Kurfürstin Auguste

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Auguste von Preußen (* 1. Mai 1780 in Potsdam † 19. Februar 1841 in Kassel) war die Tochter von König Friedrich Wilhelm II. von Preußen und Friederike von Hessen-Darmstadt.

Seit dem Jahr 1797 war Prinzessin Auguste Christine Friederike mit Kurfürst Wilhelm II. verheiratet.

Zu ihren sechs Kindern gehörte der spätere Kurfürst Friedrich Wilhelm I. von Hessen.

Aus Leben und Wirken

Die Ehe verlief schlecht und die Kurfürstin zog mit dem Kurprinzen nach der Trennung von ihrem Ehemann in das Schloss Schönfeld, wo sich um Auguste der „Schönfelder Kreis“ bildete. Sie versammelte hier die geistige und durchaus in Opposition zum Kurfürsten stehende Elite Kurhessens, darunter Johann Werner Henschel, die Brentanos, die Arnims oder die Brüder Grimm. Später ging der Kurprinz nach Berlin.

Bereits im Jahre 1811 oder 1812 verliebte sich Wilhelm II. in Emilie Ortlepp (* 1791, † 1843), die Tochter eines Berliner Juweliers. Als 1813 die napoleonische Vorherrschaft zu Ende ging, holte Wilhelm II. - noch als Kurprinz - Emilie nach Hessen und lebte zusammen mit seiner Frau und seiner Geliebten in Kassel.

Nach Unruhen im Kurfürstentum Hessen lebten der Kurfürst und die Gräfin zunächst in Schloss Philippsruhe bei Hanau, später in Frankfurt am Main.

Nach dem Tod von Kurfürstin Auguste am 28. Februar 1841 heiratete der Kurfürst am 8. Juli 1841 seine langjährige Geliebte.

Geschichte

Nach der Regierungsübernahme Wilhelms II. im Jahre 1821 wurde der von seinem Vater begonnene Neubau eines großen Residenzschlosses eingestellt und statt dessen das kurprinzliche Palais nach den Plänen von Johann Conrad Bromeis um weitere Repräsentationsräume erweitert: das Rote Palais, die ehemalige landgräfliche Stadtresidenz in Kassel.

Während der Regierungszeit von Kurfürst Wilhelm II. trat im Jahre 1831 die Kurhessische Verfassung in Kraft, die zusammen mit der belgischen zu den liberalsten in Europa gehörte.

Begünstigt wurde dieser fast revolutionäre Akt auch durch die Schwäche des Kurfürsten. Die wirtschaftliche Krise und soziale Not im Lande sorgten für Unruhe. Außerdem hatten die französischen Besatzer zur Zeit des Königreichs Westphalen revolutionär-liberale Gedanken mit nach Hessen gebracht. So war es 1830 dazu gekommen, dass eine gewählte Abordnung der Bürgerschaft dem Kurfürsten eine Petition überreichte, in der die Einberufung der Stände und die Erarbeitung einer Verfassung gefordert wurden.

In dem Abschnitt der Verfassung, in dem von den „allgemeinen Rechten und Pflichten der Unterthanen” die Rede ist, wurden Freiheitsrechte verbrieft, die mit einigen unserer Grundrechte vergleichbar sind: gleiche Rechte für alle, Freiheit der Berufswahl, Glaubens- und Gewissensfreiheit und Freiheit der Person und des Eigentums.

Aber diese Errungenschaft hatte nicht automatisch ein liberales Hessen zur Folge. Zu stark waren die Kräfte, die diese Bestimmungen als für den Staat gefährlich empfanden. Außerdem machte sich schnell bemerkbar, dass ab 1831 der Sohn des Kurfürsten (Friedrich Wilhelm I.), der die Verfassung ablehnte, Mitregent wurde.

Die Revolution von 1848 stärkte noch einmal die liberalen Kräfte, doch ab 1850 setzte sich die Restauration durch. Bereits im Jahre 1852 wurde die Verfassung außer Kraft gesetzt.

Kurfürstengrab auf dem Altstädter Friedhof

Das Fürstengrab auf dem Altstädter Friedhof

Im Kurfürstengrab auf dem Kasseler Altstädter Friedhof sind u. a. Auguste Friederike Christine von Hessen, ihre Tochter Karoline Friederike Wilhelmine und Gräfin Luise von Hessenstein begraben.

Das Grab liegt an der Südseite des Altstädter Friedhofs. Es ist umgittert und nur durch ein separates Tor zu betreten.

siehe auch

Weblinks