Konrad Muth

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Der Gelehrte Conradus Muthianus Rufus, eigentlich Konrad Muth, wurde 1470 in Homberg geboren und starb am 30. März 1526 in Gotha.

Der wegen seines literarischen Stils, seiner Kenntnisse der antiken Literatur und seines philosophischen Wissens bedeutende Geist der deutschen Hochrenaissance versuchte, christliche Theologie und antike Philosophie zu vereinen.

Ein Freund der Antike

Die Muths waren ein angesehenes und begütertes Homberger Ratsherrengeschlecht. Konrads Vater Johann war 1456 Bürgermeister, später Hospitalsprovisor. Er schickte seinen Sohn von 1478 bis 1485 an eine der berühmtesten Schulen der Zeit: die Anstalt von Alexander Hegius in Deventer. Diese Schule besuchte damals auch Erasmus von Rotterdam.

Nach seiner Schulzeit begann der Homberger ein Studium der Rechtswissenschaften in Erfurt. Die Stadt in Thüringen galt dafür als beste Adresse. Gegen die Erfurter Universität, so hatte Martin Luther behauptet, waren alle anderen deutschen Universitäten reine ABC-Schulen.

Im Jahr 1495 hatte Muth seinen Magisterabschluss in der Tasche und ging auf Reise. Im italienischen Bologna studierte er nun Theologie. Der Homberger war von der Antike fasziniert.

Seine gute Bildung, die weithin anerkannt wurde, nutzte ihm in der Heimat nichts. Nachdem er 1503 noch einmal ein halbes Jahr in Kassel gelebt hatte, kehrte Konrad Muth nie wieder nach Homberg zurück. Es ging ums Geld. Muth führte mit Verwandten einen Erbstreit.

Auch zu anderen Hombergern, die wie er in Erfurt studierten, hatte Muth kaum Kontakt. Nur in wenigen Briefen schrieb er von seinen Landleuten. Zu den Homberger Studenten gehörte auch Wigand Lauze, der spätere Geschichtsschreiber und Verfasser der Hessischen Chronik.

Conradus Muthianus Rufus machte sich in Erfurt als Humanist einen Namen, er war das Oberhaupt eines Humanistenkreises der Universität. Wegen seines literarischen Stils, seiner Kenntnisse der antiken Literatur und seines philosophischen Wissens gilt er als bedeutender Geist der deutschen Hochrenaissance. Muth versuchte, christliche Theologie und antike Philosophie zu vereinen.

Der Homberger lebte in den unruhigen Zeiten der Reformation. Ursprünglich war er ein Anhänger Luthers gewesen, stellte sich aber 1521 auf die Seite von Erasmus von Rotterdam. Dieser lehnte die Reformation trotz seiner grundsätzlichen Kritik an der alten Kirche ab.

Durch den Erfolg und die Popularität von Erasmus von Rotterdam geriet Mutianus Rufus‘ Wirken bei seinen Zeitgenossen in Vergessenheit. Es wurde einsam um ihn, das Geld knapp.

Muth schrieb einen ergreifenden Brief an den Kurfürsten Friedrich, bevor er am 30. März 1526 starb, von vielen Zeitgenossen unbemerkt.

Konrad Muth - Strasse

Die Konrad-Muth-Straße in Homberg erinnert an den Juristen und Theologen des 15. Jahrhunderts.

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