Franziskanerkloster Korbach

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Das Kloster Korbach wurde im Jahre 1487 als Franziskaner-Observanten-Kloster gegründet. Bereits 1546 wurde das Kloster wieder aufgelöst.

Einige Jahrzehnte später gründeten 1579 die Grafen von Waldeck in dem ehemaligen Kloster ein Landesgymnasium, die Alte Landesschule Korbach.

Geschichte

Das Kloster wurde 1487 durch die Grafen Philipp II. (Waldeck-Eisenberg), Heinrich VIII. (Waldeck-Wildungen) und Otto IV. von Waldeck (Waldeck-Landau) gegründet.

Der Korbacher Konvent gehörte zur Kölnischen Ordensprovinz und befolgte die Regeln der Observaten.

Im Jahre 1527, zu Beginn der Reformation in der Grafschaft Waldeck wurde es den Franziskanermönchen im Korbacher zunächst freigestellt, ihr Kloster zu verlassen. Doch diese setzten der Einführung der Reformation in Korbach und der Auflösung ihres Klosters starken Widerstand entgegen. Letztlich wurde das Kloster erst 1546 aufgelöst wurde, als andere waldeckische Klöster bereits seit langer Zeit nicht mehr bestanden.

Nachdem die Waldecker Grafen im Jahre 1579 das 1566 von den letzten Mönchen geräumte Korbacher Kloster in eine Landesschule umgewandelt hatten, entstand dort eine Lehranstalt, die sich zunehmend einen guten Ruf erwarb, wobei die klassische, humanistische Bildung und die Sprachen Latein und Griechisch im Vordergrund standen.

„Wo einst der Mönch in frommer Pflicht sich barg in Klostermauern, erstrahlte neu der Schule Licht, die Zeit zu überdauern. ... Vom Kloster drang als heller Schein Humanität ins Land hinein, weit über Waldecks Grenzen,“ heißt es in einem Schullied der ALS aus den 1950er Jahren.

Alte Korbacher sprechen immer noch vom „Gymnasium” oder von der „Klosterschule”, obwohl diese traditionsreiche pädagogische Einrichtung längst wegen Raummangels an den Stadtrand gezogen ist. Das längs der Straße stehende Gebäude, in dem Generationen von Korbacher und auswärtigen Schülerinnen und Schülern ihre gymnasiale Ausbildung erfuhren, wurde 1770 bis 1774 auf dem Grund des ehemaligen Franziskanerklosters errichtet.

Kunstwerke aus dem Korbacher Kloster

Altarbild - Marienaltar der Nikolaikirche in Korbach
Altarbild in St. Kilian Korbach
Franziskus-Altar in der Kirche in Nieder-Waroldern

Aus dem Korbacher Franziskanerkloster stammen die Altarbilder in den beiden grossen Korbacher Kirchen. Dabei ist das wohl augenfälligste Kunstwerk der Hochaltar der Nikolaikirche.

Während die Altarbilder des Passionsaltars in der Kilianskirche das Leiden und Sterben Jesu darstellen, handelt es sich in der Nikolaikirche um einen Christgeburts-Altar mit Szenen aus der Weihnachtsgeschichte. Der Altar wird auch als Marienaltar bezeichnet, da Maria, die Mutter Jesu, auf dem Altarbild von 1518 eine hervorragende Stellung einnimmt.

Vom Maler beider Flügelaltäre, einem Mönch aus dem Korbacher Franziskanerkloster, stammen auch das ursprünglich in Korbach beheimatete Altarbild in der Kirche zu Niederwaroldern und die Kalvariendarstellung in St. Pantaleon zu Köln.

Auch Altarbilder für westfälische Kirchen und drei weitere, die sich heute im Landesmuseum Münster befinden, werden dem Korbacher Franziskanermaler zugeschrieben.

Der Name des Künstlers ist nicht bekannt. Als Korbacher Franziskanermaler wird daher der 1455 oder 1456 geborene Künstler in der Fachliteratur bezeichnet, von dem auch die drei Flügelaltäre in Korbach und Umgebung stammen. Seine Gemälde stehen in der Tradition der Westfälischen Tafelmalerei. Mit einem ganzfigürlichen Selbstporträt in der Ordenstracht der Franziskaner signierte er seine Werke. Er starb nach 1527.

Literatur

siehe auch