und Glückwünsche bekannt.

In den 1960er Jahren werden die Ortsstraßen und die Wasserversorgung ausgebaut. Unter anderem wird eine ergiebige Wasserquelle am "Göllersborn" gefasst, an die später auch Battenberg und Dodenau über eine Ringleitung angeschlossen werden. 1966 wird die Dorfkirche grundlegend saniert.

1970 erfolgt der Um- und Ausbau des durch die Schulreform verwaisten Schulgebäudes zu einem Dorfgemeinschaftshaus. Hier werden ein Saal für etwa 200 Personen, eine Küche, eine Kegelbahn, eine Heißmangel, ein Kindergarten und ein Jugendraum untergebracht. Im Dezember des gleichen Jahres verliert die Gemeinde Laisa ihre Selbständigkeit und wird ein Stadtteil von Battenberg. Die Feuerwehr wird 1972 mit einem Tragkraftspritzenfahrzeug ausgestattet und 1974 wird ein neues Feuerwehrhaus erbaut.

Zu Pfingsten 1978 feiert Laisa sein 1200-jähriges Bestehen. Gleichzeitig wird das alle sieben Jahre wiederkehrende "Rückersfest" gefeiert. Der Festzug wurde von 10.000 Zuschauern begleitet. Laisa erhält aus diesem Anlass vom Regierungspräsidenten die "Freiherr-vom-Stein-Plakette".

Ab Mai 2011 wurde das Dorfgemeinschaftshaus Laisa umgebaut. Für insgesamt 450 000 Euro sollte das Gebäude energetisch saniert, das DGH erneuert und ein Kindergarten angebaut werden. [1]

Heimatmuseum Laisa

Das Museum im ehemaligen Rathaus von Laisa vermittelt Einblicke in das dörfliche Leben im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts und legt einen Schwerpunkt auf die Handwerke, die um die Jahrhundertwende in Laisa ausgeübt wurden.

Kirche

Die Kirche in Laisa wurde als kleine gotische Hallenkirche im 13. Jahrhundert errichtet.

Anders als der größte Teil des alten Dorfes, wurde die Kirche der bei einem verheerenden Brand im Jahre 1868 nicht zerstört.

siehe auch

Wussten Sie schon ...

  • ... dass die Dorflinde von Laisa mit dem Bau der Laisaer Kirche im Jahre 1150 gepflanzt worden sein soll? Der Hauptteil des Baumes wurde 1868 - wie auch ein Großteil des Dorfes - bei einem Großbrand vernichtet. Ein Baumstumpf von vier Meter Höhe blieb jedoch erhalten und schlug wieder aus.
    Arndt Böttcher, Frankenberg

Links

Quellen

  1. Aus der HNA vom 5. Mai 2011


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