Krukenburg

Aus Regiowiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Burgruine mit Bergfried
Am Burgtor

Die Krukenburg ist als Befestigungsanlage mit Ringmauer, Bergfried und Wohngebäuden seit Beginn des 13. Jahrhunderts auf dem Krukenberg errichtet worden. Sie diente dem Schutz einer schon zu Beginn des 12. Jahrhunderts errichteten Bergkirche sowie des damaligen Klosters Helmarshausen.

Die ehemalige Krukenburgkirche entstand nach dem Vorbild der Grabeskirche von Jerusalem. Die heutige Ruine des 1126 fertig gestellter Kirchenbaus steht inmitten der Anlage. Ab 1220/ 25 entstand um die Kirche herum die heute noch erkennbare Burganlage.

Die Krukenburg diente aber auch dem Schutz des Klosters in Helmarshausen am Fuße des Krukenbergs. Aus dem ehemaligem Benediktinerkloster stammen bedeutende Kunstwerke, etwa das Evangeliar Heinrichs des Löwen aus dem Jahr 1173 (nach anderen Quellen: um 1188).

Nach der Auflösung des Klosters Helmarshausen im Zuge der Reformation in Hessen verlor die Krukenburg ihre Bedeutung und verfiel.

Von dem bis heute erhaltenen Bergfried der Burg, der im Jahre 1968 zum Aussichtsturm ausgebaut wurde, überblickt man das Diemeltal und den Reinhardswald bis hin zum Solling.

Geschichte

Von der einstigen Burganlage auf dem Krukenberg sind heute noch die Ringmauer und der Bergfried erhalten sowie Reste des "Paderborner Hauses" und des "Abtshauses".

Etwa 100 Jahre nachdem Bischof Heinrich II. von Paderborn die "Johanneskirche" auf dem Berg oberhalb von Helmarshausen errichten ließ, wurde rund um das Gotteshaus die Krukenburg erbaut, die im Jahre 1220 erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Der Bau der Burg durch das Kloster Helmarshausen fand nicht die Zustimmung des Paderborner Bischofs Bernhard III., so dass die Mönche beschlossen, sich unter die Schutzherrschaft des Kölner Erzbischofs zu stellen, dem nach einer Darstellung bei Pfaff die Hälfte des Krukenbergs übertragen wurde (vgl. Friedrich Pfaff, Die Krukenburg, in: Heimatkalender des Kreises Hofgeismar 1932, S. 56).

Nach der Reformation in Hessen kamen Burg, Stadt und Kloster zur Zeit des Landgrafen Philipp I. am 2. November 1540 in hessischen Besitz. Der letzte Abt des Klosters Helmarshausen war Georg von Marenholz.

Streit um die Krukenburg

Um 1120 ließ der Paderborner Bischof Heinrich II., Graf von Werl, auf dem Krukenberg eine Kirche nach dem Vorbild der Grabeskirche in Jerusalem errichten, die Johanneskapelle. Man geht davon aus, dass in heidnischer Zeit an selber Stelle schonmal eine hölzernde Kapelle stand.

Die Kirche bildet einen kreuzförmigen Grundriss mit einem kreisförmigen Mittelbau. Hier befindet sich auch die verschüttete Krypta. Zum Schutz der Kirche wurde 1215 die Befestigungsanlage mit Ringmauer, Bergfried und Wohngebäuden gebaut. Im Streit um die Burg kam sie zeitweise in Paderborner, Kölner und Mainzer Besitz. Als 1538 das Helmarshäuser Kloster aufgelöst wurde, verlor auch die Krukenburg an Bedeutung und zerfiel im Laufe der Jahre. 1968 wurde der Bergfried zu einem Aussichtsturm ausgebaut.

Die Krypta unter der Krukenburg

Zu sehen ist nichts. Gras ist über die Sache gewachsen, im wahrsten Sinne des Wortes. Und doch gibt es dort unten etwas. Einen Raum, versteckt, verschüttet. Einen Raum aus vergangener Zeit.

Die Krypta unter der vor 900 Jahren errichteten Kapelle der Krukenburg - lange hat man überlegt, sie freizulegen, zugänglich zu machen für Besucher. Und hat sich doch dagegen entschieden. Zu kostenaufwändig sei das Vorhaben, man sorgte sich um die historische Bausubstanz. Also ruht sie weiter unter dem Gras zu Füßen von tausenden Besuchern, die im Jahr hier drüberschlendern, sich an der beeindruckenden Ruine erfreuen und den herrlichen Blick vom Bergfried aus übers Diemeltal genießen.

"Die Krypta stammt ganz aus den Anfängen, es kann sein, dass sie älter ist als die Kapelle selbst", sagt Marlene Schütze. Schütze ist Hüterin der Helmershäuser Krukenburg. Von April bis Oktober sitzt die 69-Jährige in einem Häuschen am Eingang, lässt Besucher hinein und zeigt ihnen alles. Den zerfallenen Kirchenbau, den 33 Meter hohen Turm, die Überbleibsel der beiden Wohnhäuser. Sie weiß bestens Bescheid. "Hier", sagt sie und zeigt auf ein Schild, das an den Resten des runden Mittelbaus der Kirche prangt, genau dort, wo die unterirdische Kammer sich befindet. Ein Foto gewährt Einblick ins Verborgene: Die Krypta (griechisch: Die Verborgene), bei Grabungen von 1934 bis 1939 freigelegt, ist ein rechteckiger Raum und war über zwei Treppen zugänglich. Sie ist eine Nachbildung des Jerusalemer Felsengrabes Christi. Einmal frei gelegt und sich für ein Foto präsentierend, wurde die Kammer bald wieder zugeschüttet. Bis heute ruht sie im Dunkeln.

Kontakt, Eintritt und Führung

Die Besichtigung der Krukenburg ist ganzjährig möglich. Der Bergfried/Aussichtsturm ist vom 1. April bis zum 31. Oktober täglich von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt für Erwachsene ein Euro, ermäßigt 50 Cent. Es ist möglich, die Anlage zu mieten. Infos unter 05672/1309 (Marlene Schütze). Führungen nach telefonischer Anmeldung beim Heimatverein Helmarshausen unter 05672/789 (Wolfgang Frohmüller). Weitere Infos bei der Kur- und Touristik-Information Bad Karlshafen unter 05672/999924.

Quelle: Artikel von Kathrin Lerner (HNA vom 27.4.2007)


Eco Pfad Archäologie Helmarshausen

Ruine der Krukenburg
Paderborner Haus
Grundriss
Blick vom Bergfried

Der "Eco Pfad Archäologie Helmarshausen" führt interessierte Besucherinnen und Besucher von Helmarshausen auch zum Gelände des ehemaligen Klosters Helmarshausen und zur Krukenburg.

Krukenburgkirche

Die Krukenburgkirche (auch: Johanneskirche oder Johanniskapelle) wurde um das Jahr 1120 unter dem Paderborner Bischof Heinrich II. auf dem Krukenberg bei Helmarshausen nach dem Vorbild der Jerusalemer Grabeskirche mit einem kreisförmigen Mittelbau errichtet. Aber nicht nur die Grabeskirche wurde nachempfunden; in der heute verschütteten Krypta unterhalb der Kirche befand sich auch eine Nachbildung des Heiligen Grabes.

1126 wurde die Kirche dem Heiligen Johannes dem Täufer geweiht und wird daher auch "Johanneskapelle" genannt.

Zum Schutz der Kirche wurde etwa 1215 rund um das Gotteshaus eine Befestigungsanlage mit Ringmauer, Bergfried und Wohngebäuden errichtet. Die Burg - im Jahre 1220 erstmals als Krukenburg erwähnt - war zeitweise im Besitz der Paderborner, Kölner und Mainzer Erzbischöfe.

Literatur

  • Gero Lenhardt, Mein Reinhardswald, Wandern - Kultur - Freizeit, 1. Auflage, Calden 2013

Märchen und Mythen

Märchen und Mythen aus vergangener Zeit ranken sich um manche historische Stätte in der Umgebung des Reinhardswalds. So ist etwa die Namensgeberin der Burg Trendelburg - nur wenige Kilometer südlich von Helmarshausen gelegen - in der Märchenwelt die Riesin „Trendula“. Der Sage nach wurde sie von einem Blitz auf freiem Feld erschlagen, nachdem sie ihren Schwestern Saba und Brama stark zugesetzt hatte. Alle drei sollen von der Burg des Riesen Kruko, der Krukenburg stammen.

Cafebetriebe

Unterhalb der Burg befinden sich zwei historische Gebäude aus der Zeit um 1700, die mit der Entstehung des Ortes Syburg/Carlshafen eng verbunden sind und bis in die 1960er Jahre als Schäferei genutzt wurden. Das Wirtschaftsgebäude, die ehemalige Schäferscheune, wurde ab 2001 saniert und zu einem Restaurationsbetrieb, dem "Cafe Schäferscheune", umgestaltet, das zur Zeit (2012) nicht mehr bewirtschaftet wird.

Ursprünglich stand an dieser Stelle ein Vorwerk aus mittelalterlicher Zeit.

Am Berghang nach Helmarshausen liegt das seit 1926 bestehende "Cafe zur Krukenburg" mit Terrassen und Ausblick auf den Ort und das Diemeltal. In Verbindung mit dem Cafe gibt es dort seit den 1980er Jahren auch ein kleines privates Museum (Schwerpunkte: Burg-/Klostergeschichte und die Helmarshausener Künstlermönche, Rogerus von Helmarshausen)

siehe auch

Weblinks