Kulturhauptstadt 2010

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Die zwölf Schritte zur Kulturhauptstadt

Kassel hatte sich gemeinsam mit zunächst 15 und schließlich noch 9 weiteren deutschen Städten um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2010 beworben. Mit der Bewerbung „KASSEL GEWINNT auf dem Weg zur Kulturhauptstadt Europas 2010“ wurde Ende 2002 ein Prozess angestoßen, an dem weit über tausend Menschen, Vereine, Unternehmen, kulturelle Einrichtungen und Initiativen mit ambitionierten Ideen und aussichtsreichen Projekten beteiligt waren.

Auch wenn die Entscheidung letztlich gegen Kassel ausfiel, für manchen ist Kassel „die heimliche Kulturhauptstadt Europas“.

Geschichte

Der Sage nach musste Herkules zwölf Aufgaben bewältigen.

Daran angelehnt war das Bewerbungskonzept der Stadt Kassel in zwölf Aufgaben unterteilt:

  • Erste Aufgabe: Aufbruch wagen. Damit ist der mit der Bewerbung ausgelöste stadtgesellschaftliche Aufbruch gemeint, der Kassel zukunftsfähig machen soll. Viele Projekte sollen mithilfe von Sponsoren und Mäzenen schon vor 2010 umgesetzt werden.
  • Zweite Aufgabe: Europa gemeinsam leben. In Kassel, das seit vielen Jahrhunderten Erfahrungen mit der Integration fremder Kulturen (Hugenotten, Waldenser) gemacht hat, sollen beispielgebende Formen des Zusammenlebens entwickelt werden.
  • Dritte Aufgabe: Europäische Kulturnetze spinnen. Kassel soll Zentrum kultureller Netzwerke in Europa werden. Geplant ist unter anderem eine Ausstellung über die Kulturbahnhöfe Europas.
  • Vierte Aufgabe: documenta weiter denken. Kassel soll auch zwischen den documenta-Jahren als ein Ort der Auseinandersetzung mit Weltkunst interessant sein. Erster Schritt: Ein Haus der documenta, das deren Geschichte spiegelt.
  • Fünfte Aufgabe: Museum neu erfinden. Die Museumslandschaft soll gestärkt werden. Dazu zählen der Museumspark Wilhelmshöhe und neue Projekte wie ein Museum der Industriekultur.
  • Sechste Aufgabe: Universität und Stadt verflechten. In Zusammenarbeit mit der Universität sollen beispielgebende Lösungen für Themen wie Zuwanderung, Überalterung der Gesellschaft, Konversion gefunden werden.
  • Siebte Aufgabe: Sinnliche Urbanität schaffen. Ziel ist eine neue Baukultur, die bei der Sinneslust der Fürsten bei der Gestaltung der Schlösser und Parks anknüpft, aber auch die Erfahrungen von Zerstörung und Wiederaufbau nutzt.
  • Achte Aufgabe: Grimmsche Felder bebauen. Kassel soll sich als das Brüder-Grimm-Zentrum weltweit etablieren und damit auch viele neue Besucher anlocken.
  • Neunte Aufgabe: Stadt wird Bühne. Ein Forum für Theater, Tanz und neue Medien soll wichtige Impulse für die zeitgenössische Kunst in Europa geben und aufnehmen.
  • Zehnte Aufgabe: Neue Töne anschlagen. Kassel soll Podium für zeitgenössische europäische Musikkultur werden.
  • Elfte Aufgabe: Dem Tod neu begegnen. Anknüpfend an das Museum für Sepulkralkultur, die Künstlernekropole und den Friedwald soll von Kassel aus eine neue Kultur des Sterbens und der Erinnerung ausgehen.
  • Zwölfte Aufgabe: Mehr Raum für Kinder. Kinder und Jugendliche sollen stärker einbezogen werden, das kulturelle Leben und die Entwicklung der Stadt mitprägen.

Weblinks