Kulturzelt (Kassel)

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Kulturzelt 2008, Straßenseite

Im Sommer 2006 ging das Kasseler Kulturzelt an der Drahtbrücke in seine 20. Veranstaltungssaison. Die Sommer-Erfolgsgeschichte begann aber mitten im Winter: Seit 1987 gastieren Weltklassemusiker in dem Festivalzelt - meistens an herrlichen Sommerabenden.

Geschichte

Wer die Geschichte des Kulturzelts bis zu seinem Beginn zurückverfolgen will, landet an einem kalten Februartag 1987 auf dem Platz an der Drahtbrücke.

Damals malte Hans-Bernhard Nordhoff einen Kreis in den Schnee. Dort sollte fünf Monate später das erste Kulturzelt stehen. Mit dem Festival für Jazz, Weltmusik und seinerzeit noch Kabarett und Literatur wollte der damalige Kasseler Kulturreferent ein ergänzendes Angebot zur documenta schaffen. Nordhoff hatte festgestellt, dass die documenta in Teilen der Bevölkerung unbeliebt war, weil es kein Rahmenprogramm gab.

Das Zelt

Das Rahmenprogramm und die Tribünen standen dann im Sommer, nur fehlte am Eröffnungstag noch das Zelt. Die Zeltbaufirma war nicht rechtzeitig fertig geworden. Die Besucher konnten auch von außen auf die Bühne schauen. Das Kulturzelt ohne Zelt war fast schon ein documentawürdiges Kunstwerk, blieb jedoch einmalig.

Alles war noch eine Nummer kleiner als heute. Ein Bauwagen diente als Künstlergarderobe, das Catering kam meist vom Pizzaservice, und Künstler wie der Jazz-Komiker Helge Schneider reisten schon mal mit dem Wohnmobil an, weil das Budget nicht mehr hergab, erinnert sich Angelika Umbach, die das Festival derzeit zusammen mit dem Konzertveranstalter Lutz Engelhardt leitet.

Kulturzelt und die documenta

Kulturzelt 2008, Eingangsbereich und Bewirtschaftung

Das Kulturzelt, das als Begleitprogramm zur documenta angefangen hatte, entwickelte sich auch in den Jahren zwischen der Kunstausstellung zur überregionalen Attraktion. Trotzdem war das documenta-Jahr 1992 ein Höhepunkt: Für ein Jahr zog das Festival in ein von dem britischen Star-Architekten James Sterling entworfenes Zelt vor der Orangerie. Danach kehrte die Veranstaltungsreihe an die Drahtbrücke zurück, wo sie bis heute geblieben ist.

Nachdem Nordhoffs Nachfolgerin im Kasseler Rathaus, die Kulturdezernentin Irmgard Schleier, 1994 den Etat zusammengestrichen hatte, gründete Umbach mit einigen Mitstreitern den gemeinnützigen Verein zur Förderung von Kultur- und Kommunikationsprojekten, der bis heute Veranstalter ist. 400.000 Euro beträgt der Etat derzeit. 75 Prozent davon werden durch den Kartenverkauf gedeckt. Den Rest steuern Sponsoren wie die Wintershall AG bei.

Die Liste der Stars liest sich wie ein Who’s who der Musikszene: Maceo Parker, Otto Sander, Youssou N’Dour, Klaus Doldinger und Adam Green sind nur einige der Top-Stars. Viele von ihnen schwärmen noch lange danach von der einzigartigen Atmosphäre an der Fulda. Und das ist vielleicht die wichtigste Werbung für das Kulturzelt.

Ab 2010 wurde das Kulturzelt ersetzt durch einen 500.000 Euro teuren "temporären, freitragenden Konzertsaal", der statt wie bislang 550 nun 750 Besucher fasst. Finanziert wird der Saal zu einem Großteil von der Stadt Kassel. Der Bau soll nachts in blau erstrahlen. Der Name Kulturzelt wird bleiben.

Programm 2013

Das Kulturzelt wird geöffnet sein vom 12. Juli bis 22. August.

Weblinks