Kurfürst

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Kurfürsten werden diejenigen Fürsten genannt, die den deutschen König kürten (wählten).

Der Landgraf von Hessen-Kassel erhielt 1803 die Kurwürde, nachdem in den von Frankreich besetzten linksrheinischen Gebieten Deutschlands der Reichsdeputationshauptschluss die Auflösung der beiden geistlichen Kurfürstentümer Köln und Trier sowie des pfälzischen Kurfürstentums bewirkte. Im Gegenzug erhielten die Herzöge von Württemberg und Salzburg, der Markgraf von Baden und der Landgraf von Hessen Kassel die Kurwürde der erloschenen Kurfürstentümer, die jedoch bis zum Untergang des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation im Jahr 1806 keine Amtshandlung mehr durchführen mussten.

Dass die Kurfürsten von Hessen auch nach 1806 an ihrem Titel, der jegliche Funktion verloren hatte, festhielten und diesen sogar nach dem Abzug Frankreichs aus Kassel 1813 reaktivierten, zeigt einerseits die herausragende Stellung dieser Reichsfürsten, andererseits die Demonstration aristokratischer Legitimation.

Genau genommen hat das Kurfürstentum Hessen nur auf dem Papier von 1803 bis 1806 existiert. In dieser Zeit musste kein Kaiser gewählt werden, nach 1806 gab es keinen Kaiser mehr zu wählen. 1866 schließlich verschwand das Kurfürstentum Hessen - und somit der Titel Kurfürst - vollends auf Grund der Annexion durch Preußen.

Die Kurfürsten von Hessen

1803-1821: Wilhelm I.

1821-1847: Wilhelm II.

1847-1866: Friedrich Wilhelm I.

Siehe auch

Zur Vorgeschichte des Kurfürstentums Hessen siehe: die Landgrafschaft Hessen-Kassel und die Landgrafen von Hessen-Kassel.

Weblinks

Zur allgemeinen Information zum Thema Kurfürst siehe den ausgezeichneten Artikel bei Wikipedia: Kurfürst