Konzertscheune Ehrsten

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Die Konzertscheune Ehrsten existiert seit 1991 und ist ein Veranstaltungsort für Konzerte und andere musikalische Auftritte. Aufgebaut wurde sie von Jochen Nehls und Berthold Braun. Inzwischen wird sie nur noch von Braun betrieben.

Geschichte

Noch vor dem Starclub Kassel und dem Kulturzelt Wolfhagen wurde die Konzertscheune bald zu einem festen Begriff in der regionalen Kulturszene. Gunther Emmerlich trat beispielsweise dreimal in der Scheune auf. Auch Wolfgang Stumph, Bodo bach und Barbra Thompson & Jon Hiseman gehörten zu den Stars auf der Bühne in Ehrsten.

Trendsetter durch Zufall

Konzertscheune wird volljährig - Konzept setzte Maßstäbe in der Region

Ehrsten. Es war Zufall und es wurde ein Erfolg. Das Konzept, eine alte Scheune in Ehrsten als Bühne für Kleinkunst zu präsentieren, setzte in der Region Maßstäbe. Bevor es den Starclub in Kassel gab und bevor das Kulturzelt in Wolfhagen öffnete, sorgte die Ehrstener Einrichtung für Schlagzeilen. Paulchen Kuhn war da und Gunther Emmerlich, um nur zwei der bundesweit bekannten Größen zu nennen. Aber auch regionale Größen wie Tante Lilli und Karl Garff.

Was heute eine feste Größe auf der nordhessischen Landkarte der guten Unterhaltung ist, wurde aber eher aus der Not geboren. Denn am Anfang der Konzertscheune stand ein Musikgeschäft. Die Schwellenangst potenzieller Kunden war freilich groß. "Wir mussten Werbung machen und das Haus attraktiv", erinnert sich Berthold Braun. Außerdem wollte man den Flair des Schleswig-Holstein-Musikfestivals nach Nordhessen holen. Zusammen mit seinem damaligen Partner Jochen Nehls entwickelte er die Idee, Konzerte zu veranstalten. Die angrenzende Scheune bot Raum genug. Den Boden mit großflächigen Holzplatten ausgelegt, eine Bühne zusammengezimmert und vier Scheinwerfer aufgestellt - das war der Anfang. Doch trotz des Provisoriums stieß das Konzept, unterhaltsame Kultur auf dem flachen Land zu präsentieren, auf große Nachfrage. War die Scheune anfangs an fünf Abenden pro Jahr belegt, so sind es inzwischen 60.


"Erwachsen ist sie aber noch lange nicht." Berthold Braun über die Konzertscheune


Die ursprüngliche Beleuchtungsanlage mit 1,2 kw ist längst gewichen und hat einer 40kw-Anlage Platz gemacht. Eine Heizungsanlage wurde installiert, die Speisekarte erweitert, das Ambiente professioneller gestaltet. Jetzt, 18 Jahre nach der ersten Veranstaltung, ist die Konzertscheune volljährig. "Erwachsen ist sie aber noch lange nicht", sagt Braun, der sie seit acht Jahren in alleiniger Regie betreibt. Das Geschäft sei inzwischen schwieriger geworden, meint er, da die Konkurrenz zugenommen hat. Sein Ziel ist freilich das gleiche geblieben. Die Ehrstener Scheune, die einst den Trend setzte, soll weiter der Konkurrenz einen Schritt voraus sein. "Ich will etwas besser sein als die anderen", sagt Braun. Der Erfolg des Wintervarietes belegt, dass es das Publikum ähnlich sieht. Schon jetzt verkauft er Karten, "obwohl das Programm noch gar nicht gedruckt ist."

Aber das Niveau hat sich offensichtlich herumgesprochen. Und auch in Künstlerkreisen hat Braun einen guten Namen. Die Garderobe, in der die Künstler vor und nach dem Aufrtitt sind, ist groß und weitläufig. Und: Sie ist mit einer Küchenzeile ausgestattet. "So etwas findet man wo anders kaum", sagt Braun, der will, dass sich die Künstler bei ihm zu Hause fühlen. Dafür sieht er schon mal über manch eine Marotte der Musiker und Comedians hinweg. … (mrß)

Auszug aus dem Artikel in HNA-online vom 08.10.2009

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