LSV Wolfhagen

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Über ein halbes Jahrhundert Luftfahrtgeschichte war vergangen, als sich im August des Jahres 1950 einige flugbegeisterte Segelflieger in der Gaststätte "Rosengarten" in Wolfhagen trafen und die Luftsportvereinigung Wolfhagen gründeten. Damals war der Graner Berg, der aus den bankigen Kalksteinen des mehr als 200 Millionen Jahre alten Muschelkalkes besteht, noch ein welliges Ödland, das als Schafwiese diente. Bereits ca. 1 Jahr später, im September 1951, wurde die Vereinstätigkeit auf dem Gebiet des Segelflugsports durch die Alliierten gestattet und der Graner Berg als Fluggelände durch das Regierungspräsidium Kassel zugelassen.

Der Verein entwickelte sich schnell und zählte bereits im Jahr 1952 mehr als 30 Mitglieder. Zunächst wurde der Segelflugbetrieb mit dem durch die Vereinsmitglieder selbst gebauten Schulgleiter SG 38 bestritten, der in den Jahren 1953 bis 1955 auch zur Segelflugschulung eingesetzt wurde. Dieses Gleitflugzeug, das ganz aus Holz gefertigt war, wurde damals mit einem Gummiseil katapultartig in die Höhe gezogen. Erst in den sechziger Jahren war es der LSV möglich, mit dem Bergfalken II/55 ein für damalige Verhältnisse moderneres Segelflugzeug anzuschaffen. Im Jahr 1956 wurde der Motorflug in Deutschland wieder erlaubt, so dass die Motorfliegerei auch auf dem Graner Berg betrieben werden konnte. Damit wurde auch der Flugzeugschlepp durchführbar, mit dem es möglich wurde, thermische Aufwinde als Ausgangspunkt für Segelflüge gezielt anzusteuern. Die F-Schlepps wurden bis zum Ende der sechziger Jahre mit einer Tiger Moth durchgeführt, die durch eine DO 27 abgelöst wurde. Heute dient eine Robin DR 400 Remorqueur als Schleppflugzeug.

Natürlich stellte der seit dem Jahr 1956 schnell zunehmende Flugbetrieb, insbesondere mit Motorflugzeugen, auch höhere Anforderungen an den Flugplatz, der durch gewaltige Erdarbeiten auf die entsprechenden Erfordernisse vorbereitet wurde. Allein in den Jahren 1958 bis 1959 wurden dazu mehr als 30.000 m3 Erde angefahren, durch Planierraupen verteilt und durch Walzen befestigt. Bereits in dieser Zeit ist die heutige Dimension und Ausrichtung der Start- und Landebahn entstanden. Aufgrund des ständig steigenden Bedarfs an Unterstellplätzen für vereinseigene Schulflugzeuge, aber auch für Privatflugzeuge, wurden zudem die Hangars in Eigenleistung in den siebziger und achtziger Jahren regelmäßig erweitert. Seit dem Jahr 1967 besitzt die LSV Wolfhagen die Genehmigung zur Ausbildung von Segel-flugzeugführern. Dies bewirkte nicht nur eine unschätzbare Belebung des Segelfluges auf dem Graner Berg, sondern gleichzeitig auch rasch steigende Mitgliederzahlen und demzufolge die Notwendigkeit, den Flugzeugpark beständig zu erweitern und nach Möglichkeit zu modernisieren. Eine vergleichbare Entwicklung setzte im Jahr 1999 ein, als die Genehmigung zur Ausbildung von Motorseglerführern erteilt wurde und es damit der LSV gelungen ist, eine fliegerische Ausbildung anzubieten, die nur in wenigen Vereinen möglich war.

Von den Anfängen der Fliegerei auf dem Graner Berg bis heute ist die LSV Wolfhagen untrennbar mit ihren Modellfliegern verbunden. Annähernd alle Altersgruppen sind in der Modellfluggruppe der Luftsportvereinigung vertreten. Die zumeist ferngesteuerten Motor– und Segelflugmodelle wurden und werden in Heimarbeit oder im Team zusammengebaut und bei geeigneten Wetterlagen auf dem Graner Berg geflogen.

Autor: Joachim Ebert

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