Löwenburg

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Löwenburg im Nebel

Die Löwenburg befindet sich im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel.

Zunächst nur als ruinöser Turm mit Nebengebäude geplant, entstand die Löwenburg schließlich als eine komplette Burganlage.

Die Burg steht oberhalb von Schloss Wilhelmshöhe im südlichen Teil des Bergparks und damit südlich der Sichtachse Schloss Wilhelmshöhe-Herkules auf etwa (350 m ü. NN) im Habichtswald.

Das als künstliche Burgruine errichtete Schloss diente ihrem Bauherrn Landgraf Wilhelm IX. als privater Rückzugsort und ist zugleich seine Grabstätte. Kunstgeschichtlich gilt die Anlage als wegweisend, als eines der ersten bedeutenden Gebäude der Neogotik in Deutschland.

Geschichte

Von weitem schaut der Betrachter auf eine romantische Ritterburg aus dem Mittelalter. Doch die Löwenburg entstand erst zwischen 1793 und 1801 nach Entwürfen von Heinrich Christoph Jussow, also Jahrhunderte nach der eigentlichen Bauphase von Burgen in Deutschland. Sie ist eine Nachahmung einer mittelalterlichen englischen Ritterburg und wurde, romantisch historisierend, bewusst als verfallende Teilruine errichtet.

Aufstieg zur Burg

Bauherr der Löwenburg war Landgraf Wilhelm IX. (später Kurfürst Wilhelm I. von Hessen-Kassel). Aus heutiger Sicht fand während seiner Regierungszeit auch ein Wechsel im Kunstgeschmack statt. Alles von seinem Vorgänger, Friedrich II. bewunderte Französische wurde durch Wilhelm abgelehnt und dem Englischen der Vorzug erteilt – vielleicht in Reminiszenz an seine Mutter, der Tochter König Georgs II. von England.

Im Jahre 1923 wurden Teile des Films 'So sind die Männer' in der Burg gedreht. In diesem Film hatte Marlene Dietrich ihre erste Rolle.

Während des Zweiten Weltkriegs flog die Royal Air Force bis ins Jahre 1945 mehrere Angriff auf die durch die Rüstungsindustrie für die Kriegswirtschaft wichtige Stadt Kassel, dabei wurde der Donjon der Löwenburg zerstört und weite Teile der Anlage schwer beschädigt. Der Wiederaufbau geschah in den Nachkriegsjahren recht zweckmässig und wird eher durch Funktionalität denn durch Detailtreue gekennzeichnet. Die Arbeiten sind bis heute nicht abgeschlossen, der Donjon fehlt noch immer.

Löwenburg - Bauwerk

Löwenburg

Zunächst nur als ruinöser Turm mit Nebengebäude geplant, entstand die Löwenburg schließlich als eine komplette Burganlage, die sich um einen Innenhof gruppiert.

Das Architekturkonzept kann politisch/ kulturell als rückwärtsgewandt und antiaufklärerisch betrachtete werden, als gebautes Manifest der Restaurationsansprüche des Landgrafen. Es stand im krassen Gegensatz zur französischen Revolutionsarchitektur. Kunstgeschichtlich wurden jedoch auch neue Türen aufgeschlagen, das Bauwerk gilt gleichzeitig auch als eines der ersten bedeutenden Gebäude der Neugotik (Neogotik) in Deutschland, und beeinflusste mit seinem Architekturstil zahlreiche Nachfolgebauten der nächsten 100 Jahre.

Zur Ausstattung der Löwenburg wurde unter anderem der grösste Teil der mittelalterlichen Kirchenfenstern der Stadtkirche Bad Hersfeld im Jahre 1798 von Landgraf Wilhelm gekauft. Insgesamt sieben Maßwerkfenster und ein Rundfenster aus den Kirchen in Hersfeld, Immenhausen und Obernkirchen (Schaumburg) fanden in der Burgkapelle einen neuen Bestimmungsort.

Die Löwenburg diente Wilhelm IX. als Wohnsitz für seine Geliebte, Frau von Schlotheim, die spätere Reichsgräfin Hessenstein. 1821 wurde der Kurfürst in einer Gruft unter der Burgkapelle bestattet.

Die Innenräume bestehen aus fürstlichen Wohn- und Aufenthaltsräumen in barockem Zuschnitt, die heute im Rahmen von Führungen besichtigt werden können. Die Löwenburg beherbergt eine Rüstkammer mit Waffen und Rüstungen des 16. und 17. Jahrhunderts.

Löwenburg - Burgkapelle

Kapelleneingang

Die neugotische Burgkapelle hat einen dreischiffigen Kirchenraum und der Typus entspricht dem einer Hallenkirche. Das spitze Ziegelgewölbe wird von vier freistehenden Rundsäulen und den entsprechenden Halbsäulenvorlagen getragen. Die vier Evangelisten waren farbig auf dem Gewölbe dargestellt.

Es gibt sieben Maßwerkfenster und ein Rundfenster, die aus Kirchen in Hersfeld, Immenhausen und Obernkirchen (Schaumburg) stammen. Um 1950 wurden die Fenster (die bei einem Bombenangriff zerstört wurden) von der Immenhäuser Werkstatt Richard Süßmuths wiederhergestellt. Die Darstellungen in unterschiedlichen Stilformen stammen aus dem 13., dem 15. und dem 16. Jahrhundert. Sie zeigen Darstellungen der 'Legende der heiligen Radegunde' und anderer Heiligen, Szenen aus der Leidensgeschichte und den Stammbaum Christis sowie Wappenfenster mit dem Mainzer Rad und dem Waldecker Stern in früh- und spätgotischen Stilformen und auch Stilelemente der Renaissance tauchen auf.

Im Chor (Altarraum) befindet sich das steinerne Denkmal eines Rittergrabmals, welches an den vier Ecken durch Darstellungen trauernder Mönche und Nonnen geschmückt ist. An den Seiten des, von Architekten Heinrich Christoph Jussow gestalteten, Sarkophages befinden sich Reliefs auf denen Wappen und Ritter dargestellt sind. Darauf befindet sich eine lebensgroße Skulptur eines Ritters, welcher für die Tugenden des Rittertums steht.

Löwenburg - Galerie

Innenhof
Vor der Burg - Ansicht
Rundbogenallee

siehe dazu auch: Impressionen von der Löwenburg [1]

siehe auch

Video von der Sanierung der Löwenburg

Weblinks ind Quellen

Quellen

  1. HNA-online vom 9.11.2012: Impressionen von der Löwenburg

Weblinks

Ansicht der Löwenburg


siehe auch:

  • www.kassel-mulang.de • Dia-Schau (60 Bilder) • Chinesisches Dorf • Villenkolonie • Schutz für Mulang! • Kurort Wilhelmshöhe • Persönlichkeiten • Wilhelmshöhe, Umgebung • Die Herkulesbahn • Luftbad Waldwiese



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