Kronenstraße

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Die Kronenstraße bildet mit den Straßen "Am Kirchhof", Grebenstraße und Himmelsgasse den ältesten Teil Harleshausens.

Noch im 19. Jahrhundert wurde die Kronenstraße in ihrem Ostteil zusammen mit der Helmarshäuser Straße bis zum "Kirchhof" "Höhgasse" genannt. Im westlichen Teil hieß sie bis zum "Kirchhof" zusammen mit der Kreuzung Obervellmarsche Straße: "Das Kreuzpflaster".

In dieser Zeit entstand Mitte des 19. Jahrhunderts im Bereich gegenüber dem Bereich des Kirchhofs die Gastwirtschaft "Zur Krone", auch "Zur goldenen Krone" genannt. Die angesehene Gastwirtschaft mit großer Tanzlinde(Tanzboden im Lindengeäst) war im ganzen Kasseler Raum bekannt, u.a.wegen Eisbein und Sulperknochen. Die Familien Führer, Zeiss und Gregori führten in Folge die Gaststätte.

Der Dichter und Komponist Johann Lewalter (*1862, +1935) war ein Freund des Harleshäuser Bürgermeisters Wilhelm Führer (Bürgermeister von 1904-1928). Er war oft in der "Krone" zu Gast und hörte aus dem Munde der Menschen,besonders der Dorfkinder, Lieder und Texte. Lewalter, der die noch sehr ursprünglichen Harleshäuser Verhältnisse liebte, verwendete und verarbeitete das Gehörte in seinen Texten und Kompositionen.

Analog der Intention der Malerkolonien in Willingshausen und Worpswede war Lewalter bemüht, hier im musikalischen Bereich Anfang des 20.Jahrhunderts alte Lieder, Texte und Gebräuche zu retten mit dem sinngemäß Grimm`schen Gedanken: "Ehe das letzte Blatt verfliegt".

Zu Ehren der bedeutenden Gastwirtschaft "Zur Krone" kam unter Bürgermeister Führer die "Kronenstraße" zu ihrem Namen.

Die Gaststätte "Zur Krone"(Kronenstraße 9) wurde am 28.09.1944 Opfer des Bombenangriffs auf den Harleshäuser Ortskern. Das Haus, das im Keller- und Erdgeschoss noch erhalten war, wurde von Ludwig Gregori wieder aufgebaut und ist heute Wohnhaus im Besitz einer Nachfahrin der Familie Gregori.